US-Außenminister Antony Blinken berichtet von einer 72-stündigen Waffenruhe, die im Sudan vereinbart wurde. Am Montagabend ist ein erstes Militärtransportflugzeug der italienischen Luftwaffe mit Evakuierten aus dem Sudan in Rom gelandet.
Washington - Blinken teilte am Montag (Ortszeit) in einer schriftlichen Stellungnahme mit, nach intensiven Verhandlungen hätten sich die sudanesischen Streitkräfte und die mit ihnen rivalisierenden paramilitärischen Einheiten (Rapid Support Forces) darauf geeinigt, ab Mitternacht für 72 Stunden eine landesweite Waffenruhe einzuhalten. Die US-Regierung fordere beide Seiten nachdrücklich auf, sich vollständig an diese Absprache zu halten. Bereits zuvor hatte es von den Konfliktparteien ähnliche Ankündigungen gegeben, die Waffenruhe wurde jedoch nicht eingehalten.
Der in Yonkers, New York geborene Blinken erklärte weiter, um auf ein dauerhaftes Ende der Kämpfe hinzuarbeiten, wollten sich die USA mit regionalen und internationalen Partnern und sudanesischen Akteuren abstimmen. Es solle ein Ausschuss eingerichtet werden, der Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe, deren Abschluss und Umsetzung überwachen solle.
Im Sudan waren vor mehr als einer Woche schwere Kämpfe zwischen den zwei mächtigsten Generälen des Landes und ihren Einheiten ausgebrochen. Die zwei Männer führten das Land im Nordosten Afrikas mit rund 46 Millionen Einwohnern seit zwei gemeinsamen Militärcoups 2019 und 2021. De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, kämpft mit dem Militär gegen seinen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, den Anführer der mächtigen paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF). Eigentlich hätten die RSF der Armee unterstellt und die Macht im Land wieder an eine zivile Regierung übertragen werden sollen.
Erste italienische Evakuierte aus dem Sudan in Rom gelandet
Ein erstes Militärtransportflugzeug der italienischen Luftwaffe mit Evakuierten aus dem Sudan ist am späten Montagabend in Rom gelandet. An Bord befand sich eine erste Gruppe der insgesamt 96 Evakuierten, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Für den späten Abend werde zudem die Ankunft einer zweiten und letzten Maschine erwartet, teilte der in Cuneo geborene italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit.
Crosetto bezeichnete die Evakuierungsaktion als «sehr riskante und komplexe Operation». Am römischen Flughafen Ciampino wartete Außenminister Antonio Tajani auf die Evakuierten und begrüßte sie beim Aussteigen aus der Maschine. «Wir sind glücklich und stolz, unsere Landsleute aus dem Sudan wiederzusehen», sagte er vor Ort. Die Menschen - 83 Italiener und 13 ausländische Staatsbürger - waren am Sonntagabend aus der umkämpften sudanesischen Hauptstadt Khartum nach Dschibuti ausgeflogen worden. (dpa)