VonSebastian Richterschließen
Donald Trump schlägt sich noch immer mit den Epstein-Akten herum. In seinen eigenen Reihen regt sich Widerstand – der US-Präsident geht in die Offensive.
Washington D.C. – „Marjorie ‚Traitor‘ Green ist eine Schande für unsere GROSSE REPUBLIKANISCHE PARTEI!“. Harte Worte Donald Trumps zu einer seiner extremsten Unterstützerinnen, deren mittlerer Name eigentlich „Taylor“ lautet. Die Verschwörungstheoretikerin und ultrarechte MAGA-Hardlinierin, in Trumps Augen nun „Verräterin“, ist aus der Gunst des US-Präsidenten gefallen. Greene und Trump gerieten zuletzt wegen der restlosen Veröffentlichung der Epstein-Akten aneinander. In den sozialen Medien zerbricht die Allianz nun komplett – und Greene wird zur Zielscheibe.
Trump wendet sich gegen „pöbelnde“ MAGA-Politikerin Greene
In einem Post auf der Plattform Truth Social sagte sich Trump demonstrativ und endgültig von der „durchgeknallten“ Kongressabgeordneten los, die trotz Trumps selbstproklamierten „rekordartigen Erfolgen für unser Land“ immer nur mit Beschwerden von sich hören lasse. „Ich kann nicht jeden Tag die Anrufe einer pöbelnden Wahnsinnigen entgegennehmen“, heißt es von Trump. Und in seiner Meinung sei er auch nicht alleine: Andere Konservative hätten inzwischen ebenso „die Nase voll von ihr und ihren Eskapaden“, schrieb Trump in der langen Nachricht.
Greene reagierte auf Elon Musks Plattform X. „Ich hätte nie gedacht, dass der Kampf um die Veröffentlichung der Epstein-Akten, die Verteidigung von Frauen, die Opfer von Vergewaltigungen wurden, und der Kampf um die Aufdeckung des Netzwerks der reichen und mächtigen Eliten dies bewirken würden, aber nun sind wir hier“, schrieb die Republikanerin. „Es ist wirklich erstaunlich, wie hart er darum kämpft, die Veröffentlichung der Epstein-Akten zu verhindern, dass er tatsächlich so weit geht“, heißt es in einem anderen ihrer Posts. „Aber eigentlich wünschen sich die meisten Amerikaner, dass er sich genauso hart dafür einsetzen würde, den vergessenen Männern und Frauen Amerikas zu helfen“.
Trump macht Stimmung gegen ehemalige enge Vertraute
In ihrem jüngsten Post auf X berichtet sie von den Folgen, die ihr Handeln für sie haben: „Ich werde derzeit von privaten Sicherheitsfirmen kontaktiert, die mich vor Gefahren warnen, da der mächtigste Mann der Welt eine Welle von Drohungen gegen mich schürt und anheizt.“ Derartige „aggressive Rhetorik“ habe in der Vergangenheit zu Morddrohungen geführt. Mit welchen Nachrichten sie sich jetzt konkret auseinandersetzen muss, erwähnte Greene nicht. Unter ihren Posts bei X finden sich allerdings sowohl Trump-Unterstützer:innen, die Greenes Handeln kritisieren, als auch Trump-Gegner:innen, die der Republikanerin Mut zusprechen.
Nach Aussage von Greene setzt Trump all seine Macht ein, um eine seiner loyalsten MAGA-Figuren zu stürzen. Ein Exempel, wie sie es selbst nennt: Kommende Woche findet in den USA eine Abstimmung statt, die die restlose Veröffentlichung der Epstein-Akten erzwingen soll. Vier Republikaner unterstützen offen den Antrag der Demokraten – darunter auch Greene.
Trump hatte mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten Wahlkampf gemacht, dann allerdings seine Meinung geändert. Zwar veröffentlichte seine Regierung einen Teil der Akten, lies aber einen Teil nur geschwärzt an die Öffentlichkeit. (Verwendete Quellen: X.com, truthsocial.com, dpa, eigene Recherche) (spr)
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