Valery Bogdanov, ein ehemaliger Häftling, der von der Wagner-Gruppe für den Ukraine-Krieg rekrutiert wurde, habe sogar mittlerweile ein eigenes Taxiunternehmen in der Region Nowosibirsk gegründet, heißt es in dem Bericht. Gegenüber der lokalen Nachrichtenseite VN.ru begründete Bogdanov seinen Schritt mit den Worten: „Ich habe im Internet gesehen, dass sich die Menschen in der Stadt über die Taxis beschweren. Entweder gibt es nicht genug Autos, oder man bestellt und dann kommt niemand, oder sie weigern sich, einen weit zu fahren.“ Er wolle „expandieren“, kündigte Bogdanov an.
Nach Prigoschins Tod: Wagner-Söldner fahren jetzt Taxi
Auf der Visitenkarte für „Wagner Taxi“ sei das Totenkopfabzeichen der Gruppe zu sehen, heißt es in dem Bericht. Die komplette Taxiflotte werde mit dem Branding der Wagner-Söldner ausgestattet sein. Laut dem Telegram-Kanal von Mozhem Obyasnit (übersetzt in etwa: „Wir können das erklären“) ist Bogdanov kein Einzelfall. Mehrere ehemalige Wagner-Söldner hätten sich genötigt gesehen, einen neuen Karriereweg einzuschlagen.
Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland
Über Telegram habe ein Vertreter von Wagner nach dem Tod Prigoschins per Audinachricht die Söldner aufgefordert, sich neue Arbeit zu suchen. Am Krieg in der Ukraine würden sie nämlich „aus bekannten Umständen“ nicht mehr teilnehmen, zitiert der Bericht aus der Nachricht. Russischen Medienberichten zufolge beklagen sich die Familien ehemaliger Wagner-Kämpfer in privaten Chatgruppen darüber, dass sie in ihren angestammten Stellen bei Rüstungsunternehmen oder Fabriken abgewiesen würden und stattdessen dazu gedrängt, als Taxifahrer oder Kurier für Fastfood-Ketten zu arbeiten.
Video: Selenskyj sagt – „Putin hat Prigoschin getötet“
Es gibt auch Berichte darüber, dass die von Wagner versprochene Begnadigung nach Beendigung des Dienstes in der Ukraine kaum Nutzen bringt. In ihren Akten stünden noch immer begangene Verbrechen, potenzielle Arbeitgeber würden sie deshalb ablehnen.
Tatjana, die Frau eines ehemaligen Wagner-Kämpfers in der Region Tjumen, erzählte dem Telegram-Kanal Moshem Obyasnit, dass ihr Mann dazu gezwungen wurde, illegale Arbeit anzunehmen, nachdem er anderswo abgelehnt worden war: „Er hat versucht, eine Stelle in der Fabrik zu bekommen, aber der Sicherheitsdienst hat ihn abgewiesen“, sagte sie dem Kanal. Jetzt müsse auch er, wie so viele, als Taxifahrer ohne Registrierung arbeiten. (fmü)