Nach Attentat auf Trump

„Hätte mein Mann nicht gewollt“: Witwe von Attentat-Held ging nicht ans Telefon, als Biden anrief

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Beim Attentat auf Trump verstarb ein Familienvater. Bidens Beileid war unerwünscht – Trump hat bei der Familie seines Anhängers noch nicht angerufen.

Sarver/Pennsylvania – Tausende Menschen nahmen an Donald Trumps Wahlkampfveranstaltung für die US-Wahl 2024 teil. Einer davon war Corey Comperatore, der bei dem Attentat auf den ehemaligen Präsidenten ums Leben kam. Seine Familie trauert. Während Präsident Joe Biden bereits versuchte, mit Comperatores Witwe in Kontakt zu treten, steht Trumps Anruf noch aus.

„Er ist mein Held“: Familie des erschossenen Feuerwehrmanns beim Attentat auf Trump trauert

Comperatore, Feuerwehrmann und überzeugter Trump-Anhänger, freute sich bei der Rede des Präsidentschaftskandidaten dabei zu sein. „Ich und die Kinder waren als Familie da“, sagte Helen Comperatore der New York Post. „Er war einfach aufgeregt. Es würde ein schöner Tag mit der Familie werden.“ Doch als der mutmaßliche 20-jährige Täter mit der Schießerei begann, stürzte sich ihr Mann vor seine Familie. „Er sagte nur: ‚Runter!‘ Das war das Letzte, was er sagte“, erzählte Helen Comperatore. „Er ist mein Held.“ Sie werde ihn immer als liebevollen Ehemann und Familienvater in Erinnerung halten. „Er war ein einfacher Mann, aber seine Frau und seine Kinder standen für ihn immer an erster Stelle.“

Blumen und ein Gedenkstein für den gestorbenen Feuerwehrmann Corey Comperatore sind bei der Buffalo Township Volunteer Fire Company zu sehen. Comperatore wurde am Samstag (13. Juli 2024) bei einer Trump-Wahlveranstaltung in Butler, erschossen.

„Hätte mein Mann nicht gewollt“: Witwe von Attentat-Held ging nicht ans Telefon, als Biden anrief

Nach dem Attentat hatte Präsident Biden versucht, die Witwe telefonisch zu erreichen. „Ich habe nicht mit Biden gesprochen. Ich wollte nicht mit ihm sprechen“, erzählte sie der Zeitung. „Mein Mann war ein überzeugter Republikaner und er hätte nicht gewollt, dass ich mit ihm spreche.“

Helen Comperatore fügte jedoch hinzu, dass sie den derzeitigen Präsidenten nicht für das verantwortlich mache, was ihrer Familie widerfahren sei. „Ich hege keinen Groll gegen Joe Biden“, sagte sie. „Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich politisch engagieren. Ich unterstütze Trump, das ist der Mann, den ich wähle, aber ich hege keinen Groll gegen Biden.“ Von Schulzuweisungen vieler Republikaner gegenüber Biden grenzte sie sich ab.

„Tiefstes Beileid“: Präsident Biden und demokratischer Gouverneur gedenken an Verstorbenen

Biden gedachte des Feuerwehrmanns auch in seiner Rede am Sonntag (14. Juli). „Wir sprechen auch der Familie des getöteten Opfers unser tiefstes Beileid aus“, sagte der Präsident. „Er war ein Vater; er beschützte seine Familie vor den Kugeln, die abgefeuert wurden, als er sein Leben verlor. Gott möge ihn lieben. Wir beten auch für die vollständige Genesung der Verletzten.“ Zudem mahnte Biden, dass es nach einem Anschlag wichtig sei, im Land vereint zu sein.

Auch der demokratische Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, würdigte Comperatore in einer Pressekonferenz am Sonntag. „Wir haben einen Landsmann aus Pennsylvania verloren“, sagte Shapiro. „Corey starb als Held. Er stürzte sich auf seine Familie, um sie zu beschützen.“ Laut CNN ordnete der Gouverneur an, die Flaggen zum Gedenken an den Verstorbenen auf halbmast zu setzen.

Das Trump-Attentat in Bildern: Schüsse, Chaos und ein blutender Ex-Präsident

US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden.
US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania.
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Kurze Zeit später fielen die Schüsse. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht.
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump.
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump. Im Hintergrund decken Secret-Service-Mitarbeiter den Ex-Präsidenten hinter dem Pult. © dpa/AP | Evan Vucci
Auf Videos ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert.
Auf Aufnahmen ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter.
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe.
Ein Bild, das wohl auch im US-Wahlkampf immer wieder auftauchen wird. Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe. © dpa/AP | Evan Vucci
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen.
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen. © dpa/AP | Evan Vucci
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne.
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust.
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust. Zuvor rief er noch „fight“ in das Pult-Mikrofon. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr.
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren.
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren. © dpa/AP | Evan Vucci
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben.
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump – das Chaos lässt auf die entstandene Panik deuten. © dpa/AP | Evan Vucci
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.  © dpa/AP | Evan Vucci

Attentat auf Trump: Ex-Präsident hat bisher keinen Kontakt zur hinterbliebenen Familie aufgenommen

Trump habe sich im Gegensatz zu Biden nicht bei der trauernden Familie gemeldet, berichten US-Medien. Zwar wurde der Ex-Präsident bei dem Attentat am Ohr angeschossen, war aber in der Lage, am Parteitag der Republikaner teilzunehmen – wo er offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Konservativen ernannt wurde.

Auf die Frage eines Journalisten des Washington Examiner auf dem Flug nach Milwaukee, ob Trump an der Beerdigung des Verstorbenen teilnehmen werde, antwortete er mit „ja“. Dann habe er seine Mitarbeiter aufgefordert, die Telefonnummern zu organisieren, er wolle die zwei Verletzen und die hinterbliebene Familie des Feuerwehrmanns anrufen. Das hat er anscheinend noch nicht getan. (hk)

Rubriklistenbild: © Buffalo Township Volunteer Fire Company/Sue Ogrocki/dpa(2)/Montage

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