Zolloffensive

Zoll-Willkür: Trump besteuert menschenleere Inseln und US-Militärbasis

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Donald Trumps willkürliche Zollaktion betrifft die halbe Welt - darunter auch menschenleere Inseln, Erdbebenbetroffene und eine Million Pinguine.

Washington, D.C. – Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump macht selbst vor den entlegensten Orten der Welt nicht halt. Nun gelten umfangreiche Zölle auch für unbewohnte Inseln, eine US-Militärbasis und ein Land, das schwer unter den Folgen eines Erdbebens leidet. Gleichzeitig sorgt die uneinheitliche Höhe der Abgaben in verschiedenen Regionen für Verwunderung.

Zoll-Schock: Trump besteuert unbewohnte Inseln

Laut Axios werden auf den Heard- und McDonald-Inseln im subantarktischen Indischen Ozean künftig Grundzölle von 10 Prozent auf US-Importe erhoben. Die beiden australischen Außengebiete, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, sind vor allem für ihre karge Landschaft und die reiche Tierwelt bekannt – Robben, Pinguine und Seevögel bevölkern das Gebiet, Menschen hingegen nicht. Dennoch fallen Trumps Zölle auch hier an, da es sich um australisches Territorium handelt, wie ein Beamter des Weißen Hauses erklärte.

Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer

Die Strafzölle der neuen US-Regierung zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab
Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen.
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig.  © Ulrich Roth/Imago
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago

Trumps Zolloffensive: Unverständnis über willkürliche Zolldiskrepanz

Ein weiteres australisches Gebiet, die Norfolkinsel, wurde mit deutlich höheren Zöllen belegt. Während für das übrige Australien ein Satz von 10 Prozent gilt, wurde für Norfolk Island eine Abgabe von 29 Prozent festgelegt – ohne offizielle Begründung seitens der US-Regierung.

Der australische Premierminister Anthony Albanese zeigte sich überrascht: „Ich bin nicht ganz sicher, ob die Norfolkinsel in dieser Hinsicht ein Handelskonkurrent der riesigen Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten ist“, sagte er gegenüber 9News. „Ich weiß nicht, welche wichtigen Exportgüter Norfolk Island in die USA liefert oder warum sie besonders hervorgehoben wurde – aber das ist geschehen.“ Die kleine Insel liegt etwa 1400 Kilometer östlich des australischen Festlands und zählt rund 2000 Einwohner.

Trump besteuert die halbe Welt: US-Militärbasis von Trumps Zöllen betroffen

Auch Jan Mayen, eine Vulkaninsel im Arktischen Ozean, gehört zu den von Trumps Zöllen betroffenen Gebieten. Sie wird gemeinsam mit Spitzbergen erwähnt, einem Archipel rund 930 Kilometer nördlich von Tromsø, Norwegen. Während Norwegen einen Zollsatz von 15 Prozent auf US-Importe hinnehmen muss, wurden für Spitzbergen und Jan Mayen 10 Prozent festgesetzt, so Axios.

Ebenfalls betroffen ist das Britische Territorium im Indischen Ozean, das von US-amerikanischem und britischem Militärpersonal auf dem Stützpunkt Diego Garcia genutzt wird. Auch hier gelten nun 10 Prozent Zoll auf US-Importe.

Donald Trump besteuert willkürlich die halbe Welt.

Trumps Zoll-Hammer: Erdbebengebiet von hohen Zöllen betroffen

Ein auffälliger Eintrag auf der Zoll-Liste ist Myanmar. Das Land kämpft mit den Folgen eines verheerenden Erdbebens, das tausende Todesopfer forderte, und wird nun zusätzlich mit neuen Zöllen von 44 Prozent auf Exporte in die USA belastet.

Stark betroffen sind auch die Falklandinseln. Die britische Inselgruppe im Südatlantik, bekannt durch den britisch-argentinischen Krieg von 1982, muss künftig Zölle in Höhe von 41 Prozent auf Exporte in die USA entrichten. Mit rund 3200 Einwohnern und etwa einer Million Pinguinen trifft diese Entscheidung vor allem die dortige Wirtschaft. (AFP/hk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Andrew Leyden

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