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Jens Kiffmeier
Nail Akkoyun
Felix Durach
Bedrettin Bölükbasi
Die syrische Stadt Aleppo fällt in die Hände der Rebellen. Der Iran reagiert prompt und schickt pro-iranische Milizen – und denkt über Truppen nach. Der News-Ticker.
Update vom 5. Dezember, 6.26 Uhr: Der Krieg in Syrien treibt rund 150.000 Menschen auf die Flucht. Das teilten die Vereinten Nationen mit. Der Syrien-Beauftragte Gonzalo Vargas Llosa schrieb auf der Plattform X, die Zahl der Menschen, die wegen der Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und den Regierungstruppen fliehen mussten, nehme rapide zu und würde höchstwahrscheinlich weiter steigen. Mitte vergangener Woche hatte eine Allianz von Aufständischen eine Offensive im Nordwesten begonnen und die Kontrolle über Aleppo übernommen, die zweitgrößte Stadt des Landes. Mittlerweile konzentrieren sich die Kämpfe auf die Stadt Hama.
Nach Fall von Aleppo: Rebellen starten im Syrien-Krieg Offensive auf Hama
Update vom 4. Dezember, 18.15 Uhr: Die Oppositionskräfte in Syrien haben bei ihrer jüngsten Offensive nahe der Stadt Hama auch einen gemeinsamen Stützpunkt der syrischen und russischen Armeen erobert. Auf Fotos, die die Rebellen vom Stützpunkt veröffentlichten, sind neben syrischen auch russische Flaggen zu sehen. Auf dem Stützpunkt eroberten die Rebellen daneben dutzende moderne Panzer sowie gepanzerte Fahrzeuge, die sie nun in ihrer Offensive nutzen werden.
Indes berichten oppositionsnahe Medien und Aktivisten, dass Rebellen angefangen haben, die Stadt Hama aus drei Richtungen zu stürmen und sich dem militärischen Flughafen genähert haben. Im Laufe des Tages hatten die Rebellen dutzende Dörfer und Siedlungen um Hama herum eingenommen. Dabei hat die Opposition wohl schon das nächste Ziel im Auge: Die Stadt Homs im Süden von Hama.
In einer Botschaft an die Bevölkerung von Homs hieß es: „Die Morgendämmerung der Freiheit kommt, die Zeit von Erpressung und Tyrannei wird enden.“ Der Begriff „Morgendämmerung der Freiheit“ könnte dabei ein Verweis auf die von pro-türkischen Rebellen gestartete Offensive im Norden von Syrien um Aleppo herum sein. Die Kräfte, die direkt von der Türkei bewaffnet und ausgebildet werden, hatten Verstärkung nach Hama geschickt.
Syrische Rebellen stehen vor Einnahme von weiterer Stadt: Hama im Visier der Opposition
Update vom 4. Dezember, 15.50 Uhr: Die syrischen Rebellen setzen ihren Vormarsch in Richtung der Stadt Hama fort. Dutzende Dörfer und Siedlungen im Westen und Osten der Stadt wurden von den Oppositionskräften eingenommen. Die Strategie der Rebellen deutet darauf hin, dass sie wie schon in Aleppo auch Hama zuerst belagern, schließlich vom Osten und Westen eindringen wollen. Die Stadt wird mit Kamikazedrohnen und Artillerie ständig beschossen. Außerdem haben die Rebellen mehrere Straßen aus Hama in Richtung andere Gebiete von Syrien abgeschnitten. Die pro-türkische Syrische Nationalarmee aus dem Norden von Syrien hat zusätzliche Kräfte zur Unterstützung der Rebellen geschickt.
Das Operationshauptquartier der Rebellen veröffentlichte mehrere Aufnahmen aus den eingenommenen Gebieten und gab an, Behauptungen des Assad-Regimes, man habe die Rebellen zurückgedrängt, lediglich eine Lüge sei, um den Kampfgeist der eigenen Truppen aufrecht zu halten. Das Regime hatte zudem behauptet, man habe Khanaser im Südosten von Aleppo zurückerobert. Seither haben die Rebellen mehrere Videoaufnahmen aus der Stadt veröffentlicht, die ihre Kontrolle belegen.
Update vom 4. Dezember, 9.01 Uhr: Die syrische Armee unter der Führung von Baschar al-Assad hat eine Gegenoffensive eingeleitet, nachdem die islamistische Rebellenallianz in Syrien schnell vorgerückt waren. Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Regierungskreisen zufolge, gelang es den Streitkräften, die Aufständischen in der Nacht zum Mittwoch etwa zehn Kilometer nördlich der Stadt Hama zurückzudrängen.
Vor etwa einer Woche startete eine Aufständischenallianz, angeführt von der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS), eine Offensive im Nordwesten Syriens. Sie erlangten am Wochenende die Kontrolle über Aleppo, die zweitgrößte Stadt des Landes.
News zum Bürgerkrieg in Syrien: Erdogan profitiert gleich zweimal von der Rebellen-Offensive
Update vom 4. Dezember, 5.52 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan profitiert nach Ansicht eines Militärexperten politisch von der Rebellenoffensive im Nordwesten Syriens. Zwei wichtige Ziele der Türkei im Nachbarland könnten damit verwirklicht werden, sagte der Militärexperte und ehemalige Luftwaffengeneral Erdogan Karakus der Deutschen Presse-Agentur. Einerseits könne Ankara darauf hoffen, dass zumindest ein Teil der mehr als drei Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei in ihr Heimatland zurückkehren, sollten die Aufständischen Aleppo halten können. Andererseits gehe er davon aus, dass protürkische Rebellen die Kurdenmiliz YPG aus dem Gebiet westlich des Euphrats vertrieben, sagte Karakus.
Syrien-Krieg: Nach Aleppo-Offensive greifen Rebellen jetzt Manbidsch an
Update vom 3. Dezember, 20.34 Uhr: Oppositionsnahe Quellen aus Syrien sowie Sicherheitsquellen aus der Türkei berichten, dass die pro-türkische Syrische Nationalarmee (SNA) in den Morgenstunden mit einer neuen Offensive beginnen wird. Das Ziel: Die Stadt Manbidsch, die aktuell von der überwiegend kurdischen PKK/YPG-Miliz kontrolliert wird. Zuvor hatte der kurdische Sender Rudaw berichtet, dass sich die PKK/YPG aus der Stadt zurückziehen wird, offenbar um große Verluste angesichts des schnellen Vormarsches der Rebellen zu vermeiden. In Manbidsch stand die Miliz immer wieder unter der Schirmherrschaft von Russland und dem Assad-Regime. Die russische Beteiligung führte oft dazu, dass die Türkei Offensiven zur Einnahme der Stadt abbrechen musste.
Nun scheint die Stunde allerdings gekommen zu sein: Auf Videos in sozialen Medien ist zu sehen, wie die SNA Konvois mit hunderten Fahrzeugen an die Frontlinien vor Manbidsch entsendet. Vor einigen Tagen hatten einzelne Rebellengruppen außerdem angekündigt, dass ihr nächstes Ziel Manbidsch sei. Sollten die pro-türkischen Rebellen einnehmen, so ist für die Türkei ein wichtiger Meilenstein erreicht. Fast die gesamte Präsenz der PKK/YPG westlich des Euphrat wird somit zerschlagen. Die Organisation kontrolliert jedoch fast das gesamte Gebiet östlich des Euphrat, mit Außnahme eines 30 Kilometer tiefen Landstrichs an der türkischen Grenze: Die Türkei hatte dieses Gebiet bei der „Operation Friedensquelle“ im Jahr 2019 erobert, darunter die Städte Tal Abyad und Ras al-Ain.
Zahlreiche Tote nach Kämpfen um syrische Stadt Hama
Update vom 3. Dezember, 19.23 Uhr: Bei Kämpfen rund um die strategisch wichtige syrische Stadt Hama sind nach Informationen von Aktivisten mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten waren 17 Mitglieder von Regierungstruppen, acht Kämpfer islamistischer Rebellen sowie zwei Zivilisten, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die mit einem Netz aus Informanten das Kriegsgeschehen im Land verfolgt.
Mitte vergangener Woche hatte eine Allianz von Aufständischen unter der Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) eine Offensive im Nordwesten Syriens begonnen und am Wochenende die Kontrolle über Aleppo, die zweitgrößte Stadt des Landes, übernommen. Die Frontlinie hat sich nun rund 130 Kilometer südlich um die Stadt Hama verschoben.
Update vom 3. Dezember, 17.57 Uhr: Laut Außenminister Abbas Araghtschi zeigt sich der Iran offen für eine mögliche Truppenentsendung nach Syrien. „Wenn die syrische Regierung Iran um die Entsendung von Truppen nach Syrien bittet, werden wir das Ersuchen prüfen“, erklärte der Minister gegenüber dem arabischsprachigen TV-Sender Alaraby angesichts der erneuten Eskalation des Bürgerkriegs.
Parallel dazu führte Irans Generalstabschef Mohammed Bagheri separate Telefongespräche mit dem russischen Verteidigungsminister Andrej Beloussow sowie seinen Amtskollegen in Syrien und Irak. Dabei wurde eine entschlossene Unterstützung der syrischen Armee erörtert, wie die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Intensive Gefechte in Syrien: „Wir rücken auf Hama vor“
Update vom 3. Dezember, 16.24 Uhr: Inzwischen haben sich die Kämpfe auch der strategisch wichtigen Stadt Hama genähert. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kam es im Norden der Provinz Hama zu intensiven Gefechten, bei denen die dschihadistischen Kämpfer auf stärkeren Widerstand stießen als zuvor in Aleppo. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von zahlreichen verlassenen Panzern und Militärfahrzeugen der syrischen Armee auf der Straße nach Hama.
Ein Rebell erklärte gegenüber der AFP: „Wir rücken auf Hama vor, nachdem wir die Ortschaften auf dem Weg dorthin gesäubert haben.“
Bereits am Montag war Hama mit Raketenwerfern angegriffen worden, wobei laut der Beobachtungsstelle sechs Zivilisten ums Leben kamen. Hama, im westlichen Zentrum Syriens gelegen, befindet sich auf einer wichtigen Verkehrsachse zwischen Aleppo im Norden und der Hauptstadt Damaskus.
Rebellen gewinnen Gebiete in Syrien – Gefechte mit Assads Truppen fordern zahlreiche Opfer
Update vom 3. Dezember, 11.25 Uhr: Nach Angaben von Alexei Zhuralev, dem stellvertretenden Chefs des Verteidigungskomitees der russischen Staatsduma, befinden sich russische Stützpunkte inmitten der Gefechte in Syrien im „Risikogebiet“. Dies sagte Zhuralev dem Portal News.RU. „Unsere Stützpunkte sind nicht so sehr weit entfernt vom Gefechtsgebiet“, so Zhuralev. Er bezog sich dabei in erster Linie auf die Luftwaffenbasis in Hmeimim und die Marinebasis in Tartus. Die russische Armee müsse vorsichtig sein, sagte er außerdem und warnte vor „Provokationen“.
Update vom 3. Dezember, 9.45 Uhr: Das Operations-Hauptquartier der syrischen Rebellen hat mitgeteilt, dass bei ihrer Offensive im Norden der Stadt Hama bislang mindestens 50 Soldaten des Assad-Regimes getötet wurden. Gleichzeitig hieß es, man setze den Vormarsch in Richtung Hama vor. Lokalen Quellen zufolge sind die Rebellen nur noch sechs Kilometer von der Stadt entfernt. Nachdem die Siedlung Qalaat al-Madiq eingenommen wurde, haben die Oppositionskräfte nun eine Offensive gegen Suqlaybiyah, beides nördlich von Hama, gestartet.
Im Laufe der Nacht hat die Opposition zahlreiche Orte unter Kontrolle gebracht: Halfaya, Maardis, Taybat al-Imam, al-Hawidscha, Rahbat Chattab und Tal al-Nasiriyah wurden eingenommen.
Syrische Rebellen stoßen Richtung Hama vor: Kurdische Miliz verlässt Aleppo
Update vom 2. Dezember, 21.25 Uhr: Die syrischen Rebellen machen in ihrer Offensive im Norden von Hama weiterhin Fortschritte. Lokale Quellen melden mehrere Eroberungen: Die Rebellen stoßen demnach Dorf für Dorf vor, in Richtung Hama. Dabei gibt es auch nach Darstellung des Operations-Hauptquartiers der Oppositionskräfte schwere Zusammenstöße mit Regimetruppen. Man habe mindestens fünf Regime-Soldaten gefangen genommen, hieß es vom Hauptquartier. Panzer und Truppenansammlungen von Diktator Baschar al-Assads Soldaten werden ins Visier genommen. Insgesamt handelt es sich im Norden von Hama um eine sehr aktive Frontlinie in den Abendstunden.
Zu den aktuellen Frontlinien könnte noch eine weitere dazukommen: Syrische Rebellen, die der Türkei nahestehen und vom türkischen Militär ausgebildet werden, veröffentlichen inzwischen Videos über ihre Vorbereitungen für eine Offensive in Richtung Manbidsch. Die Stadt wird aktuell von überwiegend kurdischen PKK/YPG-Milizen kontrolliert. Die Türkei hat bei früheren Offensiven in Syrien versucht, die Stadt einzunehmen. Politische Gespräche mit den USA und auch Russland hatten diesem Vorhaben allerdings zuvor einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun könnte die Rechnung doch noch aufgehen.
Die PKK/YPG-Mitglieder aus den Stadtteilen Ashrafiyah und Scheich Maksoud in Aleppo verlassen inzwischen nach und nach gemeinsam mit ihren Familien die Stadt. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen lange Konvois, die in Richung der Großstadt Raqqa östlich des Euphrat fahren. Auf den Aufnahmen auch zu sehen: Mitglieder der syrischen Rebellengruppen, die die Evakuierung der kurdischen Miliz überwachen und sich über ihre Niederlage lustig machen. Die PKK/YPG hatte versucht, die Rebellen in Aleppo zurückzudrängen. Zwei Bezirke wurden zwar eingenommen, jedoch sehr schnell wieder verloren. Die pro-türkischen Rebellen hatten außerdem einen Unterstützungskorridor der YPG aus Raqqa zerschlagen. Die Miliz musste sich daher geschlagen geben.
Update vom 2. Dezember, 20.48 Uhr: Bei der Großoffensive dschihadistischer Kämpfer in Syrien handelt es sich nach Ansicht von Machthaber Baschar al-Assad um einen Versuch, die Grenzen in der Region entsprechend westlicher Interessen zu verschieben. Die jüngste Eskalation spiegele die Ziele wider, „die Landkarte im Einklang mit den Zielen der Vereinigten Staaten und des Westens neu zu gestalten“, zitierte Assads Büro am Montag den Staatschef.
Assads Äußerungen stammten aus einem Telefongespräch mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Darin sprach er der Mitteilung zufolge von einer „terroristischen Eskalation“, die die „Region spalten und die Länder darin fragmentieren“ solle.
Verluste im Syrien-Krieg: Bereits über 500 Tote bei Gefechten
Update vom 2. Dezember, 18.25 Uhr: In Syrien hat der Konflikt zwischen islamistischen Aufständischen und den Streitkräften des Regimes von Assad wohl bereits über 500 Menschenleben gefordert. Das melden Aktivisten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die dank eines weitreichenden Informantennetzwerks stets gut unterrichtet ist, berichtet, dass unter den Getöteten auch 92 Zivilisten waren.
Die rebellische Gruppierung HTS verlor laut diesen Informationen 217 ihrer Kämpfer. Die von der Türkei unterstützte „Freie Syrische Armee“ hat Berichten zufolge 51 Opfer zu beklagen. Es wird berichtet, dass auf der Seite der syrischen Armee und den ihr treuen Truppen 154 Menschen ihr Leben verloren haben.
Krieg in Syrien: Rebellen stoßen weiter vor – mehrere Orte eingeommen
Update vom 2. Dezember, 14.40 Uhr: Gleich mehrere Orte nördlich der syrischen Stadt Hama sind in die Hände der Rebellen gefallen. Der historische Ort Qalaat al-Madiq wurde von den Oppositionskräften eingenommen. Den Rebellen nahestehende Quellen veröffentlichten Aufnahmen von Kämpfern, die vor dem Eingang der Stadt jubeln. Auch die Dörfer Abu Samira, Tal Malah, Al-Jabin, Al-Mughayir und Al-Jalma stehen nun unter Kontrolle der Rebellen. Das Ziel: Die Einnahme von Hama und möglicherweise der Vorstoß nach Homs im Süden.
Syrische Rebellen erobern neue Stadt: Assad-Regime auf dem Rückzug
Update vom 2. Dezember, 13.55 Uhr: Die Oppositionstruppen in Syrien vermelden erste Erfolge in ihrer Offensive gegen das Assad-Regime im Norden von Hama. Demnach wurde die Stadt Kernaz nördlich der Stadt eingenommen. Zuvor hieß es, es gebe schwere Zusammenstöße. Auch das Dorf al-Karkat wurde durch die Rebellen eingenommen.
Update vom 2. Dezember, 12.40 Uhr: Die syrischen Rebellen haben im Norden der syrischen Stadt Hama eine neue Offensive gestartet. Dies melden lokale Quellen übereinstimmend. Demnach gibt es derzeit Gefechte mit Regierungstruppen und pro-iranischen Milizen in Dörfern nördlich von Hama.
Erstmeldung: Aleppo – Im Norden Syriens erobert eine Allianz aus syrischen Rebellen aus der Provinz Idlib und der pro-türkischen Syrischen Nationalarmee (SNA) kontinuierlich neue Gebiete. Überraschend und mit einer stürmischen Offensive haben sie die Kontrolle über den Großteil der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo erlangt. Die Symbole des Diktators Baschar al-Assad, darunter Poster und Statuen, werden vernichtet und die grün-weiß-schwarze Flagge der syrischen Revolution wird überall gehisst.
Die Rebellenoffensive scheint in alle Richtungen unaufhaltsam voranzuschreiten. Sowohl die Armee von Assad als auch die überwiegend kurdische PKK/YPG-Miliz, die zumindest im Norden weitgehend verbündet ist, stehen im Fokus der Rebellen. Zahlreiche Städte und hunderte Dörfer in der Umgebung von Aleppo und im Norden der Großstadt Hama sind bereits in die Hände der Rebellen gefallen. Die gesamte Provinz Idlib, eine Hochburg der Rebellen, ist mittlerweile vollständig erobert worden.
Iran will Assad helfen: Verstärkung aus dem Irak für Gegenoffensive
Nun scheint der Iran, ein treuer Verbündeter des Assad-Regimes, zur Unterstützung zu eilen. Syrische Nachrichtenportale berichten, dass große Gruppen pro-iranischer Milizen aus dem Irak die Grenze nach Syrien überschritten haben und sich auf den Weg nach Aleppo machen, um die Rebellen und pro-türkischen Gruppen zu stoppen. Die iranische Hochburg Nubl-Zahra im Norden von Aleppo ist bereits fest in der Hand der syrischen Oppositionskräfte.
Lokale Quellen berichteten dem Sender Syria TV, dass das Assad-Regime auf diese iranischen Kräfte setzt, um verlorene Gebiete zurückzuerobern oder zumindest weitere Verluste zu verhindern. Es besteht jedoch die Befürchtung, dass der Hilfskorridor durch Rebellenangriffe unterbrochen werden könnte. Der iranische Außenminister Abbas Aragchi hat bereits die bedingungslose Unterstützung des Iran für Assad und seine Armee zugesagt.
Esmail Kowsari, der Leiter des militärischen Komitees im iranischen Parlament, unterstrich, dass der Iran „Beraterkräfte“ nach Syrien entsenden könnte, um die Assad-Armee zu unterstützen. „Wir erwarten eine starke Reaktion der Widerstandsfront“, sagte Kowsari, wobei er sich auf alle iranischen Gruppen in der Nahost-Region bezog. Der Iran vermutet einen „amerikanisch-israelischen Plan“ in Syrien, was die Rebellen jedoch bestreiten.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Inmitten der Entwicklungen in Syrien unternahm der iranische Außenminister Aragchi eine kurze Reise in der Region. Zunächst besuchte er die syrische Hauptstadt Damaskus und versicherte die volle Unterstützung des Iran für das Regime.
Anschließend reiste er in die Türkei. Vor seinem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen betonte Aragchi, dass der Iran und die Türkei „nicht immer einig“ seien und es Themen gebe, die besprochen werden müssten. „Ich hoffe, wir können mit der Türkei ein gemeinsames Verständnis mit Blick auf Stabilität in der Region entwickeln“, so der iranische Minister. (bb)
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