Forderung „friedlichen Übergang“

„Überwältigende Beweise“: USA werfen Maduro Wahlbetrug vor – und erklären Opposition zum Sieger

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Das Ergebnis der Wahl in Venezuela wird von verschiedenen Ländern infrage gestellt. Die USA gehen noch weiter – und sehen die Opposition als Gewinner.

Caracas – Die USA erkennen die Wiederwahl von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro nicht an und stellen sich damit auf die Seite der Opposition. Laut einer Erklärung von US-Außenminister Antony Blinken hat der Gegenkandidat Edmundo González Urrutia die Wahl gewonnen. Dies erhöht den internationalen Druck auf den autoritär regierenden Sozialisten Maduro, der nach Demonstrationen ein hartes Vorgehen ankündigte.

Venezuelas Präsident Maduro sieht sich als Wahlsieger – doch die USA zweifeln das Ergebnis an

Seit mehreren Tagen fordern verschiedene Länder Lateinamerikas, die USA und die EU den venezolanischen Staatschef dazu auf, die Unterlagen der umstrittenen Präsidentschaftswahl der Öffentlichkeit oder einem unabhängigen Gremium zugänglich zu machen. Den USA und der peruanischen Regierung geht dies jedoch offenbar nicht schnell genug. Sie scheinen den Druck erhöhen zu wollen und erkennen den Oppositionskandidaten Edmundo González als Sieger der Präsidentschaftswahlen an.

„Angesichts der überwältigenden Beweise ist es für die Vereinigten Staaten und vor allem für das venezolanische Volk klar, dass Edmundo González Urrutia bei der Präsidentenwahl am 28. Juli in Venezuela die meisten Stimmen erhalten hat“, ließ US-Außenminister Antony Blinken verlauten. Es sei daher an der Zeit, dass die Parteien in dem südamerikanischen Land Gespräche über einen „friedlichen Übergang“ aufnehmen.

Die USA zweifeln an, dass Venezuelas Präsident Nicolás Maduro die Wahl tatsächlich gewonnen hat.

Wirbel nach Wahl in Venezuela – Opposition wirft Maduro Wahlfälschung vor

Maduro, der seit 2013 amtiert, war von der regierungstreuen Wahlbehörde nach der Wahl am Sonntag (28. Juli) zum Sieger erklärt worden. Bisher hat die Behörde allerdings keine detaillierten Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken veröffentlicht. Die Opposition beschuldigt die Regierung der Wahlfälschung und beansprucht den Sieg für González. Sie legte Daten vor, die ihrer Aussage nach aus über 80 Prozent der Stimmbezirke stammen. Ihnen zufolge erhielt González 67 Prozent der Stimmen, während Maduro nur 30 Prozent erreicht haben soll. (tpn mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/[e]Presidency of Venezuela

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