„Dass deutsche Städte auch so aussehen werden“

Wegen Nato-Beschluss zu Waffen: Putin-Scherge droht deutschen Städten mit Angriff – „werden alles niederreißen“

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Kreml-Propagandist Solowjow zeigt Bilder aus dem Ukraine-Krieg und droht Deutschland mit dem Einmarsch russischer Soldaten.

Moskau – Wladimir Solowjow ist spätestens mit Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine auch in Deutschland kein Unbekannter mehr: Der Publizist moderiert eine große Sonntags-TV-Sendung im russischen Staatsfernsehen und fällt dabei immer wieder als Sprachrohr des Kremls, Sprachrohr von Wladimir Putin auf. Seine neueste Drohung zeigt der Youtube-Kanal Russia Media Monitor.

„Verstehen Sie, dass deutsche Städte so aussehen werden?“, fragt Slowojow, während der Sender Bilder aus einer zerstörten ukrainischen Stadt einblendet, mit dramatischer Musik unterlegt.

Nach Nato-Beschluss zu Waffeneinsatz der Ukraine

In der vergangenen Woche hatte Deutschland der Ukraine zugestanden, sich gegen russische Angriffe auf die Stadt Charkiw so zur Wehr zu setzen, dass auch mit deutschen Waffen Angriffe auf militärische Ziele auf russischem Boden ausgeführt werden können. Dies war offenbar der Anlass für das Gesprächsthema im russischen Sonntagabend-TV-Talk.

„Die deutsche Welle zeigt das brennende Woltschansk in der Region Charkiw“, sagt Solowjow. „Der nördliche Stadtteil ist praktisch zerstört. Und sie sind entsetzt.“ Und dann setzt bedrohliche Musik ein. „Ist Ihnen klar, dass deutsche Städte auch so aussehen werden? Nur, dass wir sie noch viel brutaler behandeln werden?“

Russlands TV-Moderator Solowjow: „Wir werden einfach alles niederreißen“

„Wir werden einfach alles niederreißen“, fährt Solowjow fort. „Verstehen Sie das, oder muss erst ein russischer Soldat wieder deutschen Boden betreten? Mit dem Unterschied, dass wir dieses Mal nicht mehr weggehen werden. Sodass Deutschland nicht mehr die Möglichkeit hat, Russland von deutschem Boden aus zu bedrohen.“ Und sein letzter Satz dazu ist nicht mehr gesprochen, sondern geschrien: „Deutsche, versteht ihr das, oder nicht?“

„Verstehen Sie, dass deutsche Städte so aussehen werden?“ - Fernseheinblendung im russischen Staats-TV

Gedroht hatte auch schon der stellvertretende Vorsitzende des russischen Verteidigungsrates, Dimitri Medwedew: Er sprach von der Gefahr eines russischen Atomangriffs auf den Westen. Es herrsche bereits jetzt Krieg. Und der Westen könne sich auch darin verschätzen, dass Russland keine taktischen Nuklearwaffen einsetzen würde.

Russlands Angriff auf einen Nato-Staat als reale Gefahr?

Dazu, wie real die Gefahr eines Angriffs von Russland auf einen Nato-Staat, und auch Deutschland ist, gibt es unterschiedliche Einschätzungen. In der vergangenen Woche hatte sich die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit dem Satz „Russlands Angriff auf uns hat bereits begonnen“, zitieren lassen. Sie forderte im Zuge dessen, 900.000 Reservisten der deutschen Bundeswehr zu registrieren, um im konkreten Fall verteidigungsfähig zu sein.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte bei der Bekanntgabe der Ausweitung des Einsatzes deutscher Waffen im Ukraine-Krieg betont, die Maßnahme stünde im Einklang mit dem Völkerrecht und bedeute nicht, dass Deutschland damit zur Kriegspartei werde - womit wiederum das Zögern von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lange begründet worden war. Der Umgang mit dem russischen Angriff bleibt ein Dilemma für die deutsche Politik, mit dem russische Kreml-Propagandisten nur zu gerne zu spielen scheinen. (kat)

Rubriklistenbild: © IMAGO/ITAR-TASS

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