Trendseiten verbreiten Fake News

Verschwörungstheorien vor der US-Wahl 2024 über Bidens Tod: Musks X-Plattform befeuert Gerüchte

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Joe Biden zieht sich aus der US-Wahl 2024 zurück und macht den Weg frei für Harris. Im Internet kursieren wilde Verschwörungstheorien um seine Gesundheit.

Washington D.C. – Die emotionale Rede von Joe Biden im Oval Office markierte einen entscheidenden Moment vor der US-Wahl 2024. Der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten gab den Weg für Kamala Harris frei und kündigte an, sich in den kommenden Monaten mit voller Kraft auf seine Amtspflichten zu konzentrieren. Nach Wochen voller Fehltritte, Diskussionen um seine Gesundheit und einem Fiasko im TV-Duell gegen Donald Trump, gab der erfahrene Staatsmann schließlich nach und machte Platz für seine mögliche Nachfolgerin.

Gerüchte um Bidens Tod: Auf X werden Verschwörungstheorien verbreitet

Inmitten dieser politischen Veränderungen in den USA verbreiten sich jedoch zahlreiche Verschwörungstheorien über Joe Biden im Internet. Insbesondere auf Elon Musks Plattform X wurden die Gerüchte, wie NBC News berichtete, stark angeheizt. Es wird behauptet, Biden habe einen ungenannten medizinischen Notfall und könnte sterben. Das soziale Netzwerk steht schon seit längerem in der Kritik, nicht genug gegen die Verbreitung von Falschinformationen zu unternehmen – seit der Übernahme durch Musk haben solche Vorfälle stark zugenommen.

Tech-Milliardär Elon Musk will über den Rückzug von Biden aus dem Präsidentschaftsrennen Bescheid gewusst haben

Während seiner Ansprache an die Nation bemühte sich Biden, Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Obwohl er sich gelegentlich versprach, wirkte er insgesamt gesund. Im Laufe des US-Wahlkampfs wurde Bidens Gesundheit jedoch immer wieder infrage gestellt. Viele Beobachter hielten den 81-jährigen Demokraten für zu alt und zu unsicher für eine weitere Amtszeit als US-Präsident. Für Donald Trump war dieses Thema ein zentrales Werkzeug im Wahlkampf, um seine Überlegenheit gegenüber seinem demokratischen Gegner zu demonstrieren.

Fake News über Bidens Gesundheit: Auf X wird über Tod von US-Präsidenten spekuliert

Abseits der politischen Bühne wird Bidens Gesundheit jedoch auch dazu genutzt, Stimmung gegen die Demokraten zu machen: Anfang der Woche erstellte X offenbar zwei Trendseiten, die sich speziell mit den Themen „Bidens Gesundheitsangst in Vegas“ und „Bidens Notfall in Vegas: Das Mysterium lüftet sich“ befassten. Unter diesen Themen gab es eine Reihe von Spekulationen, die wilde Gerüchte über Bidens Gesundheit verbreiteten. Erst letzte Woche erkrankte der US-Präsident an Covid und zog sich daraufhin aus der Öffentlichkeit zurück. Doch auf X kursierten Behauptungen, er sei ermordet worden oder würde bald von unsichtbaren Mächten ermordet werden.

Dass sich Falschinformationen in politisch aufgeladenen Zeiten schnell verbreiten, ist nichts Neues. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen falsche Todesmeldungen Anlass für Spekulationen waren. Angesichts der aktuellen Situation vor den US-Wahlen 2024, in der Joe Biden zuletzt aufgrund seiner öffentlichen Auftritte stark unter Druck stand, stellt sich jedoch die Frage, warum Musk auf X nicht stärker gegen die Verbreitung von Falschinformationen vorgeht. Aufgrund der veränderten Bedingungen auf der Plattform haben in der jüngsten Vergangenheit viele Nutzer ihre Accounts gelöscht.

Gerüchte über Krankheit und Gesundheit: Biden im Zentrum der Verschwörungstheorien

Die unbegründeten Spekulationen über Bidens Tod haben in konservativen Kreisen in den letzten Tagen jedoch zugenommen. Dana Perino, Co-Moderatorin von Fox News, sagte am Sonntag in der Sendung: „Einen Lebensbeweis, bitte“, und der rechtsgerichtete Verschwörungstheoretiker Alex Jones erhielt mehr als sieben Millionen Aufrufe für ein siebenminütiges Video, das er am Montag mit dem Titel „Ist Joe Biden tot?“ veröffentlichte.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Seit Biden am Sonntag seinen Rückzug aus dem Rennen vor den US-Wahlen 2024 angekündigt hat, hat die Anzahl der Beiträge auf der Plattform X, die einen möglichen Tod des US-Präsidenten diskutieren, stark zugenommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von PeakMetrics. Das Ausmaß der Falschmeldungen dokumentierte NBC News: Ohne weitere Beweise soll sich Biden laut einer „medizinischen Quelle“ „im Endstadium seiner Krankheit“ befinden. Andere Beiträge verbreiteten das Gerücht, dass Biden innerhalb von 24 Stunden sterben würde.

Verschwörungstheorien zur US-Wahl: Musk verbreitet Gerüchte über Harris

Laut dem Bericht könnte dahinter eine Strategie stecken: Musk hat sich zuletzt öffentlich hinter Donald Trump gestellt und seinen Wahlkampf unterstützt. Seinem Unternehmen wird derzeit vorgeworfen, es habe Benutzer zu Unrecht daran gehindert, einem der offiziellen Konten von Harris‘ Präsidentschaftskampagne zu folgen. Zuletzt fiel der Milliardär auch mit Verschwörungsreden auf, bei denen er vermutete, hinter dem Rückzug von US-Präsident Joe Biden würden „wahre Mächte“ stecken, die eine neue „Marionette“ (Kamala Harris) ins Spiel bringen wollten. Trump redete sich derweil bei seinen Wahlkampf-Auftritten wegen Biden und Harris regelmäßig in Rage.

Dass führende Persönlichkeiten des rechten Lagers in den USA versuchen, mit sinnfreien Verknüpfungen der wichtigsten Nachrichten der vergangenen Wochen Unwahrheiten über Joe Biden zu verbreiten, berichtet auch die Washington Post. Zahlreiche Trump-Unterstützer mobilisierten sich demnach seit Sonntag, um mit Unwahrheiten gegen die demokratische Partei mobil zu machen. „Es ist eine gängige Taktik, einen Fetzen von Informationen aus den Nachrichten zu nehmen und ihn mit einem bestehenden verschwörungstheoretischen Weltbild in Einklang zu bringen“, sagte Megan Squire, stellvertretende Direktorin für Datenanalyse am Southern Poverty Law Center.

Zuletzt war unklar, ob unter Musks Führung bei X die Trendseiten noch eine menschliche Prüfung erfahren. Bereits 2022 hatte der Milliardär die Mitarbeiter entlassen, die für die Kuration der Inhalte zuständig waren und diese durch eine Künstliche Intelligenz ersetzt. Auf die jüngsten Vorwürfe reagierte das Unternehmen laut mehrere US-Medien bisher nicht. (fbu)

Rubriklistenbild: © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

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