Schlechte Ergebnisse

Spekulationen um Wagenknecht-Rückzug: BSW-Chefin nach Bundestagswahl abgetaucht

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Wo ist Sahra Wagenknecht? Nach der Pleite bei der Bundestagswahl zeigt sich die BSW-Chefin wortkarg. Plant sie ihren Rückzug? Ein eindeutiges Dementi scheut sie.

Update vom 24. Februar, 13.01 Uhr: Die Gerüchte um einen Rückzug brodeln weiter: Nach ihrem Scheitern bei der Bundestagswahl zeigt sich Sahra Wagenknecht weiterhin zurückhaltend über Fragen nach ihrer politischen Zukunft. Zwar kündigte das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine rechtliche Überprüfung des Ergebnisses an. Doch Wagenknecht selber legt sich vorerst weiterhin nicht fest, ob sie an der Spitze der 2024 gegründeten Partei bleiben will. Das Projekt BSW werde aber Bestand haben, versicherte die 55-Jährige am Montag bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit ihrer Co-Chefin Amira Mohamed Ali in Berlin.

Das BSW war bei der Bundestagswahl am Sonntag mit 4,97 Prozent der Stimmen denkbar knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Eine mögliche rechtliche Handhabe sieht die Parteispitze, weil von den 230.000 registrierten Wahlberechtigten im Ausland wegen kurzer Fristen viele ihre Stimme nicht hätten abgeben können. Nach der Verkündung der Wahlergebnisse war Wagenknecht selber am Wahlabend weitgehend abgetaucht. Das hatte die Spekulation um einen möglichen Rückzug angeheizt.

Ergebnis zur Bundestagswahl: BSW verpasst Einzug – Gerüchte um Wagenknecht-Rückzug

Update vom 24. Februar, 5.45 Uhr: Sahra Wagenknecht ist gescheitert – und zwar hauchdünn: Laut Bundeswahlleitung kommt das BSW bei der Bundestagswahl auf 4,972 Prozent. Dem Sprecher der Bundeswahlleiterin zufolge fehlten dem Bündnis damit nur rund 14.000 Stimmen zum Erreichen der Fünf-Prozent-Hürde.

Von Sahra Wagenknecht war in der Wahlnacht dazu nichts zu hören. Dafür äußerte sich Fabio De Masi. Der Europa-Abgeordnete warf auf X die Frage in den Raum, ob das Ergebnis überhaupt rechtmäßig sei: „Ich fürchte diese Wahl wird noch Karlsruhe beschäftigen“ (sic). Er bezog sich dabei auf die Auslandsdeutschen, die in großer Zahl nicht hatten abstimmen können. Ob das BSW selbst den Gang zum Bundesverfassungsgericht anstrebt, ließ De Masi offen.

Spekulationen um Wagenknecht-Rückzug: BSW-Chefin nach Bundestagswahl abgetaucht

Erstmeldung: Berlin – Stimmungsdämpfer für das BSW: Bei der Bundestagswahl 2025 ist das Bündnis für Sahra Wagenknecht unter den eigenen Erwartungen geblieben. Laut den ersten Ergebnissen und Hochrechnungen muss die neue Partei um den Einzug in den Bundestag zittern.

Bei der Parteigründerin und Namensgeberin gab der Abend bislang keinen Grund zum Jubeln. Sitzt bei Wagenknecht die Enttäuschung über das schlechte Abschneiden tief? Das fragten sich viele Beobachter. Denn Wagenknecht ist erst einmal abgetaucht.

Gerüchte um Rückzug: Sahra Wagenknecht schwänzt Berliner Runde zur Bundestagswahl – warum?

So sorgte eine Absage im TV für große Verwunderung im politischen Berlin. Pünktlich wie immer erschienen kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen die Spitzenvertreter aller Parteien in der Berliner Runde der ARD. Mit dabei: Kanzler Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU), Markus Söder (CSU), Alice Weidel (AfD), Christian Lindner (FDP) und Jan van Aken (Linke). Doch eine fehlte: Sahra Wagenknecht. Stattdessen vertrat Amira Mohamed Ali das BSW. Das nährte die Spekulationen um einen Rückzug von Wagenknecht.

Sagte ihre Teilnahme an der Berliner Runde ab: Sahra Wagenknecht (BSW).

Gründe für die Absage von Wagenknecht wurden nicht genannt. „Natürlich bedauern wir, dass Frau Wagenknecht unserer Einladung nicht gefolgt ist“, ließ Moderatorin Bettina Schausten wissen. Wenig später fasste Co-Moderator Oliver Köhr noch einmal indirekt nach. „Ist ihr Nichterscheinen schon ein Zeichen, dass sie sich zurückziehen wird, wenn das mit den fünf Prozent nichts wird?“

Doch Mohammed Ali verneinte die Frage. „Selbst wenn es knapp nicht reichen sollte, haben wir in dem Jahr, in dem es uns gibt, etwas geschafft, was es so noch nicht gegeben hat in der Bundesrepublik Deutschland“, sagte sie und zählte die Wahlerfolge bei der Europa- und drei Landtagswahlen in Ostdeutschland auf, in deren Anschluss das BSW sogar teilweise eine Regierungsbeteiligung sichern konnte.

Bereits vor Bundestagswahl 2025: Wagenknecht hatte mit Rückzug kokettiert

Dennoch kommen die Spekulationen nicht von ungefähr. Schließlich wird der Ausgang der Bundestagswahl 2025 wohl über ihre politische Zukunft und auch die des BSW in seiner jetzigen Form entscheiden. Denn in Interviews hatte Wagenknecht bereits selber durchblicken lassen, dass sie sich ohne ein Abgeordnetenmandat wohl zurückziehen werde. Ob sie es aber wirklich durchzieht, bleibt abzuwarten. Ihre Anhänger hoffen jedenfalls, dass die Spitzenfrau an Bord bleibt.

Nur kurz nach der Veröffentlichung der ersten Zahlen war Wagenknecht kurz vor den eigenen Anhängern aufgetreten. „Wir werden noch zittern müssen“, sagte sie am Sonntagabend. Es könne in den nächsten Stunden noch hoch- und heruntergehen. BSW-Co-Chefin Amira Mohamed Ali kündigte an, dass ihre Partei in jedem Fall weitermachen wolle.

Ergebnisse der Bundestagswahl: BSW muss um Einzug ins Parlament zittern

Nach den unterschiedlichen Hochrechnungen von ARD und ZDF lag das BSW bei 4,8 Prozent oder fünf Prozent. Auf die Frage, ob Wagenknecht bei einem Einzug in den Bundestag weitermache, antwortete Mohamed Ali im ZDF: „Ich beantworte nie Fragen, die an andere Personen gestellt werden, aber ich gehe stark davon aus.“

Auch wenn der Einzug in den Bundestag nicht klappen sollte, gehe sie stark davon aus, „dass Sahra uns natürlich nicht einfach von der Fahne geht“. Das BSW werde gebraucht, „und wir wollen weiterhin wirken“. Das BSW sei eine wichtige politische Kraft für Frieden und soziale Gerechtigkeit, „und wir machen in jedem Fall weiter“, sagte Mohamed Ali. (jek)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/Stefanie Loos/dpa/Montage

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