Spabereich ist Luxus pur

Eigene Kapelle mit Thron: Geheim-Aufnahmen geben Einblick in Putins bizarren Protz-Palast

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Wladimir Putins Luxus-Palast am Schwarzen Meer ist renoviert worden. Journalisten ist es gelungen, den Größenwahn im Inneren zu dokumentieren.

Gelendschik – Wladimir Putin wird sicher nicht zu Unrecht Gier vorgeworfen. Etwa eine Gier nach Macht. Der 71-Jährige hat gerade seine fünfte Amtszeit als russischer Präsident angetreten. Möglich machte dies erst eine umstrittene Verfassungsänderung. Doch Putin wird auch eine Gier nach Reichtum und Vermögen unterstellt. Das zeigen jetzt neue Aufnahmen seines Geheimpalastes.

Aquadisco und Wellness-Bereich mit allem Schnickschnack: Putins Palast ist renoviert

Das Team des verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny hatte bereits 2021 über die riesige Anlage in Gelendschik in der Region Krasnodar berichtet, dass sie wohl dank Korruption entstand und eigentlich ein Aparthotel sein soll. Damals hatte der Oligarch Arkadi Rotenburg Journalisten versichert, dass es sein Anwesen sei. Doch heute, drei Jahre später, findet man das angebliche Hotel auf keiner Buchungsplattform.

In Putins Anwesen am Schwarzen Meer befindet sich jetzt ein Thron.

Das 2021 veröffentlichte, zwei Stunden lange Video, wurde zum Skandal. Nawalnys Team gelang es, heimlich Aufnahmen von dem Anwesen zu machen. Es ist nichts anderes als ein Protz-Palast, mit einem hauseigenen Striptease-Club, einer Aquadisco, sündhaft teuren Kronleuchtern und einem Hallenbad. Doch es soll nicht darum gehen, wie Putin es schafft, seinen Besitz zu verschleiern, sondern um eine Schilderung, wie es jetzt im Inneren aussieht.

Ein Kronleuchter kostet rund 500.000 Euro

Denn der Palast ist renoviert worden. Journalisten des Investigativnetzwerks Project ist es gelungen, heimlich zu filmen, und stellten die Aufnahmen Nawalnys Team zur Verfügung. Die Aqua-Disco im Außenbereich ist fertiggestellt, auf dem Gelände wimmelt es von Marmorstatuen.

In Putins Protz-Palast befindet sich ein Hallenbad mit sündhaft teuren Kronleuchtern.

Im Inneren gönnt sich Putin, der auch eine Residenz nahe der Grenze zu Finnland besitzen soll, einen Spa- und Wellnessbereich, den es wohl in keinem Luxushotel der Welt so gibt: ein Hallenbad mit Kristallkronleuchtern, die pro Stück umgerechnet rund 500.000 Euro kosten sollen, eine Kräuterbar, eine Vichy-Dusche, ein Whirlpool, mehrere Bäder für Unterwassermassagen, ein Dampfbad mit Goldmosaiken, und noch einiges mehr.

Putins Villa hat jetzt eine eigene Kapelle mit Thron

Komplett neu ist: Wo vorher eine Halle mit Spielautomaten war, befindet sich jetzt die hauseigene Kapelle. Mit Ikonen, einem vergoldeten Kerzenständer, einem Rednerpult und einem Thron. Früher wurden solche Stühle in Kirchen für Könige aufgestellt. Weichen musste womöglich auch die Striptease-Bar. Wo auf alten Bildern eine Stange zu erkennen war, sieht man jetzt nur noch Loungemöbel.

Ikonen und vergoldeter Kerzenständer: Auch in Putins hauseigener Kapelle regiert der Luxus.

Dem Project-Team sind auch angeblich offizielle Baupläne von Putins Palast in Gelendschik am Schwarzen Meer zugespielt worden. Darauf ist zu erkennen, dass Zimmer umbenannt wurden: So wurden etwa die Musiklounge zu Lobby Nr. 1 oder der Lesesaal zu Lobby Nr. 2, andere Zimmer heißen nun Apartment 1, Apartment 2, usw. Es soll eben den Anschein eines Aparthotels erwecken. (mt)

Rubriklistenbild: © Navalny.com/Screenshot

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