NRW-Ministerpräsident

Hendrik Wüst nach Explosion in Ratingen mit klarer Ansage

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Bei der Explosion in Ratingen wurden Polizisten und Feuerwehrleute teils lebensgefährlich verletzt. NRW-Ministerpräsident Wüst zeigt sich erschüttert.

Düsseldorf/Ratingen – Die Bestürzung nach den Vorfällen in Ratingen (NRW) ist groß. Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr rückten am Donnerstag (11. Mai) zu einer Wohnung im westlichen Teil der Stadt im Kreis Mettmann aus. Dort wurde nach einem Anruf eine hilflose Person befürchtet. Als sie in der Unterkunft in dem Hochhaus ankamen, soll ein 57-Jähriger mit einem bislang unbekannten Gegenstand eine Explosion verursacht haben. Insgesamt 33 Personen wurden teils schwer verletzt. Zwei Polizisten und drei Feuerwehrleute schweben in Lebensgefahr. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigt sich schockiert.

Entsetzen, Anteilnahme und Solidarität mit Einsatzkräften nach Explosion in Ratingen

Am Donnerstag kam es in Ratingen zu einer Explosion. Etliche Einsatzkräfte wurden schwer verletzt. Zwei Leichen wurden gefunden.
Am Donnerstag (11. Mai) wurde die Polizei in Ratingen losgeschickt, um einer „hilflosen Personen“ zu helfen. Doch der vermeintliche Routineeinsatz eskalierte komplett. In dem Hochhaus in der Berliner Straße kam zu einer Explosion mit Feuerball. © Tim Oelbermann/Imago
Viele Feuerwehr- und Rettungswagen stehen auf einer Straße in Ratingen.
Die Explosion in Ratingen rief viele Einsatzkräfte auf den Plan. Neben Polizei, waren auch Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. © Tim Oelbermann/Imago
Polizeibeamte mit Gasmasken und Feuerwehrleute stehen vor einem Hochhaus.
Auslöser der Explosion war ein Gefäß Benzin, was der Tatverdächtige Einsatzkräften entgegengeworfen hatte. Bei dem 57-Jährigen handelt es sich um einen Gewalttäter, gegen den bereits zwei Strafbefehler vorlagen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Polizeibeamte in Spezialausrüstung stehen vor einem Hochhaus.
Der verheerende Vorfall in Ratingen rief schließlich auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) auf den Plan. © David Young/dpa
Ein Polizeibeamter in Spezialausrüstung steht auf einem Balkon und zielt mit einer Waffe.
Schwer bewaffnet drang das SEK in das Hochhaus in der Berliner Straße in Ratingen ein. © David Young/dpa
SEK-Kräfte stürmen nach einer Explosion die Wohnung in Ratingen.
Schließlich stürmte das Sonderkommando die Wohnung in der Berliner Straße in Ratingen und nahm den 57-jährigen Mann fest. Er wurde anschließend von einem Richter wegen versuchten Mordes in neun Fällen in Untersuchungshaft geschickt. © Tim Oelbermann/Imago
Ein verletzter Polizeibeamter wird vor einem Hochhaus in einen Krankenwagen gebracht.
Ganze 24 Einsatzkräfte wurden bei dem Einsatz in Ratingen verletzt. Zwei Polizisten sowie sieben Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter hatten durch den Feuerball Teil schwerste Verbrennungen erlitten. © Rolf Vennenbernd/dpa
Bestatter bringen den Leichnam einer in einer Wohnung aufgefundenen Person zum Leichenwagen.
Nach dem Einsatz wurden sowohl in der betroffenen Wohnung, sowie einer Nachbarwohnung zwei Todesopfer entdeckt. Ein älterer Mann sowie eine ebenfalls ältere Frau. Bei letztere könnte es sich um die 91-jährige Mutter des 57-jährigen Verdächtigen handeln, jedoch wurde das noch nicht abschließend geklärt. © Christoph Reichwein/dpa
Gedenkveranstaltung an verletzte Einsatzkräfte aus Ratingen.
Der eskalierte Einsatz in Ratingen sorgte für viel Anteilnahme aus der Bevölkerung. An einer Mahnwache und Solidaritätskundgebung nahmen am Samstag (13. Mai) über 800 Leute teil. © Tim Oelbermann/Imago

NRW-Ministerpräsident Wüst nach Explosion: „Nachrichten aus Ratingen erschüttern“

„Die Nachrichten aus Ratingen erschüttern“, schrieb der CDU-Politiker am Donnerstagabend auf Twitter. In Gedanken sei er bei den schwerstverletzten Einsatzkräften, „die mutig ihr Leben riskiert haben und nun darum kämpfen“. Den Betroffenen versicherte Wüst die volle Unterstützung. Auch die Hintergründe der Tat herauszufinden, sei jetzt außerordentlich wichtig: „Die Behörden setzen alles daran, die Umstände des Vorfalls aufzuklären“. Die Polizei zeigte sich indes am Abend des Vorfalls erbost: Menschen hatten die Behandlung der schwerstverletzten Einsatzkräfte gefilmt und auf Social Media verbreitet.

NRW-Ministerpräsident Wüst zeigte sich nach der Explosion in Ratingen schockiert. (Archivbild)

Bundesinnenministerin Nancy Faeser zu Ratingen: „Wirklich etwas unvorstellbar Schreckliches“

Auch andere Politikerinnen und Politiker hatten sich nach dem schlimmen Vorfall bereits geäußert und ihr Beileid ausgesprochen. So sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser wenige Stunden nach dem furchtbaren Vorfall: „Das ist wirklich etwas unvorstellbar Schreckliches für diejenigen, die sich Tag für Tag für andere Menschen und für deren Sicherheit einsetzen“, so die SPD-Politikerin.

Schlimm sei auch, dass es bei einem Routineeinsatz zu einem solch schrecklichen Ereignis gekommen sei. Zudem gab Faeser an, dass sie noch am Tag des Unglücks mit ihrem NRW-Amtskollegen Herbert Reul gesprochen habe. Während eines Telefonats habe sie sich über die Lage informiert und die volle Unterstützung der Bundesregierung zugesagt.

NRW-Innenminister Reul spricht nach Explosion in Ratingen von „extrem gefährlichen Entwicklungen“

Der Innenminister von NRW äußerte sich indes im Innenausschuss des Landtags in Düsseldorf. Laut dem Politiker der CDU seien weiterhin viele Fragen offen. So sei die Identität der weiblichen Leiche, die in der Wohnung gefunden wurde, weiterhin unklar. Ebenso unklar sei, woran die Frau verstarb. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) sei sie bereits seit längerem tot.

Reul sprach am Donnerstag von „extrem gefährlichen Entwicklungen“. Recherchen in den sozialen Medien hätten ergeben, dass sich der Mann „im Corona-Leugner-Umfeld gedanklich aufgehalten habe“. Diese Aussage revidierte der Innenminister bereits am nächsten Morgen in einem Interview mit dem Radiosender WDR2. Bezüglich des Corona-Leugner-Hintergrunds sei er sich nun „nicht ganz sicher“. Die Angaben könnten auch auf einer Namensverwechslung basieren, wie ein Sprecher der Polizei Düsseldorf auf Nachfrage der dpa bestätigte. Klar sei jedoch, dass der Mann bereits zuvor mit kleineren Delikten aufgefallen sei.

Explosion in Ratingen: Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Tötungsdelikt aus

Am Freitagmorgen gibt es zu dem gesundheitlichen Zustand der schwer verletzten Einsatzkräfte noch keine weiteren Erkenntnisse. Auch Innenminister Reul konnte noch keine genaueren Angaben dazu machen. Der CDU-Politiker zeigte sich besorgt: „Was ich damit weiß, klingt nicht gut“. Am Donnerstagabend vermeldete die Polizei Düsseldorf, dass insgesamt fünf Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr lebensgefährlich verletzt wurden – darunter eine 25-jährige Polizistin und ihr 29 Jahre alter Kollege. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

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