Vor Trump-Xi-Gipfel: China verbreitet Bomber-Video
VonFranziska Schwarz
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Beim Treffen von US-Präsident Trump mit Chinas Staatschef könnte es auch um den Taiwan-Konflikt gehen. Xis Militär sendet jetzt ein Zeichen.
Peking/Taipeh – China hat ein Video mit Bomberübungen rund um Taiwan veröffentlicht – Taipeh wertet dies als Einschüchterungsversuch. Der Vorfall ereignet sich kurz vor dem geplanten Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Südkorea.
Chinas Militär hat ein Video veröffentlicht, das Bomber- und Kampfübungen rund um Taiwan zeigen soll. Laut staatlichen Medien trainierten Einheiten des Ostkommandos der Volksbefreiungsarmee dabei „kürzlich“ Luftblockaden und Präzisionsschläge im See- und Luftraum um die Insel.
Konflikt mit Taiwan: Video aus China zeigt H-6-K-Bomber
Mehrere strategische H-6K-Bomber seien in die Gewässer und den Luftraum um die Insel geflogen. Ein genaues Datum der Übungen wurde jedoch nicht genannt. Eine Stellungnahme der Verteidigungsministerien Chinas lag laut Reuters zunächst nicht vor.
Taiwans Verteidigungsministerium wies die Darstellung als „psychologische Einschüchterung und Propaganda“ zurück. In dessen jüngsten Tagesberichten über chinesische Flugbewegungen wurden keine ungewöhnlichen Aktivitäten erwähnt.
Treffen von Donald Trump und Xi Jinping in Südkorea steht bevor
Nach US-Angaben wollen sich Trump und Xi am Donnerstag in Südkorea treffen. Auf der Agenda steht vor allem der Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften. Jedoch dürfte es auch um Sicherheitsfragen gehen – darunter die angespannte Lage um Taiwan. Beobachter sehen in der Veröffentlichung des chinesischen Militärvideos daher ein mögliches Signal Pekings vor dem Gipfel.
„Separatist“: Peking will keine Gespräche mit Taiwans Präsident
Die Regierung in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als abtrünnige Provinz und droht mit einer Eroberung. Zuletzt hatte ein hoher chinesischer Beamter eine „friedliche Wiedervereinigung“ gefordert. Der taiwanische Präsident Lai Ching-te betonte hingegen in einem Interview, Frieden müsse auf Stärke beruhen. „Wir können uns nicht der Illusion hingeben, dass eine Vereinbarung auf einem Stück Papier Frieden schaffen kann“, sagte er. China lehnt Gespräche mit Lai ab und bezeichnet ihn als „Separatisten“. (Quellen: dpa, Reuters) (frs)