Panzer aus Spanien

Es wurden nur drei gebaut: Ukraine setzt extrem seltenes Militärfahrzeug ein

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Die Ukraine vertraut bei der Verteidigung gegen die russische Invasion auf eine Reihe an Radpanzern. Jetzt ist ein besonders rares Exemplar aus Spanien aufgetaucht.

Kiew - Im Ukraine-Krieg setzen die Verteidiger reihenweise gepanzerte Fahrzeuge aus dem Westen ein. Ukrainische Soldaten haben den Leopard-2A6 aus Deutschland in einem Video ihres Verteidigungsministeriums jetzt überschwänglich gelobt. Damit nicht genug: Im Kampf gegen die russischen Streitkräfte in der Region Saporischschja im Süden und im Donbass im Osten greifen die Ukrainer offenbar auch auf einen extrem seltenen Radpanzer aus Spanien zurück.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee hat wohl ganz seltenen Radpanzer bekommen

Laut Berichten des ukrainischen Nachrichtenportals Defense Express handelt es sich dabei um das „Vehiculo de Rescate en Areas Catastróficas“ (VRAC). Zu Deutsch: Rettungsfahrzeug in Katastrophengebieten. Defense Express beruft sich in seinem Bericht auf den X-Account Ukraine Weapons Tracker, der Nachweise für westliche Waffenlieferungen an die ukrainische Armee dokumentiert. Der Account hat immerhin mehr als 875.000 Follower und dient unter anderem der viel zitierten US-amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) als Quellengrundlage.

Laut Ukraine Weapons Tracker wurden insgesamt nur drei Exemplare des radgetriebenen gepanzerten Truppentransporters gefertigt – der VRAC ging demnach nie in Serienproduktion. Der VRAC basiert indes auf dem spanischen Radpanzer „Pegaso BMR APC“, der seit 1979 für die spanische Armee serienmäßig gebaut wurde.

Radpanzer für die Ukraine: VRAC aus Spanien soll Verwundete transportieren

Die Panzerung besteht demnach aus einer bis zu 40 Millimeter dicken Aluminiumwanne. Vermutlich wird das gepanzerte Fahrzeug von einem 9-Liter-Turbodieselmotor „Pegaso 9157/8“ mit sechs Zylinder und 306 PS angetrieben, was sich nicht unabhängig überprüfen lässt, da es kaum verifizierbare Angaben zum VRAC gibt. Was wiederum belegt, wie selten es den Radpanzer gibt.

Unbestätigten Angaben zufolge soll das Fahrzeug bis zu 100 km/h fahren können, was vergleichsweise schnell wäre. Und: Es ist in seiner ursprünglichen Version nicht bewaffnet. Auch auf dem Foto bei Ukraine Weapons Tracker, das den VRAC in dem völkerrechtswidrig angegriffenen Land zeigen soll, ist kein Maschinengewehr zu sehen. Stattdessen soll das Fahrzeug demnach dem geschützten Transport von Verwundeten dienen. Woher der VRAC stammt, ist unklar. Die spanische Regierung aus Madrid hatte keine solche Lieferung angekündigt.

Panzer für die Ukraine: Deutschland liefert weitere Marder sowie Leopard 1A5

Möglich ist etwa, dass die Ukraine den Radpanzer von einem Händler in der freien Wirtschaft erworben hat, während sich aktuell unter anderem die Lieferung von Streumunition für HIMARS-Mehrfachraketenwerfer aus den USA andeutet. Zudem hat Kiew von Deutschland in diesen Tagen 20 weitere Marder-Schützenpanzer (insgesamt 60) erhalten, nachdem die Bundesrepublik seit Ende August ferner 20 Leopard 1A5 Kampfpanzer geliefert hatte. Das geht aus der am 13. September aktualisierten „Liste der militärischen Unterstützungsleistungen“ der Ampel-Bundesregierung hervor. (pm)

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