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Wie fit war der ehemalige US-Präsident vor der Präsidentschaftswahl 2024 wirklich? Ein Enthüllungsbuch geht mit Biden hart ins Gericht.
Washington, D.C. – Ein Enthüllungsbuch zeigt eindringlich auf, wie es tatsächlich um Joe Bidens Gesundheitszustand bestellt war. Das Fazit ist vernichtend. Der CNN-Journalist Jake Tapper und der Axios-Journalist Alex Thompson dokumentieren in ihrem Buch „Original Sin“ (die deutsche Version titelt „Hybris: Verfall, Vertuschung und Joe Bidens verhängnisvolle Entscheidung“) Bidens kognitiven Verfall. Dafür führten die Reporter mehr als 200 Interviews mit Bidens innerem Zirkel und dokumentierten seine öffentlichen Auftritte.
Dabei soll es mit Bidens Gesundheitszustand nicht erst kurz vor den US-Wahlen im November bergab gegangen sein. Bei einem Gerichtsverfahren im Oktober 2023 musste Biden Auskunft darüber geben, ob er Geheimdokumente mit auf seinen privaten Wohnsitz und privates Büro genommen hatte. Der Sonderberater Robert Hur, der die Befragung Bidens damals geführt hatte, beschrieb den ehemaligen Präsidenten in einem Bericht als einen „sympathischen, wohlmeinenden, älteren Mann mit schlechtem Gedächtnis“.
Bidens mentaler Verfall: Was wussten seine engsten Berater? Ein Buch klärt den „Cover-Up“ auf
Bidens Team und der Präsident selbst waren nach Veröffentlichung des Berichts geradezu wütend. Ein Punkt stieß Biden besonders sauer auf. In dem Bericht erklärte Hur, dass der Präsident vergessen habe, wann sein ältester Sohn verstorben war. Eine Darstellung, der Biden vehement auf einer Pressekonferenz widersprach. Axios veröffentlichte im Zuge des neuen Buches einen Audioausschnitt der Befragung, die zuvor unter Verschluss war. Der Mitschnitt unterstützt Hurs Darstellung eindeutig. Biden spricht mit schwacher Stimme und verwechselt das Datum, an dem sein Sohn Beau Biden verstarb.
In einem Interview mit dem New York Times-Kolumnisten Ezra Klein, um sein neues Buch vorzustellen, erklärte Tapper über Bidens Gesundheitszustand: „Die beiden Hauptbereiche, in denen wir nach Aussage von hochrangigen Beratern davon ausgehen, dass sein kognitiver Verfall am stärksten war, hatten mit Zeiten extremen Stresses für Hunter (Joe Bidens zweiter Sohn, Anm. d. Red.) im Sommer 2023 zu tun, als der Deal mit dem Staatsanwalt platzte. Und dann im Sommer 2024, als er von den Geschworenen in Delaware eines Verbrechens für schuldig befunden wurde, weil Joe Biden verständlicherweise befürchtete, dass er ein drittes Kind verlieren würde. Dass Hunter entweder eine Überdosis nehmen oder Selbstmord begehen würde.“
Bidens fatale Entscheidung, gegen Donald Trump anzutreten
Dieser Stress habe Bidens mentalen Gesundheitszustand drastisch verschlechtert, so die Theorie Tappers. Tapper wird in dem Interview deutlich: „Dieses Desaster, das mit Joe Biden bei der Wiederwahl geschah, und dann der Cover-Up hinter den Kulissen, was Robert Hur sah, wurde von Joe, von Jill und Hunter sowie Mike Donilon und Steve Ricchetti orchestriert.“
Viele enge Berater Bidens hätten sich vor allem selbst belogen. Nach der vernichtenden Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden wollten die Berater des ehemaligen Präsidenten umso mehr an Biden als Kandidaten festhalten. CNN zitiert aus dem Buch: „Wenn überhaupt, dann hat die Debatte Bidens Berater noch wachsamer für Anzeichen von Illoyalität gemacht. Sie sahen in der Debatte nur die neueste Möglichkeit (der Medien, Anm. d. Red.), Biden aus dem Rennen zu nehmen.“
Das Fazit des Buches ist eindeutig und eindringlich untermauert – mit zahlreichen Zitaten von Senatoren bis hin zu den engsten Beratern des ehemaligen Präsidenten. Joe Biden war bereits zum Ende seiner Präsidentschaft mental nicht mehr auf der Höhe und hätte niemals gegen Donald Trump antreten dürfen, resümieren die Autoren des Buches. (sischr)
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