2.000 Migranten über Ostern

Ausnahmezustand in Italien: Meloni verhängt wegen steigender Flüchtlingszahlen den Notstand

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Allein am Osterwochenende sind etwa 2.000 Migranten über das Mittelmeer in Italien angekommen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat nun den Notstand verhängt.

Rom/München – Die Migrations-Thematik scheint im Vergleich zu den letzten Jahren in den Hintergrund gerückt zu sein. Doch der Schein trügt. So hat Italien unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den landesweiten Notstand beschlossen. Dieser gilt für sechs Monate und soll vor allem den südlichen Regionen mehr Geld zur Verfügung stellen. Zuletzt hatten am Osterwochenende rund 2.000 Migranten die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa erreicht.

Italien verhängt landesweiten Notstand – Zahl der Migranten vervierfacht

Durch den Notstand sollen zunächst fünf Millionen Euro den betroffenen Regionen in Süditalien helfen, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag (11. April) berichtete. Zusätzlich soll die Errichtung neuer Aufnahmezentren für Flüchtlinge erleichtert werden. In Italien ist die Diskussion um die Migration in den vergangenen Wochen häufig aufgekommen. Das Innenministerium in Rom zählte in diesem Jahr bereits mehr als 31.000 Menschen, die über die gefährliche Strecke über das Mittelmeer in Italien angekommen sind. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur rund 7.900.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den landesweiten Notstand ausgerufen.

Etliche Menschen versuchen immer wieder, mit untauglichen Booten aus Tunesien und Libyen über das Mittelmeer, die italienischen Inseln Lampedusa und Sizilien sowie das italienische Festland oder Malta zu erreichen. Über das Osterwochenende registrierten Behörden mehr als 40 Anlandungen mit insgesamt rund 2.000 Menschen, wie Ansa am Dienstag berichtete. Die italienische Küstenwache führte am Montagabend nach eigenen Angaben zwei Einsätze durch.

Notstand in Italien – Erstaufnahmelager für Migranten auf Lampedusa überfüllt

Ein überfülltes Fischerboot mit rund 800 Menschen an Bord wurde von den Einsatzkräften vor der Küste Siziliens abgefangen und befand sich auf dem Weg zum Hafen von Catania. Ein weiteres überfülltes Boot mit rund 400 Menschen an Bord konnte den Angaben nach aufgespürt werden. Bei den Überfahrten während der Feiertage sei es auch zu Schiffbrüchen gekommen. Die deutsche Hilfsorganisation Resqship etwa berichtete von so einem Vorfall. Die Organisation habe bei einem Rettungseinsatz nach eigenen Angaben zwei Leichen geborgen und 22 Migranten gerettet.

Wie die Geretteten berichteten, war ihr Boot zunächst in Seenot geraten und später untergegangen. 18 Menschen würden weiter vermisst, so Ansa weiter. Das Erstaufnahmelager auf Lampedusa ist nach dem Wochenende erneut überfüllt. In dem Migranten-Camp, das eigentlich maximal knapp 400 Menschen aufnehmen kann, sind demnach nun mehr als 1800 Menschen untergebracht.

Während Italien den Notstand verkündet, erklärte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, im Zuge des Asyl-Streits, die Notwendigkeit einer Mauer. Für ihn sei sie „ein notwendiges Instrument für eine Landgrenze“, wie er in einem Interview sagte. (vk/dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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