NRW-Ministerpräsident

Will Hendrik Wüst Kanzler oder nicht? Seine Antwort lässt Schlüsse zu

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Kaum eine Frage wird CDU-Politikern aktuell so häufig gestellt, wie die „K-Frage“. Hendrik Wüst will sich nicht festlegen.

Düsseldorf – Zieht es Hendrik Wüst nach Berlin? Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wurde in den vergangenen Wochen immer wieder als möglicher Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl 2025 ins Spiel gebracht. Antrieb fand die Debatte um die „K-Frage“ der CDU/CSU unter anderem durch gute Umfragewerte für den NRW-Chef. Ein klares Bekenntnis zu möglichen Kanzlerambitionen ließ sich Wüst bislang nicht entlocken. Ein Dementi jedoch ebenso wenig. Zuletzt wurde der CDU-Politiker erneut gefragt - und antwortete eindeutig uneindeutig.

Kanzlerkandidatur der Union: Hendrik Wüst rechnet mit friedlicher Entscheidung

„Ich habe hier eine wunderbare Aufgabe. Und da würde ich gern weiter dran arbeiten“, sagte Hendrik Wüst am Sonntag in Düsseldorf in einem Gespräch mit dem Chefredakteur des Nachrichtenportals The Pioneer, Michael Bröcker. Bereits bei ähnlichen Nachfragen beteuerte der NRW-Landesvater in der Vergangenheit, dass er seine Aufgaben „aktuell“ in seinem Heimatbundesland sehe.

Erneut ließ Hendrik Wüst in einem Interview die „K-Frage“ der Union offen.

Doch die Frage, ob das dauerhaft so bleibt, beantwortete Hendrik Wüst so: „Ich bin 48 Jahre alt und hab‘ in der Politik schon so viel erlebt. Wenn ich sagen würde ‚für immer‘ – das glaubt doch alles keiner“. Die Aussage gibt jede Menge Raum für Interpretationen: Ausgeschlossen ist eine Kandidatur jedenfalls offenbar nicht. Klar sei für ihn, dass die Entscheidung für einen Kandidaten innerhalb der Partei einvernehmlich ablaufen wird: „Die CDU und die CSU werden das im Jahr vor der Bundestagswahl friedlich entscheiden“. Die Union kündigte an, erst im Spätsommer 2024 eine Antwort auf die „K-Frage“ zu geben.

Nach Reibereien zwischen Merz und Wüst: NRW-Chef voll des Lobes für Parteivorsitzenden

Gleichzeitig war der NRW-Ministerpräsident voll des Lobes für Parteichef Friedrich Merz: Der CDU-Vorsitzende sei „schon der Richtige“, sagte Wüst. „Der Typ hat einen klaren Kopf. Der brennt dafür, dass es diesem Land gut geht“. Die Reibereien der letzten Wochen scheinen vergessen. Die Spitzenpolitiker zeigten sich öffentlich bei mehreren Themen anderer Meinung, beispielsweise beim Gendern und dem Kurs der Partei.

Trotz des Lobes für die Arbeit von Friedrich Merz betonte Hendrik Wüst, dass er weiterhin seine Meinung offen äußern wird – auch wenn sie nicht jedem aus den eigenen Reihen gefällt: „Ich sage das, was ich für richtig halte. Ich bin der Landesvorsitzende der größten Landespartei der CDU. Das kann in Einzelfällen sein, dass das nicht die Parteilinie ist“. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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