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Ende des Ukraine-Kriegs? USA, Ukraine und Europa beraten in Genf – „letzte Details klären“

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News im Ticker: Der Ukraine-Krieg soll mithilfe des US-Friedensplans schnell beendet werden. Am Sonntag steht jetzt ein wichtiges Treffen in der Schweiz an.

Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 8.48 Uhr: Die Ukraine hat nach russischen Angaben mit Drohnen das Heizkraftwerk Schatura in der Region Moskau angegriffen. Regionalgouverneur Andrej Worobjow teilte mit, dass durch den Angriff ein Feuer ausgebrochen sei und die Notversorgung aktiviert werden musste.

Das etwa 120 Kilometer östlich von Moskau gelegene Kraftwerk wurde von mehreren ukrainischen Drohnen getroffen, obwohl einige von der russischen Luftabwehr abgefangen wurden, wie Reuters berichtet. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten deutlich intensiviert.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 23. November, 8.03 Uhr: Spitzenvertreter der USA, der Ukraine und europäischer Verbündeter beraten ab heute in Genf über den US-Friedensplan für die Ukraine. An den Gesprächen nehmen Delegationen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien teil.

„Wir hoffen, die letzten Details zu klären, um eine Einigung zu erzielen, die im Interesse der Ukraine ist“, sagte ein US-Regierungsvertreter laut Reuters. Eine finale Einigung werde jedoch erst bei einem direkten Treffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj möglich sein, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg aktuell: Rubio beharrt – Friedensplan keine „Wunschliste“ aus Russland

Update, 23. November, 6.50 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass es sich bei dem US-Vorschlag zur Beendigung des Ukraine-Krieges um eine „Wunschliste“ des Kremls handelt. Der Friedensvorschlag „wurde von den USA verfasst“, erklärte Rubio in der Nacht zu heute im Onlinedienst X.

Der 28-Punkte-Plan werde „als starker Rahmen für die laufenden Verhandlungen angeboten“ und basiere neben Beiträgen der russischen Seite „auch auf früheren und laufenden Beiträgen der Ukraine.“ Rubio reagierte damit auf Aussagen einer Gruppe von US-Senatoren.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Trumps Friedensplan für die Ukraine: Macron bemängelt konkrete Punkte

Update, 22:00 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte, dass mehrere Aspekte des US-Plans zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ohne die Zustimmung der europäischen Partner nicht realisierbar seien. Am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg führte Macron als Beispiele Punkte an, die die NATO, die G8, das Verhältnis zwischen der Ukraine und der EU sowie die Verwendung der in der EU eingefrorenen Gelder der russischen Zentralbank betreffen.

„Die eingefrorenen Vermögenswerte werden von den Europäern gehalten. Die europäische Integration der Ukraine liegt in der Hand der Europäer. Was die NATO tut, liegt in der Hand der NATO-Mitgliedstaaten“, erklärte er. Es sei daher notwendig, viele dieser Punkte in einem breiteren Rahmen abzustimmen. Man strebe Frieden an, jedoch müsse dieser die Sicherheitsinteressen sowohl der Ukrainer als auch der anderen Europäer berücksichtigen.

Update, 21:00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine umfassende Untersuchung der staatlichen Rüstungsunternehmen veranlasst. Die Kyiv Post berichtet darüber. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf einen Korruptionsskandal im Energiesektor der Ukraine, der sich auf 100 Millionen Dollar beläuft. Zwei Hauptverdächtige, Timur Mindytsch und Oleksandr Tsukerman, sind zur Fahndung ausgeschrieben und befinden sich auf der Flucht. Mindytsch ist Mitinhaber der von Selenskyj gegründeten Medienproduktionsfirma Kvartal 95. Selenskyj betonte: „Alle Erkenntnisse über aufgedeckte Verstöße werden an Strafverfolgungs- und Anti-Korruptionsbehörden weitergeleitet.“

Update, 20:22 Uhr: Der Friedensplan von Donald Trump stieß auf heftige Kritik durch den republikanischen Senator Mitch McConnell. Die Regierung unter Trump versuche, mit ihrem 28-Punkte-Plan dem Kreml entgegenzukommen. McConnell erklärte laut CNN: „Putin hat das ganze Jahr damit verbracht, Präsident Trump zum Narren zu halten. Wenn Regierungsbeamte mehr daran interessiert sind, Putin zu beschwichtigen, als echten Frieden zu sichern, dann sollte der Präsident sich neue Berater suchen.“

Update, 18:53 Uhr: US-Präsident Donald Trump zufolge ist der amerikanische Friedensplan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs möglicherweise nicht das endgültige Angebot. Eine Journalistin stellte in Washington eine entsprechende Frage, die der Republikaner verneinte. „Nein. Überhaupt nicht.“ Er fügte hinzu: „Wir versuchen, die Sache auf die eine oder andere Weise zu beenden.“ Noch am Freitag hatte Trump den Druck auf die Ukraine verstärkt. Er forderte das Land auf, dem Plan im Wesentlichen bis zum kommenden Donnerstag zuzustimmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj steht unter enormen Druck. US-Präsident Donald Trump hat Selenskyj eine Deadline bis Donnerstag gesetzt.

Update, 18:23 Uhr: In der Ukraine hat das Innenministerium die Fahndung nach einem ehemaligen Geschäftspartner von Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie einem weiteren Verdächtigen eingeleitet. Der Fall betrifft einen Korruptionsskandal im Energie- und Rüstungsbereich. Auf der Fahndungsseite werden Tymur Minditsch, ein langjähriger Vertrauter Selenskyjs, und der Finanzier Olexander Zukerman gesucht. Demnach sollen sich beide der Strafverfolgung entzogen haben und ins Ausland geflohen sein. Zukerman hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gegenüber Journalisten bestritten.

US-Vertreter in Genf um über Friedensplan zu verhandeln – Rubio reist am Sonntag an

Update, 17:44 Uhr: Heute Morgen soll US-Armeeminister Dan Driscoll in Genf angekommen sein, um dort mit hochrangigen Vertretern der Ukraine Gespräche zu führen. Ein US-Beamter teilte CNN mit, dass Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff morgen zu den Verhandlungen hinzustoßen werden.

Ziel der Gespräche sei es, die Formulierungen im Friedensplan für ein geplantes Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump abzustimmen. Zudem sei ein Treffen zwischen einer russischen Delegation und den USA vorgesehen, um den Friedensplan zu erörtern. Dieses Treffen werde „schnell stattfinden“, jedoch nicht in Genf.

Update, 17:20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich kritisch gegenüber einer möglichen Straffreiheit Russlands im Rahmen der bevorstehenden Verhandlungen über den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. In einer Videobotschaft betonte er: „Es muss dafür gesorgt werden, dass nirgendwo in Europa und weltweit das Prinzip vorherrscht, dass Verbrechen gegen Menschen und Menschlichkeit, gegen Staaten und Völker irgendwie belohnt und vergeben werden können.“

Selenskyj hob hervor, dass es für die Ukraine um mehr gehe als nur um einzelne Punkte eines Dokuments. Trumps 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges enthält einen Vorschlag, der eine Amnestie für alle Kriegsbeteiligten vorsieht. Er unterstrich: „Echter Frieden basiert immer auf garantierter Sicherheit und Gerechtigkeit.“

Update, 16:38 Uhr: Eine Einigung zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist nach Ansicht von Bundeskanzler Merz noch nicht in Sicht. Am Samstag äußerte Merz am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg, Südafrika, dass es „im Augenblick eine Chance“ gebe, den Krieg zu beenden. Dennoch betonte er: „Aber wir sind von einem gemeinsamen guten Ergebnis noch ziemlich weit entfernt.“

Merz sieht Ende des Ukraine-Kriegs nur mit Zustimmung der Ukraine für möglich

Update, 15:52 Uhr: Beim G20-Gipfel hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hervorgehoben, dass ein Kriegsende ohne die uneingeschränkte Zustimmung der Ukraine nicht möglich sei. „Eine Beendigung des Krieges kann es natürlich nur dann geben, wenn es eine uneingeschränkte Zustimmung der Ukraine gibt.“ In seiner Reaktion auf den neuen Friedensplan der USA betonte er: „Kriege können nicht beendet werden durch Großmächte über die Köpfe der beteiligten Länder hinweg.“

Update, 15.12 Uhr: Vertreter führender europäischer Staaten wollen am Sonntag mit den USA und der Ukraine über den US-Friedensplan sprechen. Das Treffen werde in Genf stattfinden, wurde der Deutschen Presse-Agentur aus deutschen Regierungskreisen bestätigt.

Ukraine-Verbündete pochen auf neue Version von Trumps „Friedensplan“ für die Ukraine

Update, 15.07 Uhr: An dem US-Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist nach Ansicht von westlichen Verbündeten Kiews „zusätzliche Arbeit“ nötig. Es gelte das „Prinzip, dass Grenzen nicht gewaltsam verändert werden dürfen“, erklärten mehrere europäische Staaten sowie Kanada und Japan am Samstag am Rande des Gipfels der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Johannesburg. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte Moskau auf, seinen Angriffskrieg zu beenden.

„Wir sind auch besorgt über die vorgeschlagenen Einschränkungen für die ukrainischen Streitkräfte, welche die Ukraine für zukünftige Angriffe verwundbar machen würden“, heißt es mit Blick auf den US-Plan in der gemeinsamen Erklärung der westlichen Staaten weiter. Grundsätzlich dankten die Unterzeichner den USA für ihre „Bemühungen, der Ukraine Frieden zu bringen“. Es sei aber so, „dass die Umsetzung von Elementen, die die Europäische Union betreffen, sowie die Umsetzung von Elementen, die die Nato betreffen, die Zustimmung der jeweiligen Mitglieder der EU und der Nato erfordern“.

Treffen in Genf: Ukraine-Verbündete beraten über Friedensplan

Update, 13.13 Uhr: Die USA und die Ukraine beraten in der Schweiz über den US-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Hochrangige Vertreter beider Staaten werden „in den kommenden Tagen“ über „mögliche Punkte eines künftigen Friedensabkommens“ sprechen, teilte der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, am Samstag auf Facebook mit.

Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete zuvor ein Dekret zur Bildung einer ukrainischen Verhandlungsdelegation. Diese wird von seinem Vertrauten Andrij Jermak geleitet.

Update, 12.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plant bis Donnerstag eine Überarbeitung des Trump-Putin-„Friedensplans“ für die Ukraine zusammen mit europäischen Staatschefs. Bloomberg berichtet, dass „große Teile des Dokuments umgeschrieben“ werden sollen. Die Änderungen sollen als konstruktive „Updates“ dargestellt werden.

Trump hatte Selenskyj eine Frist bis zum 27. November für die Annahme des Plans gesetzt und damit massiven Druck ausgeübt. Der Inhalt der geplanten „Updates“ bleibt unbekannt.

Ende des Ukraine-Kriegs? Harsche Kritik am Friedensplan

Update, 10:56 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat den US-Plan für eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine scharf kritisiert. „Der sogenannte ‚Friedensplan‘ der USA wäre ein irrer Diktatfrieden, der die NATO zerstören würde, ihr vorschreiben will, wer Mitglied zu sein hat und wer nicht, und der einzig und allein den Kriegsverbrecher Russland belohnen würde“, erklärte die FDP-Politikerin.

Der Plan sei „völlig inakzeptabel und gefährdet die Sicherheit weiterer Länder in Europa“, warnte sie – und forderte, es sei nun an der Bundesregierung, „endlich Haltung zu zeigen“. Sie forderte, der Ukraine endlich alle Unterstützung zu liefern, die das Land zur Abwehr der russischen Angriffe benötigt. Das habe Olaf Scholz als Kanzler nicht geschafft. „Taurus liefern würde die Unterstützung bieten, die die Ukraine braucht, auch wenn die USA unter ihrem unberechenbaren Präsidenten ausfallen“, sagte sie an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gerichtet. „Es geht um die Sicherheit Europas. Dafür muss Europa einstehen, dafür muss Europa einspringen, wenn andere Partner ausfallen.“

Diskussionen um US-Friedensplan für ein Ende des Ukraine-Kriegs

Erstmeldung vom 22. November: Kiew/Moskau – Die ukrainische Staatsführung will den US-Friedensplan für ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht einfach hinnehmen und nun selbst Vorschläge für eine Lösung des Konflikts einbringen. Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte zwar die Initiative, den Ukraine-Krieg beenden zu wollen. Angesichts des 28-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump, der der Ukraine große und Russland vergleichsweise geringe Zugeständnisse abverlangt, sieht er sein Land aber unter erheblichem Druck und vor einer „sehr schweren Wahl“.

Selenskyj stimmte sich mit der EU-Führung ab, die am Rande des G20-Gipfels der führenden Industrienationen und Schwellenländer über Trumps Plan und mögliche Gegenvorschläge beraten will. Der US-Präsident hat den Ukrainern bis Donnerstag Zeit gegeben, sich im Grundsatz für seinen Plan zu entscheiden. Kritiker stufen den Trump-Entwurf wegen der harten Bedingungen für die Ukraine – kein NATO-Beitritt, dauerhafte Abtretung von Gebieten an Russland, Verkleinerung des Heers sowie andere Maximalforderungen Putins – als faktische Kapitulationserklärung ein.

Rubriklistenbild: © Leon Neal/dpa; Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

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