Vorwahl am Samstag

Trump triumphiert in South Carolina: Haley gibt sich weiter kämpferisch – „Gebe nicht auf“

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Deutliches Ergebnis bei der US-Vorwahl in South Carolina: Nikki Haley verliert gegen Donald Trump. Der sammelt sein Team für die US-Wahl 2024.

Update vom 26. Februar, 18.41 Uhr: Ein wichtiger Großspender wird vorerst keine Wahlkampfhilfe mehr für die republikanische Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley leisten. Das geht aus einer E-Mail der Geschäftsführerin von Americans for Prosperity (AFP), Emily Seidel, an ihre Mitarbeiter von Sonntag hervor, die auf der Website der Organisation veröffentlicht wurde. Man glaube nach Haleys Niederlage bei der Vorwahl der Republikaner im US-Bundesstaat South Carolina nicht mehr daran, in den noch ausstehenden Bundesstaaten einen Unterschied machen zu können, schrieb Seidel in der E-Mail. Man stehe zwar weiterhin hinter Haley, werde aber die Ressourcen nun auf Rennen um Sitze im US-Kongress konzentrieren. 

Die einflussreiche Organisation, die von den Milliardär-Brüdern Charles und David Koch gegründet wurde, hatte der früheren US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen im November ihre Unterstützung ausgesprochen. Mit dem Rückzug verliert Haley erhebliche organisatorische und finanzielle Hilfe im Duell mit Ex-Präsident Donald Trump, der in Umfragen weit vor ihr liegt.

Update vom 26. Februar, 9.00 Uhr: Donald Trump eilt bei den Vorwahlen der Republikaner von Erfolg zu Erfolg. Nach seinem Siegen in Iowa, New Hampshire und Nevada war der 77-Jährige auch in South Carolina nicht zu Bremen. Trotz der Pleite in ihrer Heimat gibt sich seine parteiinterne Konkurrentin Nikki Haley noch nicht geschlagen. „Ich bin eine Frau, die zu ihrem Wort steht“, sagte Haley. Am Dienstag (27. Februar) wird in Michigan abgestimmt. Die Umfragen dort versprechen nichts Gutes für Haley.

NameProzent
Donald Trump79,9
Nikki Haley18,0

(Quelle: FiveThirtyEight, gewichteter Durchschnitt der Umfragen, Stand: 25. Februar)  

Trump triumphiert in South Carolina: Haley gibt sich weiter kämpferisch – „Gebe nicht auf“

Update vom 25. Februar, 13.41 Uhr: Haley hat versucht, ihrer Niederlage South Carolina etwas Gutes abzugewinnen. „40 Prozent stellen keine kleine Gruppe dar“, sagte sie laut Reuters mit Blick auf ihren Stimmenanteil. „Ich gebe nicht auf, wenn eine Mehrheit der Amerikaner sowohl Donald Trump als auch Joe Biden ablehnen“, versicherte sie ihren Anhängern. Mindestens bis zum Super Tuesday wolle sie durchhalten.

Haley hatte in South Carolina auf einen Heimvorteil gehofft. Sie wurde in dem Bundesstaat im tiefen Süden der USA geboren und regierte diesen von 2011 bis Anfang 2017 als Gouverneurin. Diesmal kam ihre Botschaft jedoch nicht bei den Wählern an. Auch Haleys verstärkte Attacken gegen Trump verfingen nicht.

Trump unterläuft peinlicher Fehler – Demokraten sprechen von „kognitivem Zerfall“

Update vom 25. Februar, 12.38 Uhr: Donald Trump ist bei den Vorwahlen der Republikaner:innen weiter auf dem Durchmarsch. Doch sein Erfolg in South Carolina wird durch einen Fauxpas überschattet – Trumps politische Gegner spotten über „kognitivem Zerfall“ des Ex-US-Präsidenten.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

Trump triumphiert in South Carolina: Buhrufe gegen Gast bei Siegesrede

Update vom 25. Februar, 11.20 Uhr: Ein Gastredner bei Donald Trumps Siegesrede nach den US-Vorwahlen in South Carolina zog sich den Unmut des Publikums zu: Lindsey Graham. Trump holte den US-Senator auf die unter lauten Buhrufen auf die Bühne. Der Ex-Präsident versuchte seine Fans zu bremsen und sagte: „Ich liebe ihn, er ist ein guter Mann!“ Graham bedankte sich und sagte: „Der Albtraum ist vorbei. Hilfe ist auf dem Weg. Dies ist der qualifizierteste Mann, um Präsident zu werden!“

Der 68 Jahre alte Politiker aus South Carolina hat eine wechselhafte Beziehung zu Donald Trump. Bei den Vorwahlen der Republikaner in 2015 nannte er den damaligen Neuling in der politischen Arena einen „Esel“, der „zur Hölle gehen soll“. Zwei Jahre später twitterte er Videos von gemeinsamen Golfausflügen, im Jahr darauf empfahl er Trump sogar für den Friedensnobelpreis. Nach der US-Wahl 2020 verbreitete er zunächst die Verschwörungstheorie vom großen Wahlbetrug. Wiederum nach dem 6. Januar 2021 schwenkte Graham erneut um und nannte Joe Biden und Kamala Harris „die rechtmäßigen Sieger der US-Wahl“. Nun scheint Graham die nächste 180-Grad-Wende zu vollziehen und wieder ins Team Trump zu wechseln.

Trumps Sieg bei Vorwahlen in South Carolina ruft internationale Reaktionen hervor

Update vom 25. Februar, 10.08 Uhr: Donald Trumps Sieg bei den Vorwahlen der Republikaner in South Carolina sorgt weltweit für Reaktionen. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link, sieht im Sieg des früheren US-Präsidenten Donald Trump bei den republikanischen Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina ein „ernüchterndes, aber nicht überraschendes Ergebnis“. Dennoch: Trump dominiere momentan zwar die Republikanische Partei, der Ausgang der Präsidentschaftswahlen im November sei aus heutiger Sicht aber noch völlig offen. „Deshalb bereiten sich Deutschland und die EU weiterhin intensiv auf verschiedene Szenarien vor, auch auf das reale Szenario eines Trump 2.0“, sagte Link.

Zugleich hob er hervor, dass es „historisch bemerkenswert“ sei, dass Trumps Konkurrentin Nikki Haley trotz einer Niederlage in ihrem Heimatbundesstaat weiterhin im Rennen bleiben wolle. „Ihr fortgesetztes Engagement kann man auch so deuten, dass sie in den Startlöchern für die Zeit nach Trump steht“, sagte Link.

Trump und Haley lieferten sich in South Carolina erneut ein Duell um die Nominierung ihrer Partei für die Präsidentenwahl am 5. November.

Donald Trump gewinnt Vorwahl in South Carolina: Vierter Sieg auf dem Weg zu US-Wahl 2024

Update vom 25. Februar, 5.59 Uhr: Es ist sein vierter Sieg in Folge: Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die Vorwahl zur Präsidentschaftskandidatur der Republikaner auch im Bundesstaat South Carolina gewonnen. Bereits bei den bisherigen Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada ging der 77-Jährige als Sieger hervor.

Trumps Konkurrentin Nikki Haley, die einst Gouverneurin des konservativen Bundesstaats im Südosten der USA war, fuhr in South Carolina wie erwartet eine Niederlage ein. Trotz verschwindend geringer Chancen, Trump am Ende zu schlagen, stieg die 52-Jährige nicht aus dem Rennen aus. 

US-Republikaner setzen Vorwahl in South Carolina fort: Trump klarer Favorit bei US-Wahl 2024

Update vom 24. Februar, 23.00 Uhr: Die US-Republikaner haben am Samstag im Bundesstaat South Carolina die Vorwahlen zur Kür ihres Präsidentschaftskandidaten fortgesetzt. Klarer Favorit ist hier Ex-Präsident Donald Trump, der bereits die bisherigen Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada für sich entschieden und seine Rivalin Nikki Haley weit hinter sich gelassen hatte.

Haley lag auch in den Umfragen in ihrem Heimatstaat South Carolina weit zurück, obwohl sie dort von 2011 bis 2017 Gouverneurin war. Die Abstimmung begann um 07.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ). Erste Ergebnisse werden gegen 01.00 Uhr nachts (MEZ) erwartet.

Trump gab sich am Vorabend der Wahl siegesgewiss. „Morgen werden Sie eine der wichtigsten Stimmen Ihres Lebens abgeben, und ehrlich gesagt machen wir uns keine großen Sorgen um morgen“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Rock Hill.

Haley zu den Demokraten? Vor Vorwahl in South Carolina holt Trump zum Angriff aus

Erstmeldung vom 24. Februar: Columbia – Nikki Haley hat dieser Tage einen schweren Stand: Abgeschlagen beim Rennen um die Rolle der Spitzenkandidatin der Republikaner bei den US-Wahl 2024 will die Konkurrentin von Donald Trump bei den US-Vorwahlen in ihrem Heimatstaat South Carolina das Blatt wenden. Doch nicht nur ihre eigene Beliebtheit steht ihr dabei im Weg, sondern auch der ehemalige US-Präsident. Kurz vor dem Wahltermin holt er zum Schlag gegen Haley aus und macht einen kruden Vorschlag.

„Wissen Sie, Haley wird von den Demokraten unterstützt und finanziert“, sagte Trump während einer Kundgebung in Rock Hill, South Carolina, und ergänzte, dass seine republikanische Konkurrentin bei der Präsidentschaftskandidatur zur Demokratischen Partei „wechseln“ sollte. „Die Republikaner unterstützen sie nicht, sie mögen sie nicht und sie mögen ihre Politik nicht. Sie ist im Wesentlichen eine Demokratin“, fügte der ehemalige US-Präsident hinzu. „Ich denke, sie sollte wahrscheinlich die Partei wechseln.“

Nach den Siegen von Donald Trump bei den US-Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada liefert Haley sich am Samstag, dem 24. Februar, ein weiteres Duell mit dem Ex-Präsidenten um die Nominierung ihrer Partei für die US-Wahl 2024 am 5. November. Bei den Republikanern ist South Carolina als erster Südstaat an der Reihe. Im Vergleich zu den vorangegangenen Abstimmungen ist Haley zwar dort nicht ganz so weit abgeschlagen – landesweit trennen sie in Umfragen derzeit rund 60 Prozentpunkte von Trump, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Beobachter gehen aktuell davon aus, dass Trumps Konkurrentin auch in South Carolina kaum auf einen Erfolg hoffen kann – die Umfragen sprechen klar gegen sie.

US-Vorwahl in South Carolina: Trump führt gegen Haley – Ex-Präsident hat „Kultgemeinde“

Vor der US-Vorwahl in South Carolina ist für viele klar: Neben Donald Trump bleibt wenig Raum für eine Bewerberin wie Nikki Haley, die als politisch moderater und rhetorisch deutlich gemäßigter gilt. Um den ehemaligen US-Präsidenten, der zuletzt wegen Nato-Aussagen oder fragwürdigen Vergleichen mit Alexej Nawalny auffiel, hat sich hingegen eine wahre „Kultgemeinde“ gebildet, die sich unter anderem aus Rechtsnationalisten zusammensetzt. Trump konnte im Wahlkampf mit Themen wie die US-Wirtschaft oder der Sicherheit an der Grenze Erfolge erzielen.

Haley spricht mitunter bei Wahlkampfveranstaltungen ähnliche Themen an – bleibt dabei allerdings weniger polternd als Donald Trump. Hinzukommt: eine Sorge um den Anstand und das gesellschaftliche Gefüge.

Haley will bei Vorwahl in South Carolina gewinnen: Trump hinterfragt Demokraten-Spenden

Donald Trumps jüngste Äußerungen über seine Konkurrentin Nikki Haley könnten nur einen Tag vor der US-Vorwahl in South Carolina der Versuch sein, der angeschlagenen Republikanerin weiter zu schaden und den eigenen Vorsprung in der Wählergunst auszubauen. Wie Newsweek schreibt, nutzt der ehemalige US-Präsident dabei den Umstand, dass Haleys Unterstützer nicht ausschließlich aus dem republikanischen Lager kommen. Ein Politico-Bericht deckte nämlich auf, dass Haleys Wahlkampfkampagne auch Spendengelder von Gruppen bekam, die bei der vergangenen US-Wahl Joe Biden unterstützten.

„Nikki Haley verlässt sich auf Demokraten und Liberale … ​​verrückt. Man nennt es die verrückte Welt der Politik“, polterte Donald Trump bei der Kundgebung. Dass Trump selbst sich in der Vergangenheit nicht durch und durch als Republikaner identifizierte, ist derweil bei der Konkurrenz nicht in Vergessenheit geraten. Newsweek schreibt, dass Trumps eigene politische Loyalität zwischen beiden Lagern schwankte, bevor er 2016 seinen ersten Präsidentschaftswahlkampf startete. Trump war sogar mehrere Jahre registrierter Demokrat. „In vielen Fällen identifiziere ich mich wahrscheinlich eher als Demokrat“, sagte Trump 2004 in einem Interview mit Wolf Blitzer von CNN. „Es scheint einfach, dass es der Wirtschaft unter den Demokraten besser geht als unter den Republikanern.“

Letzte Chance vor Super Tuesday: Haleys Erfolg bei US-Vorwahl in South Carolina von großer Bedeutung

Die US-Vorwahl der Republikaner in South Carolina ist Haleys letzte Chance, vor dem Super Tuesday am 5. März einen Erfolg gegen Donald Trump zu erzielen. Womöglich könnte sich am Samstag ihr Wahlkampf aber auch dem Ende entgegen neigen. „Wenn sie unter 40 Prozent fällt, sehe ich keinen wirklichen Grund, weiterzumachen, außer abzuwarten und zu hoffen, dass Trumps rechtliche Probleme ihn überholen“, sagte Danielle Vinson, Professorin an der Furman University, gegenüber Newsweek.

Trumps Konkurrentin gab sich in der Woche vor der Wahl in South Carolina weiter kämpferisch. Von einer Aufgabe sei sie „weit entfernt“, sagte Haley bei einer Rede in ihrem Heimatbundesstaat am Dienstag. „Auszusteigen wäre der einfache Weg. Ich habe nie den einfachen Weg gewählt. In jedem Rennen, das ich je gewonnen habe, war ich die Außenseiterin.“ Während sie in den bisherigen Vorwahlen der Republikaner immer gegen Donald Trump unterlegen war, versucht Haley, die Ergebnisse zu relativieren. „Nur drei Staaten haben abgestimmt, drei“, sagte sie bei der Veranstaltung. „Die Präsidentschaftsvorwahlen haben gerade erst begonnen.“ (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/AP/dpa

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