Reform im Januar 2023

Wohngeld 2022: 190 extra – wer jetzt von den Hilfen wann und wie profitiert

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Mehr Wohngeld für mehr Menschen: Das Kabinett beschließt die Wohngeldreform. (Symbolfoto)
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Wer hat in Deutschland Anspruch auf Wohngeld? Nachdem eine Erhöhung angekündigt wurde, steigt auch der Kreis der Leistungsberechtigten. Alle Informationen.

Berlin – Das Wohngeld in Deutschland bekommt eine Erhöhung: Nachdem seit Monaten über eine entsprechende Anpassung debattiert wurde, ließ das Bundeskabinett nun Taten folgen: Ab Januar 2023 sollen nicht nur mehr Haushalte den staatlichen Mietzuschuss bekommen, sondern das Wohngeld auch um durchschnittlich 190 Euro pro Monat angehoben werden. Ein entsprechender Antrag von Bauministerin Klara Geywitz (SPD) wurde am Mittwoch, dem 28. September, durchgewunken. Doch wer profitiert jetzt von der Hilfe und wann gibt es das Wohngeld?

Wohngeld – wer hat Anspruch? Kreis von Berechtigten wird erweitert

Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Während in der Ukraine weiter der Krieg tobt und ein Ende noch lange nicht in Sicht ist, steigen bundesweit die Kosten fürs Heizen. Doch nicht nur Gas klettert immer wieder auf neue Rekordwerte, auch für Strom und Lebensmittel müssen Verbraucher in Deutschland immer tiefer in die Tasche greifen. Aus diesem Grund wird nun der Kreis der Wohngeldempfänger erweitert. Künftig sollen im Bundesgebiet etwa zwei Millionen Menschen zu den Leistungsberechtigten zählen. Derweil fragen viele Menschen, wann der Heizkostenzuschuss 2022 bei ihnen ankommt.

„Viele Menschen in unserem Land haben Angst vor dem kalten Winter. Sie wissen nicht, ob sie Gas und Strom bezahlen können, wenn die Wohnkosten schon einen Großteil ihres Haushaltseinkommens ausmachen“, sagte Geywitz zu der Entscheidung. Die Reform des Wohngelds weckt große Erwartungen. Doch es gibt Probleme: Auf die Frage „Wer bekommt Wohngeld“ haben viele Verbraucher keine Antwort – und wissen mitunter nicht, dass sie leistungsberechtigt sind und von der Wohngeldreform aus dem 3. Entlastungspaket profitieren könnten.

Wie viel Wohngeld? Leistung hängt von Miete und Einkommen ab

Für viele Leistungsberechtigte ist beim Wohngeld besonders wichtig, wie viel Geld sie schlussendlich bekommen können. Generell soll die Zuzahlung zur Miete durchschnittlich um 190 Euro steigen, allerdings werden nicht alle Wohngeldempfänger gleichermaßen profitieren. Denn entscheidend ist, wie hoch Miete und Einkommen sind und wo genau man wohnt.

Wohngeld beantragen: Mit dem Wohngeldrechner können Berechtigte ihren Anspruch prüfen

Viele Menschen in Deutschland beantragen Wohngeld nicht, obwohl sie berechtigt sind. Doch wer kann den Zuschuss überhaupt bekommen? Ein einfacher Weg, um dies herauszufinden, ist der Wohngeldrechner. Auf die Frage „Habe ich Anspruch auf Wohngeld“ gibt es dann in der Regel schnell eine Antwort. Neben dem offiziellen Rechner des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gibt es noch weitere Anbieter, die deutlich machen, ob Wohngeld beantragt werden kann.

Wie etwa die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll es aber so sein, dass Wohngeld-Haushalte in Deutschland insgesamt pro Monat 370 Euro bekommen könnten. Eine Beispielrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass ein Rentner in Berlin mit einer monatlichen Rente von 1259 Euro brutto und Kaltmiete von 500 Euro monatlich künftig 252 Euro Mietzuschuss in Form des Wohngelds bekäme – 178 Euro mehr als bisher. Für eine vierköpfige Familie in München mit Einkommen von 2386 Euro (brutto) und Kaltmiete von 1000 Euro steige das Wohngeld von 481 auf 804 Euro.

Wohngeld beantragen: Welche Voraussetzungen gelten

Während für viele Verbraucher und Mieter entscheidend ist, wie viel Geld es mit dem Wohngeld gibt, fragen sich besonders inmitten der Energiekrise in Deutschland, ob sie überhaupt Wohngeld beantragen können. Dass es derzeit viele Berechtigte geben könnte, die gar nicht wissen, dass ihnen ein Mietzuschuss zusteht, kann unter anderem an der komplizierten Berechnung des Wohngeldanspruchs liegen. Denn eine Einkommensschwelle gibt es nicht.

Was ist Wohngeld?

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Menschen, die über ein kleines Einkommen verfügen. Doch nicht nur Mieter können von der Hilfe profitieren: Auch wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus und zugleich wenig Geld hat, kann für die Tilgung seiner Kredite Unterstützung bekommen. Wohngeld kann nur dann beantragt werden, wenn keine anderen Sozialleistungen bereits Wohnkosten abdecken – dazu zählt etwa Hartz IV, das zeitnah durch das Bürgergeld ersetzt werden soll.

„Ich möchte jeden bitten, der wenig Einkommen und hohe Wohnkosten hat: Prüfen Sie, ob Sie einen Anspruch auf Wohngeld haben. Es ist Ihr gutes Recht“, verspricht Geywitz nun im Rahmen der Reform des Wohngeldes. Die einfachste Möglichkeit zu prüfen, ob ein Wohngeldanspruch besteht, ist der Wohngeldrechner, den das zuständige Ministerium kostenlos zur Verfügung stellt. Faktoren in der Rechnung sind Einkommen, Miete, Haushaltsgröße und Wohnort. Ob man Wohngeld bekommen könnte, ist so relativ prüfbar.

Wer kann Wohngeld betragen? Ampel will Kreis der Empfänger deutlich erweitern

Derzeit sind etwa 600.000 Haushalte in Deutschland Empfänger von Wohngeld. Ihre Zahl soll künftig deutlich erhöht werden. Nach der Reform sollen 1,4 Millionen weitere Haushalte Wohngeld beantragen können. Da in manchen leistungsberechtigten Wohnungen auch mehrere Menschen leben können, rechnet die Regierung mit etwa 4,5 Millionen Menschen, die von den Leistungen profitieren könnten. Darunter seien viele Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Wohngeld in Deutschland zu beantragen, ist dabei ein normaler, bürokratischer Akt: Nach der selbstständigen Prüfung eines Leistungsanspruchs können Verbraucher einen Antrag einreichen – zuständig sind die Länder beziehungsweise die Gemeinden. Durch die Erhöhung des Wohngeldes erwartet die Bundesregierung, dass zusätzliche Kosten von mehr als drei Milliarden Euro entstehen. Wie dies künftig finanziert werden soll, ist noch nicht eindeutig geklärt: Der Bund will die Länder mit in die Pflicht nehmen – diese lehnen das allerdings entschieden ab.

Kritik am Wohngeld auch nach Erhöhung: Zeitplan für Länder kaum möglich

Große Herausforderung für das Wohngeld ist zudem, dass die Erhöhung ab 2023 auch rechtzeitig bei den Wohngeldempfängern ankommt. Länder wie Berlin haben bereits Zweifel angemeldet. Da viele neue Anträge für Wohngeld erwartet werden, könnte die Bearbeitung längere Zeit beanspruchen. Mitunter könnte es dann möglich sein, dass das Wohngeld erst mehrere Monate später zugeteilt wird.

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