Washington – Donald Trump war in seiner Amtszeit als US-Präsident der Gottseibeiuns für alle Klimaschützer:innen, national und international. Er kämpfte für die amerikanische Kohleindustrie, öffnete Naturschutzgebiete für den Bergbau, gab Regenwaldflächen in Alaska zur Abholzung frei.
Er wollte das fossile Amerika „great again“ machen und stieg aus dem Pariser Weltklimaabkommen aus. In einer nun möglichen zweiten Amtszeit droht ein ähnliches Abwracken der US-Klimaambitionen. „Wir werden bohren, Baby, bohren“, kündigte Trump an, mit Blick auf die fossilen Ressourcen des Landes.
Auch in zweiter Amtszeit für Erdöl und Gas: Donald Trump verspricht Push für fossile Energien
Trump und seine letzte noch verbliebene Konkurrentin in der US-Wahl, Nikki Haley, sind sich bei Klima und Energie einig. Sie nutzten die Vorwahlen der Republikaner, um für den Fall ihrer Wahl einen Anstieg der Öl- und Gasförderung und die Abschaffung von Präsident Joe Bidens vergleichsweise ambitionierten Klimapolitik anzukündigen.
Der Ex-Präsident versprach den Amerikaner:innen erneut ein besseres Leben durch einen Push bei den fossilen Energien. „Wir haben mehr flüssiges Gold unter unseren Füßen, Energie, Öl und Gas als jedes andere Land der Welt. Wir haben eine Menge potenzielles Einkommen“, so Trump in einem TV-Interview vorige Woche.
Trump wittert Verbotspolitik: Erneuerbare Energien als „neues Betrufsgeschäft“
Erneuerbare Energien, die von der Biden-Regierung stark gefördert werden, seien demgegenüber ein „neues Betrugsgeschäft“. Biden sei sogar dafür verantwortlich, dass das Geschirr der Menschen schmutzig sei, indem er neue Effizienzstandards für Geschirrspüler eingeführt hat. Ausführlich befasste er sich unter anderem damit, wie wichtig Energie für die Herstellung von Donuts und Hamburgern sei.
Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus
Ein zentraler Punkt in Trumps Energiekampagne ist auch die Verkehrspolitik. Heftig greift er die Pläne der aktuellen Regierung an, den Anteil der Elektro-Fahrzeuge bei den Neuwagen-Verkäufen bis 2030 von derzeit acht auf 50 Prozent anzuheben. Trump wirft ihr vor, sie wolle den Amerikanern verbieten, Benziner- und Diesel-Autos zu kaufen, und kündigte einen Stopp der staatlichen E-Auto-Förderung an.
Trump und Haley attackieren „Inflation Reduction Act“ – nicht alle Republikaner stimmen zu
Trump wie Haley attackieren Bidens „Inflation Reduction Act“ (IRA), das Klimagesetz, das rund 370 Milliarden US-Dollar an Steuergutschriften für Öko-Energien und Effizienz vorsieht und die USA zum Weltmarktführer in grüner Technologie machen soll. Hayley nannte den IRA ein „kommunistisches Manifest“ und versprach, Bidens grüne Subventionen zurückzudrehen.
Es gibt auch Stimmen in der Partei, die argumentieren, die Republikaner müssten den Klimawandel ernst nehmen, wenn sie wählbar bleiben wollen. Schließlich seien immer mehr Amerikaner über die Auswirkungen der globalen Erwärmung besorgt. Zwischen den Republikanern und den Demokratenspaltet der Klimawandel bei der kommenden US-Wahl.
Umfragen zeigen: Bruchteil der Republikaner-Wählenden finden Klimapolitik bedeutend
„Wenn die Konservativen Angst haben, über das Klima zu sprechen, werden wir keinen Platz am Tisch haben, wenn Entscheidungen getroffen werden“, sagte Buddy Carter, ein republikanischer Kongressabgeordneter aus Georgia laut dem britischen Guardian.
Umfragen zeigen allerdings, dass die Klimakrise für die Wähler:innen der Republikaner nur von geringer Bedeutung ist, Themen wie Wirtschaft und Inflation stehen viel weiter oben. So gaben beim Pew-Institut 2023 nur 13 Prozent an, dass die Klimakrise höchste Priorität habe, obwohl die USA in diesem Jahr eine Rekordzahl von zumindest auch klimabedingten Katastrophen verzeichneten. (Joachim Wille)