Armee wohl in Offensive

Putins Verluste im Ukraine-Krieg: Blutiger Meilenstein wohl bald erreicht

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Russlands Verluste häufen sich. Die Zahl der toten oder verletzten Soldaten nähert sich offenbar einer halben Million an.

Moskau/Kiew – Die Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin haben erneut hohe Verluste im Ukraine-Krieg zu verzeichnen. Nach jüngsten Schätzungen der Ukraine steht Russland mit seinen Verlusten bei vier Arten von Kriegsgerät kurz vor dem Erreichen eines bemerkenswerten Meilensteins. Auch die Zahl der getöteten Soldaten ist offenbar so hoch wie selten zuvor.

Wie das ukrainische Verteidigungsministerium am Donnerstag in einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) mitteilte, hat Russland in den vergangenen 24 Stunden 14 gepanzerte Kampffahrzeuge verloren. Damit sei die Gesamtzahl seit Beginn von Wladimir Putins groß angelegter Invasion am 24. Februar 2022 auf 13.942 gestiegen.

Der russische Machthaber Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg bereits viele Truppen eingebüßt. (Archivfoto)

Die Ukraine zerstört Drohnen und Artilleriesysteme – Putins Verluste im Ukraine-Krieg

Dem Post zufolge gab es auch bei Autos und Zisternen erhebliche Verluste für Russland. Insgesamt 57 seien durch die Bemühungen der Ukraine zerstört worden, womit sich die Gesamtzahl der Verluste in dieser Kategorie auf 15.949 erhöht habe. Außerdem habe man am Mittwoch (24. April) 10 Drohnen abgeschossen - 9449 waren es demnach insgesamt.

Ein weiterer Meilenstein für die Ukrainer scheint unmittelbar bevorzustehen: Am Vortag wurden offenbar 28 Artilleriesysteme ausgeschaltet, sodass sich die Gesamtzahl der russischen Verluste an diesem Gerät auf 11.836 belaufe.

Offenbar weitere 1.040 russische Soldaten gefallen – Ein trauriger Rekord für Putin naht

Das ukrainische Militär teilte auf X außerdem mit, dass zwischen Mittwoch und Donnerstag weitere 1040 russische Soldaten „eliminiert“ wurden. Das würde diesen 24-Stunden-Zeitraum zum tödlichsten für Putins Streitkräfte seit der Tötung oder Verwundung von 1050 Soldaten am 22. März machen. Die jüngste Zahl erhöht die Gesamtzahl der russischen Opfer, die Kiew seit Februar 2022 beansprucht, auf 462.980. Falls die Angaben zutreffen, ist der traurige Rekord von 500.000 gefallenen Russen also bald erreicht.

Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben über Verluste für Russland gleichwohl nicht. Kiew sagt, dem US-Portal Newsweek zufolge, dass diese „nicht den Anspruch erheben, besonders genau zu sein“. Trotzdem könnten sie „eine Vorstellung von der allgemeinen Größenordnung der Verluste geben – wie viele Milliarden Dollar in Form von russischem Schrott auf den Feldern der Ukraine liegen“. Die Zahl der Ukraine liegt über den Schätzungen der USA, die im Februar von rund 315.000 toten oder verwundeten russischen Soldaten ausgingen. Dennoch zeige sich, dass die russischen Streitkräfte erhebliche Verluste zu erleiden scheinen, während Moskaus langsame Offensive an der Ostfront weitergeht, so das Portal.

Nichts mehr wie zuvor - ein außenpolitischer Rückblick

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Mai: So stellt sich Recep Tayyip Erdogan die Zukunft der muslimischen Welt vor – Somalis feiern die Wiederwahl des türkischen Präsidenten. Merke: Die Freudenfeiern in Mogadischu hat die somalische Regierung organisiert. Erdogan kann nun an seiner „osmanischen“ Renaissance weiterarbeiten.  © AFP
Juni: Söldnerunternehmer Jewgenij Prigoschin will seine „Loyalität zu Putin“ bekunden und inszeniert einen Putsch seiner „Wagner“-Truppe. Im letzten Augenblick wird er ins Exil nach Belarus abgelenkt. Im August stürzt er mit einem Flugzeug ab, seitdem verehrt man in Moskau sein Andenken. rut/Bild: NATALIA KOLESNIKOVA/AFP
Juni: Söldnerunternehmer Jewgenij Prigoschin will seine „Loyalität zu Putin“ bekunden und inszeniert einen Putsch seiner „Wagner“-Truppe. Im letzten Augenblick wird er ins Exil nach Belarus abgelenkt. Im August stürzt er mit einem Flugzeug ab, seitdem verehrt man in Moskau sein Andenken.  © AFP
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August: Die Freude in Gabun ist riesig, als das Militär die Herrscherdynastie Bongo nach fast 56 Jahren an der Macht endlich wegputscht. Vor Gabun wurde im Niger geputscht, davor in Mali, davor in der Zentralafrikanischen Republik. Besser wird das Leben unter den neuen Mächtigen in Tarnfarben aber nicht.  © AFP
September: Die prekäre Lage der armenischen Enklave Berg-Karabach in Aserbaidschan endet innerhalb eines Tages mit Waffengewalt. Nach dem Sieg der Aseris im „Drohnenkrieg“ im September 2020 war das fast schon zu erwarten. Die 120 000 dort Ansässigen ergreifen die Flucht nach Armenien. rut/bild: ALAIN JOCARD/AFP
September: Die prekäre Lage der armenischen Enklave Berg-Karabach in Aserbaidschan endet innerhalb eines Tages mit Waffengewalt. Nach dem Sieg der Aseris im „Drohnenkrieg“ im September 2020 war das fast schon zu erwarten. Die 120 000 dort Ansässigen ergreifen die Flucht nach Armenien.  © AFP
Seit Oktober: Israelische Reservistinnen und Soldaten, Frauen und Männer nehmen am 7. November, einen Monat nach den Angriffen der Terrororganisation Hamas auf den Süden des Landes, an einer von Kerzen beschienenen Mahnwache auf dem Kikar Dizengoff in Tel Aviv teil. Die Massaker, bei denen um die 1200 Menschen getötet wurden, versetzen das Land in einen Schockzustand, von dem es sich nur langsam löst. Während man sich weitestgehend einig ist, dass die Hamas nicht mehr länger hingenommen werden kann, melden sich auch immer mehr Stimmen, die der Regierung Netanjahu Versagen aus eigenem Interesse vorwerfen. rut/Bild: JACK GUEZ/AFP
Seit Oktober: Israelische Reservistinnen und Soldaten, Frauen und Männer nehmen am 7. November, einen Monat nach den Angriffen der Terrororganisation Hamas auf den Süden des Landes, an einer von Kerzen beschienenen Mahnwache auf dem Kikar Dizengoff in Tel Aviv teil. Die Massaker, bei denen um die 1200 Menschen getötet wurden, versetzen das Land in einen Schockzustand, von dem es sich nur langsam löst. Während man sich weitestgehend einig ist, dass die Hamas nicht mehr länger hingenommen werden kann, melden sich auch immer mehr Stimmen, die der Regierung Netanjahu Versagen aus eigenem Interesse vorwerfen.  © AFP
Dezember: Nikki Haley mag so chancenlos wie die ganze republikanische Konkurrenz Donald Trumps sein. Aber wenigstens stellt die einzige Frau im Verfolgerfeld – ehedem UN-Botschafterin von Trumps Gnaden – sich klar gegen den Mann, der für seinen Wahlsieg 2024 schon eine Diktatur angekündigt hat. rut/bild:Sophie Park/AFP
Dezember: Nikki Haley mag so chancenlos wie die ganze republikanische Konkurrenz Donald Trumps sein. Aber wenigstens stellt die einzige Frau im Verfolgerfeld – ehedem UN-Botschafterin von Trumps Gnaden – sich klar gegen den Mann, der für seinen Wahlsieg 2024 schon eine Diktatur angekündigt hat.  © Getty Images via AFP

Ukrainische Truppen kämpfen mit schwerem Munitionsmangel – trotzdem Verlusten für Russland

Putins Truppen befinden sich in der Offensive um die eroberten Städte Awdijiwka und Bachmut in Donezk und stoßen auch in der südlichen Oblast Saporischschja und entlang der Grenze der Oblaste Luhansk und Charkiw im Osten vor. Die ukrainischen Truppen leisten Widerstand, während sie mit einem schweren Munitionsmangel zu kämpfen haben, der zum Teil auf die lange Verzögerung des 61-Milliarden-Dollar-Finanzierungspakets der USA zurückzuführen ist. Es wurde diese Woche nach, langem Ringen im Kongress, von US-Präsident Joe Biden unterzeichnet.

In dieser Woche wurde außerdem bekannt, dass die USA der Ukraine bereits das seit langem geforderte taktische Langstreckenraketensystem MGM-140 Army Tactical Missile System – auch als ATACMS bekannt – zur Verfügung gestellt haben. Berichten zufolge haben die ukrainischen Streitkräfte die Waffe bereits eingesetzt, unter anderem bei einem Angriff auf einen Militärflugplatz auf der von Putins Streitkräften besetzten Krim. In der Ukraine bereitet man sich zurzeit auf eine für den Sommer erwartete russische Offensive vor, für die derzeit Vorbereitungsarbeiten laufen. (tpn)

Rubriklistenbild: © Gavriil Grigorov/dpa

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