Transatlantische Partnerschaft ist „elementar“

Wadephul reist für Antrittsbesuch nach Washington – Treffen mit Rubio

  • schließen

Der neue Außenminister will im Weißen Haus mit seinem Amtskollegen Rubio über den Ukraine-Krieg reden. Auch Merz könnte bald nach Washington reisen.

Berlin/Washington D.C. – Der neue Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist diese Woche zu seinem Antrittsbesuch in die USA. Er werde am Mittwoch (28. Mai) Gespräche in Washington führen, sagte Wadephul am Montag in Madrid. Laut einer Sprecherin trifft er dort seinen US-Kollegen Marco Rubio. Wadephul betonte, eine gute und funktionierende transatlantische Partnerschaft sei „elementar“.

Wadephul bereitet US-Antrittsbesuch vor: Gespräche über Ukraine-Krieg und Nahost starten am Mittwoch

Der Außenamtssprecherin zufolge wird Wadephul am Dienstagabend (27. Mai) aufbrechen. Der Besuch erfolge auf Einladung Rubios. Zentrale Themen der Gespräche seien die bilateralen Beziehungen, die weitere Unterstützung Kiews im Ukraine-Krieg sowie die transatlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Auf der Tagesordnung stünden zudem Beratungen zur Nahost-Politik und zu den Handelsbeziehungen zwischen der EU und USA.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Die Gespräche von deutscher und europäischer Seite mit der US-Regierung zeigten, dass die Vereinigten Staaten und Europa „weiter eng verbunden“ seien, sagte Wadephul in Madrid. „Wir wissen auf beiden Seiten des Atlantiks: Die großen Herausforderungen können wir nur gemeinsam miteinander lösen.“

Wen Wadephul neben Rubio noch in Washington treffen wird, konnte seine Sprecherin nicht sagen. Sie schloss aber nicht aus, dass es bei den Gesprächen zwischen Wadephul und Rubio auch um den Streit um das Aufnahme-Verbot für deutsche und andere ausländische Studierende an der US-Eliteuniversität Harvard gehen wird.

Keine Tipps für Merz vor dessen Antrittsbesuch bei Trump: Meloni lässt Bundeskanzler in Rom abblitzen

Mit seinem Antrittsbesuch kommt Wadephul dem neuen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuvor. Merz betonte zuletzt, er wolle „demnächst“ auch nach Washington fliegen. Der genaue Termin ist bislang aber noch nicht bekannt. Anscheinend hat Merz aber Respekt vor US-Präsident Donald Trump. Denn bei einem Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom letzte Woche wollte sich der Bundeskanzler für dessen ersten Besuch im Weißen Haus einige Ratschläge holen.

Ich fühle mich nicht unbedingt in der Lage, die Psychologin der internationalen Führer zu geben.

Giorgia Meloni – Italiens Ministerpräsidentin 

Meloni erteilte Merz aber eine Abfuhr. Auf eine Frage, was sie Merz bei seinem bevorstehenden Treffen mit Trump empfehle, antwortete die rechte Regierungschefin lachend: „Ich fühle mich nicht unbedingt in der Lage, die Psychologin der internationalen Führer zu geben.“ Außerdem sei der Kanzler selbst „ein Politiker mit großer Erfahrung“.

Nächste Chance nordischer Gipfel: Erhält Merz Tipps zum Umgang mit Trump von Finnlands Präsidenten?

Tipps für den Umgang mit Trump könnte Merz aber diese Woche auf dem nordischen Gipfel erhalten. Dort wird Merz bilaterale Gespräche mit dem finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo und Präsident Alexander Stubb führen. Das Treffen mit dem Staatsoberhaupt, in dessen Sommerresidenz könnte besonders interessant für den Kanzler werden.

Außenminister Johann Wadephul (r.), hier mit seinem US-Kollegen Marco Rubio.

Denn Stubb zählt zu den wenigen europäischen Staats- und Regierungschefs, die sich richtig gut mit Trump verstehen. Er hat den US-Präsidenten sogar schon zu einer Runde Golf auf dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida besucht und könnte Merz Tipps für seinen bevorstehenden Besuch bei Trump im Weißen Haus geben. Neben dem Umgang mit Trump soll es vor allem um die Verteidigung des Nato-Bündnisgebiets angesichts der wachsenden Bedrohung aus Russland und die wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen. 

Nach erstem Kontakt zwischen Merz und Trump: US-Präsident fährt Zickzackkurs bei US-Ukraine-Politik

Der erste Kontakt zwischen Trump und Merz fand Anfang Mai statt. Bereits zwei Tage nach seiner Amtsübernahme führte der CDUler ein Telefonat mit dem US-Präsidenten. Wie Regierungssprecher Stefan Kornelius damals bekannt gab, bestand zwischen beiden Staatsmännern Einigkeit darüber, „die Handelsstreitigkeiten rasch beilegen zu wollen“. Darüber hinaus vereinbarten sie „eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel einer Beendigung des Krieges in der Ukraine“.

Trump soll damals laut deutschen Regierungsangaben gesagt haben, er werde die deutschen Bemühungen gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, Polen sowie anderen europäischen Partnern „um einen dauerhaften Frieden nachdrücklich unterstützen“. Seitdem fuhr Trump aber einen wahren Zickzackkurs in der US-Ukraine-Politik. Mal stellt er sich hinter die Ukraine, dann unterstützt er wieder den Kreml-Chef Wladimir Putin.

Hinzukommen mehrere Eklats im Weißen Haus zwischen Trump und anderen Staatschefs. Im Februar schmiss er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus dem Weißen Haus und vor wenigen Tagen griff er Südafrikas Präsident Ramaphosa an. Kein Wunder, dass Merz sich auf den US-Besuch vorbereiten will. Das Treffen zwischen Wadephul und Rubio könnte ein erster Vorgeschmack sein, wie sich die Beziehung zwischen Berlin und Washington künftig entwickelt (bg/dpa).

Rubriklistenbild: © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Kommentare