Ukraine-Krieg: Neue Mobilisierungswelle in Russland? Aussage von Duma-Abgeordneten lässt aufhorchen
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Sonja Thomaser
Bona Hyun
Jens Kiffmeier
Stefan Krieger
Die Ukraine rückt in Bachmut weiter vor. Abgeordnete erhöhen den Druck auf Olaf Scholz bei der Lieferung von Taurus-Raketen. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Nach Angriff: Russland zerstört ukrainische Drohnen im Grenzgebiet
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen News-Ticker verfolgen.
Update vom 14. September, 23.25 Uhr: Die ukrainische Armee hat laut eigenen Angaben zwei russische Schiffe in der Nähe der annektierten Halbinsel Krim im Schwarzmeer beschädigt. Die Angriffe auf zwei Patrouillenboote sei in der Nacht mit zwei Wasserdrohnen erfolgt, sagte die Abteilung für strategische Kommunikation der Armee am Donnerstagabend.
Laut der Abteilung „gibt es einige Schäden“, unabhängig überprüfen lassen sich die Informationen jedoch nicht. Russland räumte bislang lediglich einen Angriff auf ein Patrouillenboot ein, behauptet aber, alle fünf Drohnen der Ukraine abgewehrt zu haben. Neben den Angriffen auf russische Boote habe die Ukraine laut eigenen Angaben ebenfalls auf der Halbinsel selbst militärische Operationen durchgeführt. Dabei sei ein modernes Flugabwehrsystem vom Typ S-400 Triumf getroffen worden
Update vom 14. September, 20.22 Uhr: Kommt es zu einer neuen Mobilisierungswelle in Russland? Eine Aussage des Duma-Abgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Juri Schwytkin, lässt aufhorchen. „Im Herbst 2023 wird es in Russland definitiv keine neue Mobilisierung geben“, zitiert ihn das osteuropäische Medium Nexta. „Erinnern Sie sich, wie ähnliche Erklärungen in der Vergangenheit endeten? Ja, Putin kündigte eine ‚Teilmobilisierung‘ in Russland an“, schreibt Nexta dazu. Eine ähnliche Einschätzung soll ein Mitarbeiter einer kremlnahen Boulevardzeitung gegenüber dem Exilmedium Meduza abgegeben haben: „Und wir [in Russland] glauben - wenn die Behörden etwas leugnen, bedeutet das, dass es auf jeden Fall passieren wird.“
Update vom 14. September, 17.36 Uhr: In einem seltenen Fall von Widerspruch gegen die eigene Führung dementierte die Truppe indes Kiewer Angaben, das Dorf Andrijiwka südlich von Bachmut sei bereits erobert. Dies hatte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram geschrieben, den Eintrag aber später wieder gelöscht. „Solche Aussagen sind schädlich, gefährden das Leben der Truppe und beeinträchtigen die Durchführung von Kampfeinsätzen“, kritisierte die Militäreinheit vor Ort. „Die Aussage über die Einnahme von Andrijiwka ist falsch und verfrüht.“
Update vom 14. September, 17.12 Uhr: Wie die Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf ihrem Telegram-Kanal vermeldet, ist Andrijiwka, ein Dorf in der Nähe von Bachmut, befreit worden.
Maljar schreibt auf Telegram, man würde in Richtung Bachmut Fortschritte machen, „an der Nordflanke versucht der Feind, verlorene Stellungen zurückzuerobern.“, aber man käme „gut voran“. Die Hauptkämpfe in den Bezirken Andrijiwka, Kurdyumivka und Klishchiivka würden weiter andauern, aber „wir haben dort gute Nachrichten: Andrijiwka.“ Weiter schreibt sie, die Situation sei „sehr komplex und wechselhaft“
Ukraine-Krieg: Feuerball über der besetzten Hafenstadt Jewpatorija
Update vom 14. September, 15.05 Uhr: Fotos in den sozialen Medien zeigen einen Feuerball über der besetzten Hafenstadt Jewpatorija im Südwesten der Krim. Laut Suspilne, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Ukraine, berichten mehrere Anwohnerinnen und Anwohner von starken Explosionen am Morgen. Diese seien auch in der Nähe des Dorfes Uiutne, westlich von Jewpatorija, zu hören gewesen.
Der Krim-Telegram-Kanal ChP Sewastopol berichtet von vier starken Explosionen. Die Nachrichtenagentur Tass behauptet unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium, russische Luftabwehrsysteme hätten elf Drohnen über der Krim zerstört. Die Marineflieger der Schwarzmeerflotte hätten drei unbemannte Überwasserfahrzeuge der ukrainischen Streitkräfte zerstört.
Im Video dieses Krim-Telegram-Kanals ist eine größere Explosion zusehen, um welche genau es sich handelt, ist unklar.
Crimean Telegram channels report explosions in temporarily occupied Yevpatoria last night. Allegedly, it was a drone attack. pic.twitter.com/JizbxxPA15
Update vom 14. September, 13.14 Uhr: In der Debatte um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine erhöhen Verteidigungspolitiker aus der Ampel-Koalition den Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). In einem gemeinsamen Brief forderten Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP den Kanzler auf, die Ukraine stärker als bisher bei der laufenden Gegenoffensive zu unterstützen und seinen Widerstand gegen die Lieferung von Taurus-Raketen aufzugeben; der Brief, der zugleich an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) adressiert ist, liegt der Nachrichtenagentur AFP vor.
„Insbesondere benötigt die Ukraine das Marschflugkörpersystem Taurus, das in den Beständen der Bundeswehr vorhanden ist, um die russische Kriegslogistik gezielt zu schwächen“, schreiben die drei Abgeordneten. Sie adressieren darin auch die vom Kanzleramt geäußerte Sorge, die Ukraine könnte mit den Lenkflugkörpern russisches Staatsgebiet angreifen .„Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Regierung haben uns teilweise in persönlichen Gesprächen zugesichert, dass dieses Waffensystem ausschließlich auf dem Territorium der Ukraine eingesetzt wird“, schreiben Strack-Zimmermann, Schwarz und Hofreiter. „Wir sehen keinen Anlass, an dieser Zusage zu zweifeln.“
Der Marschflugkörper Taurus wird von Kampfflugzeugen aus gestartet und kann mit seinem Jetantrieb mehr als 500 Kilometer weit fliegen. Die Ukraine argumentiert, sie benötige dieses System, um Logistik-Infrastruktur, Munitionsdepots und Stützpunkte in den von Russland besetzten Gebieten zu zerstören.
Ukraine-Krieg: Sechsjähriger Junge durch russischen Beschuss getötet
Update vom 14. September, 10.45 Uhr: Bei einem russischen Artillerieangriff in der Südukraine ist nach Angaben der Behörden ein Kind getötet worden. Ein sechsjähriger Junge sei durch russischen Beschuss in dem Dorf Nowodmytriwka in der Region Cherson ums Leben bekommen, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Sein 13-jähriger Bruder und drei weitere Personen seien verletzt worden. Die Granaten hätten ein Privathaus und das umliegende Grundstück getroffen.
Das ukrainische Militär meldete zudem neue russische Drohnenangriffe auf mehrere Regionen im Süden und Norden des Landes. Die Luftabwehr habe in der Nacht 17 von 22 russischen Drohnen abgeschossen. Dabei habe es sich um Kamikaze-Drohnen des iranischen Typs Schahed gehandelt. In der Region Dnipropetrowsk beschädigten laut Gouverneur Serhij Lyssak drei Drohnen mehrere Gebäude. Zudem sei ein Teil der Region in der Nacht von Artilleriebeschuss und Raketen getroffen worden.
Ukraine-Krieg: Russland zerstört ukrainische Drohnen im Grenzgebiet
Update vom 14. September, 5.48 Uhr: Russische Luftabwehreinheiten haben nach Angaben der russischen Streitkräfte in den südrussischen Regionen Brjansk und Belgorod ukrainische Drohnen abgeschossen. Fünf Drohnen seien über Brjansk und eine über Belgorod abgeschossen worden, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf örtliche Beamte und das Verteidigungsministerium. Beide Gebiete grenzen an die Ukraine.
Ukraine-Krieg: Russen starten offenbar Sturmangriffe
Update vom 13. September, 21.48 Uhr: Das ukrainische Militär berichtet über verstärkte russische Angriffe an der Front im östlichen Gebiet Donezk. „Wenn wir über den Osten sprechen, dann hat sich die Situation in Marjinka und Awdijiwka verschärft“, sagt Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar im ukrainischen Staatsfernsehen. „Die Russen haben dort den Beschuss erhöht. Darüber hinaus haben sie dort Sturmangriffe gestartet.“ Zugleich betont Maljar, die russische Armee versuche bereits seit rund einem Jahr vergeblich, die beiden Orte einzunehmen
Update vom 13. September, 15.14 Uhr: Russland hebelt die Sanktionen aus: Trotz Exportbeschränkungen hat der Kreml offenbar die Produktion von Raketen wieder angekurbelt. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Geheimdienstquellen. So soll es mithilfe von Schmuggelei über Armenien und die Türkei gelungen sein, viele Bauteile wie Mikroelektronik ins Land zu schaffen. Dem Bericht nach soll die Produktion von Langstreckenraketen bereits verdoppelt worden sein. Auch die Zahl der neu gebauten Panzer schoss in den vergangenen Monaten offenbar wieder in die Höhe. Das Geld für die fehlenden Bauteile soll vorrangig aus Ölgeschäften stammen, hieß es.
Deutschland liefert Marder-Panzer an die Ukraine
Update vom 13. September, 14.50 Uhr: Deutschland stockt die Militärhilfe für die Ukraine auf: Für den Krieg gegen Russland hat Kiew jetzt weitere 20 Schützenpanzer vom Typ Marder erhalten - zusammen mit zwei Minenräumpanzer vom Typ Wisent. Das geht aus der am Mittwoch aktualisierten Liste der Bundesregierung hervor. Das Paket beinhaltet darüber hinaus auch Munition für Handfeuerwaffen, Artilleriemunition sowie 20 Drohnen. Der Marder soll direkt an der Front eingesetzt werden, wo derzeit auch der Leopard-2-Panzer mit einer besonderen Technik für Erfolge sorgt.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Update vom 13. September, 13.50 Uhr: Eurofighter aus Spanien und Italien sollen ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen haben. Das berichtet ntv unter Berufung auf das Verteidigungsbündnis Nato. Die russische Il-20 soll ohne Funksignal unterwegs gewesen sein. Die Eurofighter hätten die Maschine aufgehalten, bevor sie in den Nato-Luftraum eindrang.
Update vom 13. September, 9.40 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben der Luftwaffe am frühen Mittwochmorgen 32 von Russland abgefeuerte Drohnen abgeschossen. Insgesamt hätten die russischen Streitkräfte 44 iranische Drohnen vom Typ Shahed eingesetzt. Das Hauptziel sei der Süden der Oblast Odessa gewesen, teilt die ukrainische Luftwaffe auf Telegram mit. Insbesondere die Hafeninfrastruktur sei im Visier des russischen Militärs gewesen.
Russland schießt Drohne nördlich von Moskau ab
Update vom 13. September, 8.00 Uhr: Die russische Luftabwehr hat eine Drohne über der russischen Oblast Twer abgefangen und zerstört. Es habe keine Opfer gegeben, meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf örtliche Behörden. Twer liegt nördlich der Oblast Moskau mit der gleichnamigen Hauptstadt Moskau.
Ukraine-Krieg: Kiew greift Werft auf Krim an
Erstmeldung: Kiew/Moskau: Die Ukraine hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums die Sewastopol-Werft auf der annektierten Halbinsel Krim mit zehn Marschflugkörpern angegriffen. Auch drei Hochgeschwindigkeitsboote seien im Einsatz gewesen, teilt das Ministerium auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Sieben Marschflugkörper seien von der russischen Flugabwehr abgefangen worden. Alle Boote seien von einem russischen Patrouillenschiff zerstört worden. „Durch den Einschlag feindlicher Marschflugkörper wurden zwei in Reparatur befindliche Schiffe beschädigt“, heißt es weiter. Russland hat die ukrainischen Krim bereits 2014 annektiert, was international nicht anerkannt ist. Sewastopol auf der Krim ist seit jeher der Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte.
Ukraine-Krieg: Russischer Drohnenangriff auf Hafen von Ismail
Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Hafen von Ismail sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen verletzt worden. „Mehrere Gruppen von Drohnen wurden auf den Bezirk Ismail abgefeuert“, schreibt Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, auf Telegram. „Leider gab es Treffer: Der Hafen und andere zivile Infrastruktur wurden beschädigt.“ Das volle Ausmaß des Angriffs ist noch unklar. Von russischer Seite liegt zunächst keine Stellungnahme vor. Der Hafen ist einer der wichtigsten Getreideexporthäfen der Ukraine.
Hafenstadt Sewastopol attackiert
Die Ukraine hat nach russischen Angaben die Hafenstadt Sewastopol auf der Krim mit Raketen beschossen. Dabei sei eine Werft in Brand geraten, mindestens 24 Menschen seien verletzt, teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew über Telegram mit. In der Werft in Sewastopol werden Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte gebaut und repariert. Reuters konnte den Bericht von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Von der Regierung in Kiew war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Ukraine bekennt sich fast nie öffentlich zu Angriffen innerhalb Russlands oder auf russisch kontrollierte Gebiete in der Ukraine, hat aber in den vergangenen Monaten erklärt, dass die Zerstörung russischer militärischer Infrastruktur die Gegenoffensive Kiews unterstütze. Russland hat 2014 die Halbinsel Krim von der Ukraine annektiert. (Mit Agenturmaterial)