Schlappe für Söder

Kanzlerkandidatur: Warum die Chancen nach den Wahlen für Hendrik Wüst massiv gestiegen sind

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Die Ergebnisse der Landtagswahlen sind auch erste Signale in Richtung Kanzlerkandidatur der Union: Hendrik Wüst dürfte sich im Stillen freuen.

München/Düsseldorf – Natürlich hat der CDU-Parteivorsitze den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl 2025. Und der CDU-Parteichef heißt aktuell Friedrich Merz. Aber der selbstbewusste CSU-Parteichef Markus Söder hat auch schon Armin Laschet den Weg zur Kandidatur schwer gemacht. Muss Merz jetzt wieder zittern? Oder gilt das alte Sprichwort: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, zum Beispiel NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst? Auch ihm, dem jung-dynamischen Landesvater in Nordrhein-Westfalen, werden immer wieder Ambitionen und gute Chancen nachgesagt, wenn es um die K-Frage der Union geht.

Vorweg: Ein Kanzler aus Bayern, das wird wohl zum jetzigen Zeitpunkt auch 2025 nichts. Denn die Wahl in Bayern ist für viele in der Union ein wichtiger Zwischenschritt bei der Kür des nächsten Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2025. CSU-Chef Markus Söder hat zwar wiederholt betont, keine eigenen Ambitionen zu hegen.

Bundestagswahl 2025: Kandidatur von Söder wohl vom Tisch – Hendrik Wüst profitiert

In der CDU und der CSU rechneten aber viele damit, dass der 56-Jährige dennoch wieder seinen Hut in den Ring werfen würde, zumindest wenn er sich eine realistische Chance auf das Amt ausrechnen könnte. Diese Option dürfte jetzt endgültig vom Tisch sein.

Laut Prognosen am Abend fuhr die CSU mit gut 36 Prozent kein gutes Ergebnis ein. Dafür konnte sein Unionskollege Boris Rhein in Hessen mit gut 35 Prozent deutlich besser abschneiden. „Mit diesem Ergebnis wird es für Markus Söder schwer, seinen Hut für eine mögliche Kanzlerkandidatur der Union für 2025 in den Ring zu werfen. Seine politische Heimat wird wohl Bayern bleiben“, sagt Professor Jürgen Falter zu Ippen.Media. Der renommierte Wahl- und Parteienforscher lehrt an der Uni Mainz.

Kanzlerkandidat der Union 2025: Warum es für Boris Rhein noch zu früh ist

Ist jetzt aber Boris Rhein der neue Star am CDU-Himmel? Parteichef Friedrich Merz ließ in der Vergangenheit kein Fettnäpfchen aus und sorgt auch in den eigenen Reihen für viel Unmut. Für den Politologen ist aber auch Boris Rhein noch kein Anwärter für die Unions-Kandidatur: „Für Boris Rhein ist es viel zu früh, eine Kandidatur für die Bundestagswahl 2025 anzustreben. Im Gegensatz zu Hendrik Wüst, dem Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen, ist er in der CDU bisher noch nicht stark genug verwurzelt.“

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst


Aktuell kann also für Friedrich Merz nur NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, er gewann seine Wahl 2022 mit 35,7 %, gefährlich werden. Wüst steht für die moderne CDU, führt das bevölkerungsreichste Bundesland mit ruhiger Hand und hat mit seinem Koalitionspartner, den Grünen, keine Probleme. Anders als Merz ist Wüst ein echter Sympathieträger. Und so

Den Herausforderer von Kanzler Olaf Scholz (SPD) dürfte die Union in ziemlich genau einem Jahr, im Herbst 2024, küren - nach den dafür ebenfalls wichtigen Ost-Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. (ZRQA)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder / dpa

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