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BSW-Politiker Fabio De Masi hat die Linkspartei angegriffen. Ein künftiger Bundestagsabgeordneter wehrt sich entschlossen.
Stuttgart - „Die Linke boomt“, hat unsere Redaktion zuletzt getitelt. Denn die Linkspartei knackte einen persönlichen Rekord und hatte plötzlich mehr als doppelt so viele Mitglieder als die AfD. 102.412 waren es am Dienstag (25. Februar). Seit Jahresbeginn sollen 43.250 Menschen der Partei beigetreten sein, wie es heißt.
BSW-Politiker De Masi: „Bald schon wird das ‚teile und herrsche‘ losgehen“
Eine Entwicklung, die das Satiremagazin Titanic mit einer gehörigen Portion Sarkasmus quittierte: „Haben bald wieder genug Leute für eine Spaltung.“ Bierernst kommentierte den jüngsten Erfolg der Konkurrenz derweil BSW-Politiker Fabio De Masi, der Mitglied des EU-Parlaments ist. Bei X prophezeit er: „Bald schon wird das ‚teile und herrsche‘ losgehen. Vernünftige Linke (pro Sondervermögen Rüstung) gegen Fundamentalisten! Kann man die Uhr danach stellen!“
Linken-Politiker Luigi Pantisano: „Hast Du im Europaparlament eigentlich nix zu tun?“
De Masi, der ein enger Vertrauter von Sahra Wagenknecht ist, behauptet außerdem, dass die Linke vor den Wahlen von „Teilen des Medienbetriebs“ gestärkt worden sei, auch, um „BSW zu schwächen“. Eine Theorie, die der Stuttgarter Luigi Pantisano (Linke) nicht folgen kann. Der Stadtrat, der jetzt in den Bundestag einzieht, wehrt sich bei X: „Hast Du im Europaparlament eigentlich nix zu tun? Frage nur so, weil Du außer der Linken kein anderes Thema zu haben scheinst. Mach Dir doch mal paar Gedanken über Deinen eigenen Laden.“
Hast Du im Europaparlament eigentlich nix zu tun? Frage nur so, weil Du außer der Linken kein anderes Thema zu haben scheinst. Mach Dir doch mal paar Gedanken über Deinen eigenen Laden.
— Luigi Pantisano (@LuigiPantisano) February 26, 2025
Mit einem überraschend starken Ergebnis von 8,8 Prozent zog die Linkspartei in den Bundestag ein. Das BSW scheiterte dagegen knapp mit 4,97 Prozent an der Fünfprozenthürde. Ein Ergebnis, das weder Wagenknecht noch De Masi hinnehmen wollen. Letzterer vermutete, dass das BSW möglicherweise aus einem bestimmten Grund gescheitert sei: „13.000 Stimmen sind etwa 6 Prozent der in das Wahlverzeichnis eingetragenen Auslandsdeutschen, die in erheblichem Maße an der Wahl gehindert wurden.“ De Masi glaubt deshalb daran, dass die Wahlergebnisse vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe landen werden.
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