Wagner Anführer

Video aufgetaucht: Hier redet Prigoschin über den Tod

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Ein russischer Soldat inspiziert ein Teil eines abgestürzten Privatjets in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer. Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin ist nach Angaben seines Telegram-Kanals Grey Zone vom Mittwoch tot. Von offizieller Seite steht eine Bestätigung aus. Nach russischen Behördenangaben stand er aber auf der Passagierliste eines abgestürzten Flugzeugs.
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Nach dem Absturz von Prigoschins Privatjet ist ein Video aufgetaucht. Darin soll der Söldner-Boss mit Wagner-Mitgründer Dmitri Uktin über den Tod sprechen.

Moskau - Kurz nach dem mutmaßlichen Privatflugzeugabsturz des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin ist ein Video auf dem Telegram-Kanal „grey_zone“ aufgetaucht. Es ist ein russischsprachiger Kanal mit fast 600.000 Abonnent:innen, der Prigoschin als Propagandakanal dient. „Mercenary Community“ steht in der Kanalbeschreibung, also Söldner Gemeinschaft. Das Kanalfoto ziert das Logo der Wagner-Gruppe. Auf dem Video zu sehen ist Prigoschin. Er spricht mit jemandem, der der Wagner-Gründer und Unternehmer Dmitri Utkin sein soll. Dieser ist allerdings nicht im Bild zu sehen. Sie sprechen über den Tod.

Video aufgetaucht: Prigoschin redet mit Utkin über den Tod

Verifizieren lässt sich das Video nicht. Das Gespräch wirkt zumindest echt. „Der Tod ist nicht das Ende, er ist nur der Anfang von etwas anderem“, sagt der Mann, der Utkin sein soll. „Wir werden alle in die Hölle kommen, aber in der Hölle werden wir die Besten sein“, antwortet ihm Prigoschin. Nun sind beide wohl wirklich tot.

Dmitri Utkin: Geheimdienstler, Unternehmer, Neonazi

Dmitri Utkin ist Gründer der Wagner-Söldnergruppe. Früher Armeeangehöriger und Geheimdienstler, war er bis 2014 Kommandant der Sicherheitsfirma Moran. Die Gruppe löste sich nach hohen Verlusten in Syrien auf. Daraufhin gründete er mit Prigoschin die Wagnergruppe, dessen Führung letzterer übernahm.

Utkin war als Neonazi bekannt, hatte SS-Runen und ein Hakenkreuz mit Reichsadler tätowiert. Auf den Namen der Wagnertruppe soll er gekommen sein, weil Hitler den Komponisten Richard Wagner bewundert hatte. Deshalb soll sich Utkin auch den Spitznamen Wagner gegeben haben.

Ist der Absturz ein Racheakt Wladimir Putins?

Am Mittwochabend wurde der Absturz von Prigoschins Privatjet gemeldet. Das soll auch auf Handyvideos zu sehen sein. Inzwischen sollen die Leichen und auch mutmaßlich das Handy des Wagner-Anführers geborgen worden sein. Die Leichen sollen nun identifiziert werden. Neben Prigoschin soll auch Utkins Name auf der Passagierliste gestanden haben.

Einige Expert:innen vermuten einen Racheakt des russischen Präsdienten Wladimir Putin hinter dem Absturz. Am 23. und 24. Juni hatte Prigoschin mit seinen Wagner-Söldnern einen Aufstand unternommen, stand sogar kurz vor Moskau. Hintergrund war die Unzufriedenheit mit der russischen Militärführung. Prigoschin warf ihr vor, seine Söldner schlecht ausgestattet an die vorderste Front zu schicken.

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