Trump tanzt in Malaysia: US-Präsident startet diplomatische Asien-Reise – Brisantes China-Gespräch wartet
VonFelix Busjaeger
schließen
Für Trump ist Asien ein wichtiger Wirtschaftsraum. Seine Reise könnte nun Handelsdeals bringen. Wichtige Gespräche warten, doch eins wird es wohl nicht geben.
Kuala Lumpur – Mit einer spontanen Tanzeinlage vor traditionellen malaysischen Tänzern begann US-Präsident Donald Trump seine diplomatisch brisante Asien-Reise – ein unkonventioneller Auftakt für eine Mission, die über die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen den Weltmächten entscheiden könnte.
Während Trump in Kuala Lumpur seine charakteristischen steifen Tanzschritte mit ruckartigen Armbewegungen zeigte, warteten auf den drei Stationen seiner Reise durch Malaysia, Japan und Südkorea Gespräche, die das geopolitische Gleichgewicht in der Region nachhaltig prägen könnten. Im Zentrum steht das mit Spannung erwartete Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping am Donnerstag in Südkorea, wo über den Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften verhandelt werden soll. Ein Treffen mit Nordkorea gibt es wohl nicht.
Trump startet Asien-Reise: Auftakt in Malaysia
Die Reise durch drei asiatische Länder – Malaysia, Japan und Südkorea – steht ganz im Zeichen wichtiger Handelsgespräche. Nach Informationen eines hochrangigen US-Beamten geht es vor allem um Verhandlungen zu Handelsdeals. Besondere Spannung herrscht vor dem geplanten Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping am Donnerstag in Südkorea, wo über den anhaltenden Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften gesprochen werden soll.
In Malaysia nahm Trump zum Auftakt an der Unterzeichnung eines bedeutsamen Friedensabkommens zwischen Thailand und Kambodscha teil, nachdem die USA in dem Konflikt vermittelt hatten. Die beiden südostasiatischen Nachbarn waren im Juli in tagelange schwere Gefechte an ihrer 800 Kilometer langen Grenze verwickelt gewesen. Die Kämpfe forderten mehr als 40 Tote und vertrieben Hunderttausende aus der Region. Das Abkommen erinnere daran, „dass Versöhnung kein Zugeständnis, sondern ein Akt des Mutes ist, und dass der Frieden, wenn er einmal gewählt wurde, die Zukunft von Nationen neu gestalten kann“, betonte der malaysische Regierungschef Anwar Ibrahim, dessen Land in diesem Jahr den Vorsitz des Asean-Gipfels hat.
Nach Angaben des thailändischen Verteidigungsministeriums beinhaltet das Abkommen einen Konsens in verschiedenen Fragen, etwa zum Abzug schwerer Waffen aus dem Grenzgebiet sowie zur gemeinsamen Minenräumung. Nachdem Trump sich in den Konflikt eingeschaltet und mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht hatte, einigten sich beide Länder Ende Juli bei einem Treffen in Malaysia auf eine „sofortige und bedingungslose“ Waffenruhe. Seither kam es zwar weiter zu Zwischenfällen im Grenzgebiet, jedoch hält die Feuerpause weitgehend.
Wichtige Gespräche mit China: Trump-Regierung setzt auf Deal im Zollkonflikt
Neben seinem Treffen mit dem malaysischen Ministerpräsidenten kommt Trump abends mit weiteren Staats- und Regierungschefs anlässlich des Asean-Gipfels südostasiatischer Staaten zusammen. China und die USA wollen nach Angaben aus Peking bereits in Malaysia ihre Verhandlungen im laufenden Handels- und Zollkonflikt fortsetzen. Die Japan-Etappe sieht Treffen mit Unternehmenschefs und einen Besuch bei in Japan stationierten US-Truppen vor. Wahrscheinlich wird Trump von Kaiser Naruhito empfangen. Auf dem Programm steht zudem ein Treffen mit Japans neuer nationalkonservativer Ministerpräsidentin Sanae Takaichi, die das Sicherheitsbündnis mit den USA als „Eckpfeiler“ ihrer Außen- und Sicherheitspolitik bezeichnet.
In Südkorea, wo Ende Oktober der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) stattfindet, wird Trump vor Wirtschaftsvertretern eine Rede halten. Geplant sind Gespräche mit Südkoreas Präsident Lee Jae Myung und ein Staatsbankett. Die beiden Staaten stehen kurz vor dem Abschluss eines Handelsdeals, der eine Reduzierung der von Trump verhängten Strafzölle von 25 Prozent auf 15 Prozent beinhalten dürfte. Im Gegenzug fordert der US-Präsident südkoreanische Investitionen in den USA in Höhe von 350 Milliarden Dollar.
Nach Gerüchten über Gespräch mit Nordkorea: Trump plant wohl kein Treffen mit Kim
Das bilaterale Treffen mit Xi Jinping am Donnerstag in Busan soll sich schwerpunktmäßig um Handel drehen. Laut dem hochrangigen US-Beamten bestehe vonseiten der USA keine Absicht, weitere Themen anzusprechen. US-Medien hatten im Vorfeld die Frage aufgeworfen, ob die USA ihre Haltung zur Unabhängigkeit Taiwans zugunsten Chinas mit Blick auf die Handelsgespräche verändern könnten.
Ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un steht laut dem US-Beamten nicht auf dem Programm, obwohl Trump seine grundsätzliche Bereitschaft für künftige Gespräche erklärt hatte. Zuvor hatte es Spekulationen über ein mögliches Treffen gegeben. Der US-Präsident ließ zuletzt offen und antwortete nicht konkret. Trump und Kim hatten sich während der ersten Amtszeit des US-Präsidenten mehrfach zu Gesprächen getroffen. Bislang hält die US-Regierung an ihrem Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abrüsten zu wollen. Das Land wird wegen seines Atomprogramms mit weitreichenden UN-Sanktionen sowie zusätzlichen US-Sanktionen belegt. (Quellen: dpa, AFP) (fbu)