Ukraine-krieg

Kiews neue Geheimwaffe: Video zeigt zerstörerische Kraft der „Papp-Drohnen“

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Mit Drohnen, die größtenteils aus Pappe bestehen, greift die Ukraine immer mehr Ziele in Russland an – darunter auch Gebäude und Kampfflugzeuge.

Kiew – Mit einer neuen Drohne will die Ukraine in Zukunft besser gegen russische Ziele vorgehen. Ein neu aufgetauchtes Video zeigt, wie eine „Pappdrohne“ Ziele zerstört und damit russischen Truppen Verluste zufügen kann. Das Video wurde auf dem Youtube-Kanal des Journalisten Jurij Butusow veröffentlicht. Um sensible Informationen zu verbergen, ist die Drohne nur verschwommen zu sehen. Es zeigt, wie das unbemannte Flugobjekt eine Attrappe auf freiem Feld zerstört. Dabei ereignete sich die Explosion über dem Ziel.

Ähnliche Drohnen werden von der australischen Firma SYPAQ vom Typ „Corvo Precision Payload Delivery System (PPDS)“ hergestellt und wurden von der ukrainischen Armee bereits erfolgreich eingesetzt. Diese leichten Pappdrohnen mit einer Nutzlast von 3 Kilogramm können selbstständig starten und landen, bis zu 120 Kilometer weit und 60 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Solche Pappdrohnen haben den Vorteil, dass sie von der russischen Luftabwehr schwer erkannt werden können.

Ukraine-Krieg: 16 Papp-Drohnen sollen russische Kampfflugzeuge beschädigt haben

Offenbar wurden diese Drohnen bei dem Angriff auf den russischen Flughafen Kursk, der 90 km von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, eingesetzt. Bei dem Angriff sollen mehre Kampfflugzeuge vom Typ Su-30 und Mig-29 beschädigt worden sein. Auch sollen dabei Radar-Systeme von Flugabwehrraketen vom Typ S-300 beschädigt worden sein. Insgesamt 16 aus Karton gefertigte Flugkörper, die für Flugabwehr-Radare nur schwer zu orten sein sollen, seien in der Nacht zum vergangenen Sonntag zum Einsatz gekommen, berichteten ukrainische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Quellen beim Geheimdienst SBU.

Drohnenangriffe auf Moskau

Inzwischen gibt es in vielen Teilen von Russland erfolgreiche Drohnenangriffe. In der Nähe von Ljuberzi östlich von Moskau habe die Luftabwehr „einen erneuten Versuch, eine Drohne nach Moskau zu fliegen, vereitelt“, erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Freitag im Onlinedienst Telegram. „Ersten Berichten zufolge gab es keine Opfer oder Schäden. Die Rettungsdienste sind vor Ort.“

Ein mutmaßlich durch einen ukrainischen Drohnenangriff beschädigtes Wohngebäude in Kursk, Russland. Haben ukrainische Streitkräfte auch hier „Papp-Drohnen“ eingesetzt?

Roman Starowoit, Gouverneur der an die Ukraine grenzenden Region Kursk, vermeldete am Freitag, dass die Stadt Kurtschatow mit „zwei ukrainischen Drohnen“ angegriffen worden sei. Dabei seien ein Verwaltungsgebäude und ein Wohnhaus beschädigt worden, erklärte er bei Telegram.

Ukraine-Krieg hält seit 18 Monaten an

Kurtschatow liegt etwa 100 Kilometer von der russischen Grenze zur Ukraine. Die Ukraine wehrt seit über 18 Monaten mit westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Die Unterlegenheit bei Kampfflugzeugen und Raketen versucht das angegriffene Land zunehmend mit Kampfdrohnen auszugleichen, die teils aus eigener Produktion stammen. Zwar können durch solche Drohnen große Schäden verursacht werden, eine Kehrtwende im Ukraine-Krieg werden sie aber kaum bringen können. (erpe/dpa)

Rubriklistenbild: © Kursk Region Government/Imago

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