Eskalation in der Karibik? Trump sieht Maduros Tage gezählt – Venezuela droht mit russischen Raketen
VonPatrick Mayer
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Die USA haben etliche Kriegsschiffe vor Venezuela aufgefahren. Die Luftwaffe Nicolás Maduros präsentiert russische Raketen. Und Wladimir Putin kritisiert Donald Trump.
Update vom 3. November, 10:21 Uhr: US-Präsident Donald Trump rechnet nicht damit, dass die USA gegen Venezuela in den Krieg ziehen werden. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview des TV-Senders CBS News sagte der Republikaner: „Das bezweifle ich. Ich glaube nicht.“ Auf eine weitere Frage, ob die Tage von Nicolás Maduro als venezolanischer Präsident gezählt seien, sagte Trump hingegen: „Ich würde sagen, ja. Ich denke schon, ja.“
Trumps Regierung beschuldigt den von Maduro autoritär geführten Karibikstaat, in den Drogenschmuggel in die USA verwickelt zu sein. Das US-Militär hat deswegen zusätzliche Schiffe und Einheiten in die Region verlegt und greift immer wieder Boote an, die angeblich Drogen schmuggeln. Dutzende Menschen wurden dabei getötet. Aus Sicht von UN-Menschenrechtsexperten verstößt die US-Regierung damit gegen das Völkerrecht.
Eskalation in der Karibik? Venezuela droht Trumps US-Marine
Erstmeldung: Caracas – Steht die Karibik vor einem militärischen Konflikt? US-Präsident Donald Trump hat entsprechende Berichte am Freitag (31. Oktober) vor Journalisten in Washington verneint. Die USA lassen laut Spiegelacht Kriegsschiffe vor der Küste Venezuelas patrouillieren, um mit diesen gegen den Drogenschmuggel über den Seeweg in die Vereinigten Staaten vorzugehen. Auch die Flugzeugträgergruppe der „USS Gerald R. Ford“ mit mehreren Zerstörern und Dutzenden Kampfjets ist auf dem Weg nach Südamerika.
Zudem wurden F-35-Kampfjets auf einen Luftwaffen-Stützpunkt in Puerto Rico im Karibischen Meer verlegt. Das Einparteien-Regime des autokratisch regierenden Präsidenten Nicolás Maduro hat mittlerweile auf die Präsenz der US-Kriegsschiffe vor den Küsten Venezuelas reagiert. So ließen die venezolanischen Streitkräfte in sozialen Netzwerken Videos verbreiten, die aufmunitionierte Su-30-Kampfjets zeigen. Laut Defense Express (DE) sollen Antischiffsraketen russischer Bauart vom Typ Ch-31A zu sehen sein.
Greift Donald Trump Venezuela an? Südamerika-Staat präsentiert russische Raketen
Die venezolanische Luftwaffe soll unbestätigten Berichten zufolge 22 Suchoi Su-30 sowie 16 F-16-Kampfjets aus amerikanischer Rüstungsproduktion in ihren Beständen haben. Die Überschall-Anti-Schiffsraketen Ch-31A sollen bis zu 4000 km/h schnell sein. Sie visieren ihre Ziele mit einem Radarsuchkopf an. Dieser passive Radarsuchkopf schaltet auf die Frequenz eines gegnerischen Radars, zum Beispiel auf einem Kriegsschiff, und nutzt diese, um ein Ziel zu treffen.
Der Splittergefechtskopf der geschätzt mehr als 600 Kilogramm schweren Rakete wird durch einen Näherungszünder wenig Meter vor dem Ziel zur Detonation gebracht. Nicht überliefert ist, ob die Flugabwehr auf den Schiffen der US Navy in der Lage wäre, eine Ch-31A abzuwehren. Laut DE sind die russischen Seezielflugkörper deutlich schneller als andere Antischiffsraketen wie die amerikanische AGM-84 Harpoon (geschätzt 990 km/h).
Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen
Der Konflikt in der Karibik verschärft sich seit Wochen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Donnerstag (30. Oktober) beim Kurznachrichtendienst X ein Video geteilt, das wohl einen Raketeneinschlag in ein größeres Boot zeigt. US-Angaben zufolge wurden dabei drei mutmaßliche Drogenschmuggler vor der Küste Venezuelas getötet. Das Boot soll Drogen an Bord gehabt haben. Die Informationen aus Washington lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Verteidigungsminister von Donald Trump: Pete Hegseth droht Drogenschmugglern drastisch
Hegseth schrieb zu seinem Posting: „Die westliche Hemisphäre ist kein sicherer Hafen mehr für Drogenhändler und Terroristen, die Drogen an unsere Küsten bringen, um Amerikaner zu vergiften. Das US-Kriegsministerium wird sie weiterhin überall dort jagen und eliminieren, wo sie operieren.“ Laut Spiegel sollen schon Dutzende Menschen bei den US-Militäroperationen gegen den Drogenschmuggel in internationalen Gewässern der Karibik getötet worden sein.
Venezuela
Einwohnerinnen und Einwohner:
31,25 Millionen
Hauptstadt:
Caracas
Fläche:
912.050 km²
Grenzen mit:
Brasilien, Kolumbien, Guyana
Amtssprache:
Spanisch
Die US-Regierung wirft dem autoritären Präsidenten Maduro vor, direkt in den Drogenhandel verwickelt zu sein. Beweise dafür wurden bislang offenbar keine vorgelegt. Das Russland-Regime von Wladimir Putin hatte Ende Oktober wiederum eine strategische Partnerschaft mit Venezuela besiegelt, in der es laut staatlich russischer Nachrichtenagentur Tass um die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau, Transport und Sicherheit geht.
Wladimir Putins Russland-Regime verurteilt US-Angriffe gegen Drogenschmuggler in Karibik
Laut Website des russischen Außenministeriums verurteile Moskau den Einsatz exzessiver militärischer Gewalt bei der Durchführung von Anti-Drogen-Operationen durch die US-Amerikaner auf das Schärfste. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte laut Euronews am Sonntag (2. November), dass Russland wegen der US-Marine vor der venezolanischen Küste mit Maduro in Kontakt stehe. Die Washington Post berichtet, dass Maduro neben dem Moskau-Regime auch China und den Iran um Unterstützung gebeten haben soll. (Quellen: Defense Express, Spiegel, X, Tass, Washington Post) (pm)