Ukraine-Krieg: Drohnenangriffe erschüttern Moskaus Illusion von Normalität
VonPatrick Mayer
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Ukrainische Drohnen erreichen in Russland offenbar selbst Moskau. Das erzählt der deutsche Botschafter, und davon, wie russische Dörfer um tote Soldaten trauern.
Moskau – Inmitten des Ukraine-Kriegs ist Russland, einschließlich Moskau, nicht mehr vor Drohnenangriffen gefeit. Dies teilte der deutsche Botschafter, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), kurz vor dem Weihnachtsfest in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.
Russland: Deutscher Botschafter - Kreml hält Krieg von Großstädten wie Moskau fern
Der 57-jährige Diplomat äußerte sich wie folgt über das Leben in der Russischen Föderation: „Von den großen Städten wird der Krieg weitgehend ferngehalten und eine Illusion von Normalität aufrechterhalten.“ Der wichtigste Unterschied seien jedoch „die Drohnenangriffe. Man ist nicht sicher, ob nachts etwas passiert. Regelmäßig müssen die Moskauer Flughäfen für ein paar Stunden schließen, und es gibt auch Treffer in der Stadt. Das beeinträchtigt das Leben auch in der Hauptstadt“, erklärte er.
Zuletzt häuften sich Berichte über Drohnenangriffe auf die Region Rostow am Don, an der ukrainischen Grenze gelegen. Beispielsweise soll der Militärflugplatz Morozov Ziel solcher Angriffe gewesen sein, bei denen offenbar mehrere Su-Kampfjets Schaden nahmen. Der Kreml äußerte sich nicht zu diesen Berichten.
Ukraine-Krieg: Angeblich mehr als 352.000 russische Soldaten getötet oder verwundet
Ähnlich verhält es sich mit den russischen Verlusten in der Ukraine, über die das Moskauer Regime weitestgehend schweigt. Der ukrainische Generalstab in Kiew behauptet dagegen, seit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch in das westliche Nachbarland am 24. Februar 2022 seien angeblich über 352.000 russische Soldaten getötet oder verwundet worden. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Dennoch scheint dies an der Gesellschaft vorbeizugehen, während die Propaganda etwa die vermeintlich KI-gesteuerte Panzerhaubitze 2S35 Koalitsiya-SV in den Vordergrund rückt. Und auf dem Land? „Der Krieg ist in ganz anderer Weise gegenwärtig: Es gibt ebenfalls die Plakate mit Werbung für Dienst in den Streitkräften, aber mit konkreten Gehältern und Unterzeichnungsprämien. Wer sich verpflichtet, dem werden pro Monat 2000 Euro versprochen – das ist deutlich mehr als der Mindestlohn von etwa 130 Euro“, berichtete Botschafter Lambsdorff im RND-Interview.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Russische Verluste in der Ukraine: Moskau schweigt - die Dörfer auf dem Land nicht
„Ich war auf dem Land in einem kleinen historischen Museum. Im letzten Raum stand ein halbes Dutzend Fotos junger Männer aus dem Dorf, die alle im Angriffskrieg gegen die Ukraine umgekommen sind. Das habe ich in Moskau so bisher nicht gesehen“, schilderte der FDP-Politiker. Die Auswirkungen des Krieges seien jedoch deutlich in der russischen Wirtschaft zu spüren, so Lambsdorff.
„Russland verfügt traditionell über einen starken Rüstungssektor und steckt da einen großen Teil des Haushalts rein. Andererseits gibt es in zahlreichen Branchen einen spürbaren Fachkräftemangel, der dadurch weiter verschärft wird, dass die Rüstungsindustrie jetzt noch mehr Arbeitskräfte absorbiert“, erklärte er. Für einen noch sehr langen Krieg? Neben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte zuletzt auch ein niederländischer Politiker vor weiteren imperialistischen Ambitionen des Kreml-Autokraten Putin.
Damaged by shrapnel, a Russian Su-34 at the Morozovsk airfield near Rostov. There was a night attack by unknown drones, one of which had "Greetings to katsaps (Russians) from Yarik" written on it 😂🫡#UkraineRussianWar#russiapic.twitter.com/i57DCVXXbL
Geoffrey van Leeuwen, Minister für Außenhandel und Entwicklung der Niederlande, erklärte The Kyiv Independent: „Unsere gesamte Sicherheitsstabilität wird jetzt auf die Probe gestellt. Das war also ein starkes Gefühl, warum wir Russland aufhalten müssen. Denn, wenn man sie jetzt in der Ukraine nicht aufhält, werden sie noch weitergehen. Es geht nicht nur um die Ukraine.“ (pm)
Mitarbeiter Patrick Mayer hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt.