Formell oder zivil?

Wirbel vor Ukraine-Gipfel mit Trump: Selenskyjs Outfit erneut im Fokus

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Beim vergangenen Treffen zwischen Trump und Selenskyj sorgte der ukrainische Präsident mit seinem Outfit für Unmut. Respektiert er heute den Dresscode?

Update, 19.32 Uhr: Selenskyj wird für sein Outfit im Weißen Haus sogar gelobt. „Sie sehen wunderbar aus“, sagt ein Journalist. Trump meint: „Habe ich genau so schon zu ihm gesagt“ und blickt grinsend zu dem Ukrainer. Trump betont aber dennoch, dass er selbst einen anderen Typ Anzug trage, meint dann aber scherzend über Selenskyjs schwarzen Look: „Vielleicht ist er sogar schöner als meiner“.

Update, 19.15 Uhr: Wolodymyr Selenskyj ist im Weißen Haus eingetroffen. Donald Trump empfing den ukrainischen Präsidenten. Nun ist auch klar: Selenskyj hat sich nicht noch einmal umgezogen und trägt keinen Schlips. Allerdings verzichtet er auch auf Militärkleidung, wie beim letzten Trump-Treffen in Washington.

Update, 18. August, 18.45 Uhr: Wolodymyr Selenskyj wird wohl auch bei seinem zweiten Zusammentreffen mit Donald Trump im Weißen Haus auf eine Krawatte verzichten. Allerdings verzichtet er offenbar auch auf Militärkleidung. Damit hatte er bei seinem Besuch im Februar in den USA für einen Eklat gesorgt. Heute trägt Selenskyj offenbar eine Art Anzug: Schwarze Hose, Jacke und Hemd. Das geht aus Bildern hervor, die EU-Chefin Ursula von der Leyen von der Begrüßung in Washington veröffentlichte.

Erstmeldung: Nur ein Sakko? Von Wegen! Die Kleiderordnung bei diplomatischen Treffen symbolisiert Krieg und Frieden. Kurz vor dem Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj blickt die Welt deshalb gespannt auf die Garderobe des ukrainischen Präsidenten.

Bei seinem letzten Besuch im Weißen Haus hatte unter anderem sein uniformähnliches Outfit zur Verstimmung des US-Präsidenten sowie seines Vizes JD Vance und rechtsgerichteten Journalisten beigetragen. Sie verstanden die militärische Mode Selenskyjs als respektlos und persönliche Beleidigung – auch wenn dieser bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs aus Solidarität mit seiner Armee auf Anzug und Krawatte verzichtet hatte.

Kleiderordnung hat bei Treffen zwischen Trump und Selenskyj symbolisches Gewicht

Die Kleidungsordnung hat einen derart hohen Stellenwert, dass das Weiße Haus auch vor dem heutigen Treffen der beiden Staatschefs eine Anfrage Richtung Ukraine stellte, ob ihr Präsident nun zumindest dieses Mal einen Anzug tragen werde, wenn er im Oval Office empfangen wird. Dies berichten ukrainische Beamte gegenüber Axios.

Handshake, Chaos, große Gesten: Das Trump-Putin-Treffen in Bildern

Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich in Alaska zum Gipfel. Das Treffen wurde zur medialen Inszenierung.
Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich im US-Bundesstaat Alaska zum Gipfel in Sachen Ukraine-Krieg. Das Treffen wurde zur medialen Inszenierung.  © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson + IMAGO / Anadolu Agency + IMAGO / ITAR-TASS
Kurz gewunken, dann in die Air Force One: Am Freitagnachmittag (MESZ) reiste US-Präsident Trump zum Gipfel mit Putin nach Alaska.
Kurz gewunken, dann in die Air Force One: Am Freitagnachmittag (MESZ) reiste US-Präsident Trump zum Gipfel mit Putin nach Alaska. © dpa/FR596 AP | Luis M. Alvarez
Auch Putin reiste am Freitagnachmittag an. Die Reise gen Osten nach Alaska nutzte der russische Präsident, um in Magadan, 6000 Kilometer östlich von Moskau, Halt zu machen.
Auch Putin reiste am Freitagnachmittag an. Die Reise gen Osten nach Alaska nutzte der russische Präsident, um in Magadan, 6000 Kilometer östlich von Moskau, Halt zu machen. © dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexei Nikolsky
Am Freitag erreichte Putin dann die Joint Base Elmendorf-Richardson in Alaska, um sich dort mit US-Präsident Trump zu treffen.
Am Freitag erreichte Putin dann die Joint Base Elmendorf-Richardson in Alaska, um sich dort mit US-Präsident Trump zu treffen. © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Trumps Ankunft in Alaska: Soldaten rollen den roten Teppich aus, bevor der US-Präsident die Air Force One für den Gipfel mit Putin verlässt.
Trumps Ankunft in Alaska: Soldaten rollen den roten Teppich aus, bevor der US-Präsident die Air Force One für den Gipfel mit Putin verlässt. © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Vor Trump und Putin erreichte bereits die russische Entourage die Joint Base in Alaska. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sorgte für eine Provokation: Er fuhr mit einem Pullover mit der kyrillischen Aufschrift für „UdSSR“ vor.
Vor Trump und Putin erreichte bereits die russische Entourage die Joint Base in Alaska. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sorgte für eine Provokation: Er fuhr mit einem Pullover mit der kyrillischen Aufschrift für „UdSSR“ vor. © IMAGO / SNA
In der Bevölkerung vor Ort war der Gipfel von Trump und Putin umstritten. Noch bevor die beiden Staatschefs die Region erreichten, protestierten zahlreiche Unterstützer der Ukraine in Alaska.
In der Bevölkerung vor Ort war der Gipfel von Trump und Putin umstritten. Noch bevor die beiden Staatschefs die Region erreichten, protestierten zahlreiche Unterstützer der Ukraine in Alaska. © IMAGO/Hasan Akbas/Anadolu Agency
Antritt zum Gipfel: Trump und Putin treffen in Alaska auf dem roten Teppich aufeinander.
Antritt zum Gipfel: Trump und Putin treffen in Alaska auf dem roten Teppich aufeinander. Trump soll ihm laut US-Medien dort sogar kurz applaudiert haben. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Ein historischer Moment? Trump begrüßt Putin via Handshake vor dem Gipfel in Alaska – und holt den Kreml-Chef damit auf die Bühne internationaler Diplomatie zurück.
Ein historischer Moment? Trump begrüßt Putin via Handshake vor dem Gipfel in Alaska – und holt den Kreml-Chef damit auf die Bühne internationaler Diplomatie zurück. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Gespräche zur militärischen Konfliktbeilegung – militärisch in Szene gesetzt. Trump und Putin posieren für die Presse auf der Bühne, im Hintergrund Kampfjets und die Air Force One.
Gespräche zur militärischen Konfliktbeilegung – militärisch in Szene gesetzt. Trump und Putin posieren für die Presse auf der Bühne, im Hintergrund Kampfjets und die Air Force One. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Trump und Putin in Alaska: Vor den Gesprächen zum Ukraine-Krieg zeigen die Präsidenten sich vertraut.
Trump und Putin in Alaska: Vor den Gesprächen zum Ukraine-Krieg zeigen die Präsidenten sich vertraut. © Julia Demaree Nikhinson / dpa / AP
Gemeinsamer Bühnen-Abgang: Trump und Putin auf dem Weg zu ihren Gesprächen.
Gemeinsamer Bühnen-Abgang: Trump und Putin auf dem Weg zu ihren Gesprächen. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Direkt zum Start kommt es zum Chaos: Journalisten sind mit Trump und Putin in einem Raum, sollen Fragen stellen. Die Fragerunde artet allerdings aus, die Presse schreit den Präsidenten ihre Fragen entgegen. Ende vom Lied: Die Fragerunde wird abgebrochen.
Direkt zum Start kommt es zum Chaos: Journalisten sind mit Trump und Putin in einem Raum, sollen Fragen stellen. Die Fragerunde artet allerdings aus, die Presse schreit den Präsidenten ihre Fragen entgegen. Ende vom Lied: Die Fragerunde wird abgebrochen. © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Trump spricht mit seinem Übersetzer beim Gipfeltreffen mit Putin. Ebenfalls mit in der Runde: US-Außenminister Rubio und Sondergesandter Witkoff.
Trump spricht mit seinem Übersetzer beim Gipfeltreffen mit Putin. Ebenfalls mit in der Runde: US-Außenminister Rubio und Sondergesandter Witkoff. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Auch Putin kam mit Entourage, dazu gehörte etwa Außenminister Lawrow (l.).
Auch Putin kam mit Entourage, dazu gehörte etwa Außenminister Lawrow (l.). © IMAGO/Kremlin Press Office
Nach der chaotischen Fragerunde zogen sich Putin und Trump für die Gespräche zurück. Die Presse wartete derweil gespannt auf das gemeinsame Statement.
Nach der chaotischen Fragerunde zogen sich Putin und Trump für die Gespräche zurück. Die Presse wartete derweil gespannt auf das gemeinsame Statement. © dpa/AP | Jae C. Hong
Weltpolitischer Austausch vor den Statements: Russlands Außenminister Lawrow im Gespräch mit seinem US-Amtskollegen Rubio.
Weltpolitischer Austausch vor den Statements: Russlands Außenminister Lawrow im Gespräch mit seinem US-Amtskollegen Rubio. © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Pressekonferenz nach dem Treffen: Trump und Putin positionieren sich für ihre Statements nach den Gesprächen in Alaska.
Pressekonferenz nach dem Treffen: Trump und Putin positionieren sich für ihre Statements nach den Gesprächen in Alaska. © dpa/AP | Jae C. Hong
Trump und Putin bei der Pressekonferenz vor riesigem Presse-Andrang. Im Hintergrund die Botschaft des Gipfels: „Pursuing Peace“, übersetzt „Streben nach Frieden“.
Trump und Putin bei der Pressekonferenz vor riesigem Presse-Andrang. Im Hintergrund die Botschaft des Gipfels: „Pursuing Peace“, übersetzt „Streben nach Frieden“. © dpa/XinHua | Wu Xiaoling
Die Schatten von Putin und Trump, nah beieinander über dem Motto des Gipfels: „Pursuing Peace“, also „Streben nach Frieden“. Ob der Austausch ein wirklicher Schritt in Richtung Frieden war, darf allerdings angezweifelt werden.
Die Schatten von Putin und Trump, nah beieinander über dem Motto des Gipfels: „Pursuing Peace“, also „Streben nach Frieden“. Ob der Austausch ein wirklicher Schritt in Richtung Frieden war, darf allerdings angezweifelt werden. © Wu Xiaoling/dpa/AP
Nach dem Treffen würdigte Putin in einem kurzen Statement Trump, betonte die Möglichkeit, die Beziehungen zu den USA zu verbessern. Wirkliche Ergebnisse oder neue Erkenntnisse bezüglich des Ukraine-Kriegs blieben aber aus.
Nach dem Treffen würdigte Putin in einem kurzen Statement Trump, betonte die Möglichkeit, die Beziehungen zu den USA zu verbessern. Wirkliche Ergebnisse oder neue Erkenntnisse bezüglich des Ukraine-Kriegs blieben aber aus. © Julia Demaree Nikhinson / dpa / AP
Nach dem Gipfel mit Putin sprach Trump von guten Gesprächen udn kündigte an, mit der Nato in Austausch zu gehen. Später sagte er, das Treffen sei eine „10 von 10“ gewesen, setzte zugleich die Ukraine und Selenskyj unter Druck, einen Deal abzuschließen.
Nach dem Gipfel mit Putin sprach Trump von guten Gesprächen udn kündigte an, mit der Nato in Austausch zu gehen. Später sagte er, das Treffen sei eine „10 von 10“ gewesen, setzte zugleich die Ukraine und Selenskyj unter Druck, einen Deal abzuschließen. © Julia Demaree Nikhinson / dpa / AP
Trump und Putin im vertrauten Gespräch nach der gemeinsamen Pressekonferenz.
Trump und Putin im vertrauten Gespräch nach der gemeinsamen Pressekonferenz. © IMAGO/Gavriil Grigorov
Donald Trump stieg kurz nach dem Putin-Treffen zurück in die Air Force One, verließ Alaska wieder.
Donald Trump stieg kurz nach dem Putin-Treffen zurück in die Air Force One, verließ Alaska wieder. © Julia Demaree Nikhinson/dpa/AP
Treffen von Trump und Putin.
Putin legt nach dem Treffen mit Trump Blumen an den Gräbern sowjetischer Soldaten nieder, die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Nationalfriedhof Fort Richardson in Alaska begraben wurden. © dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov
Das Flugzeug von Wladimir Putin nach dem Alaska-Treffen auf dem Weg zurück nach Russland – eskortiert von F-35-Kampfjets.
Das Flugzeug von Wladimir Putin nach dem Alaska-Treffen auf dem Weg zurück nach Russland – eskortiert von F-35-Kampfjets. © dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov

In der Ukraine scheint die Message angekommen zu sein: Selenskyj werde am Montag im Weißen Haus dieselbe schwarze Jacke tragen, die er im Juni bei einem Nato-Gipfel in den Niederlanden trug, heißt es aus Kiew. „Es wird im Anzugstil sein, aber kein kompletter Anzug“, sagte einer der Beamten. Beim Nato-Gipfel Ende Juni trug Selenskyj zum ersten Mal seit der Invasion im Jahr 2022 ein Sakko im Business-Stil, und US-Beamte sagten, Trump sei darüber erfreut gewesen.

Während US-Präsident Donald Trump konsequent Anzug trägt, ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seit Kriegsbeginn oft in zivil unterwegs.

„Erwarten wir nicht von ihm“ – Trump-Beamter über Selenskyjs potenzielle Krawatte

„Selenskyj kam wie ein normaler Mensch, nicht verrückt, und war gekleidet wie jemand, der zur Nato gehört. Sie hatten also ein gutes Gespräch“, soll ein US-Beamter damals gesagt haben. Ein Trump-Berater sagte jetzt gegenüber Axios, dass es „ein gutes Zeichen für den Frieden“ wäre, wenn Selenskyj am Montag einen Anzug tragen würde. Doch die Trump-Administration scheint weiterhin skeptisch gegenüber dem ukrainischen Präsidenten: „Es wäre toll, wenn er eine Krawatte tragen würde, aber das erwarten wir nicht von ihm“, sagte der Beamte weiter.

Ich hoffe, wir werden die Zeit haben, um über die Architektur von Sicherheitsgarantien zu sprechen. Das ist wirklich das Wichtigste.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Die Rangelei um Kleidungsordnung bei Treffen in Kriegszeiten ist nicht erst seit Selenskyj ein diplomatisch-symbolisches Kommunikationsmittel. Bereits Winston Churchill trug bei den historischen Treffen mit Sowjet-Führer Stalin und US-Präsident Roosevelt in 1943 in Teheran und 1945 in Jalta seine RAF-Uniform – auch um gegenüber Stalin die Erfolge der britischen Luftwaffe gegen Deutschland zu unterstreichen.

Sicherheitsgarantien für Ukraine und russische Gebietsansprüche im Fokus von Trump-Selenskyj-Treffen

Nach dem Alaska-Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin könnte Selenskyj nun kleidungstechnisch einlenken, um in den USA auch im rechten Lager Sympathien zu wecken, denn ihr ist auf einer wichtigen Mission: Zentrale Themen werden Sicherheitsgarantien für die Ukraine bei einer Friedenslösung und die Haltung gegenüber den russischen Gebietsansprüchen sein. Der ukrainische Präsident will dabei wohl möglichst wenig mit seinem Dresscode ablenken.  „Ich hoffe, wir werden die Zeit haben, um über die Architektur von Sicherheitsgarantien zu sprechen. Das ist wirklich das Wichtigste“, sagte Selenskyj am Montag bei einem Gespräch mit dem US-Sondergesandten Keith Kellogg.

An den Gesprächen im Weißen Haus nehmen auch mehrere europäische Spitzenvertreter teil, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte nach seinem Treffen mit Putin nach Angaben europäischer Politiker Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine in Aussicht gestellt - was unter anderen von Merz und von der Leyen sehr begrüßt wurde. (lm/afp)

Rubriklistenbild: © Schieffelbein/Pettitt/dpa/Montage

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