Vor Bundestagswahl 2025

Grünen-Parteitag: Baerbock kommentiert Merz-Pläne scharf – „Was für eine Sicherheit soll das sein?“

Alle Autoren
    schließen
  • Moritz Maier
    Moritz Maier
  • Peter Sieben
    Peter Sieben
  • Simon Schröder

Nach dem Ende der Ampel-Koalition sind die Grünen im Aufwind. Die Partei präsentiert ihr Wahlprogramm. Der Live-Ticker zum Parteitag.

Update vom 26. Januar, 16.24 Uhr: Nach dem Messerangriff in Aschaffenburg fordern die Grünen auf ihrem Parteitag eine Aufarbeitung und die Sicherheit für alle Bürger. Lesen Sie in unserer Analyse, wie diese Debatte den Wahlkampf beeinflussen wird.

Update vom 26. Januar, 15.56 Uhr: In ungewohntem Tempo haben die Grünen ihr Programm für die Bundestagswahl am 23. Februar beschlossen. Rund zwei Stunden früher als erwartet endete am Sonntagnachmittag der Bundesparteitag in Berlin, bei dem mehrere Redner die Union vor einer möglichen Kooperation mit der AfD warnten. 

Update vom 26. Januar, 14.24 Uhr: Die Rede von Kanzlerkandidat Robert Habeck kam gut an im Saal. „Lasst uns den Endspurt einläuten“, rief Habeck unter tosendem Applaus. „Man spürt Geschlossenheit im Saal“, kommentierte Tim Achtermeyer, Landeschef der Grünen in NRW, am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

Habeck und auch Parteichef Felix Banaszak appellierten in ihren Reden an Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, seine weitreichenden Vorschläge in der Migrationspolitik nicht in den Bundestag einzubringen. Es gehe jetzt um eine starke, stabile Mitte und nicht um Ideologie.

Annalena Baerbock kommentierte Merz‘ Forderungen in ihrer Rede: „Was für eine Sicherheit soll das sein? Wenn 15-Jährige, deren Großeltern vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind, sich jetzt fragen, ob sie hier noch erwünscht sind.“ Es sei notwendig, nach dem Mordanschlag in Aschaffenburg, der Terrortat von Solingen und dem Anschlag von Magdeburg für mehr Sicherheit im Land zu sorgen. „Aber diese Sicherheit muss für alle gelten, die hier leben“, so Baerbock.

Bundesparteitag der Grünen vor der Bundestagswahl 2025: Annalena Baerbock spricht zu den Delegierten

Parteitag vor Bundestagswahl 2025: Grüne möchten Ehegattensplitting abschaffen

Update vom 26. Januar, 13.51 Uhr: Das Steuerrecht begünstigt aus Sicht von Feministinnen traditionelle Rollenbilder. Das war auch Thema auf dem Grünen-Parteitag in Berlin: Die Partei will für neue Ehen eine individuelle Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag einführen, die das „Ehegattensplitting“ ersetzen soll. Für Paare, die bereits verheiratet sind, soll sich aber nichts ändern – außer, sie entscheiden sich freiwillig für das neue Modell. Ein Gegenvorschlag, der eine Abschaffung des Ehegattensplittings für alle Ehen vorsah, fand bei der Abstimmung keine Mehrheit. 

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Friedrich Merz wird am 11. November 1955 in Brilon im Hochauerlandkreis (NRW) geboren. Er wächst in einer juristisch geprägten Familie auf, sein Vater Joachim Merz war als Richter am Landgericht Arnsberg tätig und seine Mutter Paula Merz hat als Hausfrau die Familie unterstützt. Diese familiären Hintergründe prägen Merz‘ frühes Interesse an Recht und Politik, was ihn dazu motiviert, sich später in der politischen Arena zu engagieren. © Imago
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz besucht das Gymnasium Petrinum in Brilon, wo er 1975 das Abitur ablegt. In dieser Zeit entwickelt er eine Leidenschaft für Debatten und politische Themen, die ihn nachhaltig prägen. Später sagt er, dass ihn die Werte wie Disziplin und Engagement, die ihm von seinen Eltern vermittelt wurden, durch seine schulische Laufbahn begleitet hätten und so den Grundstein für seine spätere Karriere in der Politik legten. © Hans Blossey/Imago
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Nach dem Abitur 1975 absolviert Friedrich Merz sein Jurastudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Philipps-Universität Marburg, das er 1982 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen abschließt. © Dominik Bund/Imago
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel, wo er den Fahnenjunker-Lehrgang absolviert. © Imago
Friedrich Merz ist seit 1986 verheiratet und Vater von drei Kindern.
Seit 1981 ist Friedrich Merz mit Charlotte Merz verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Familie spielt für den CDU-Chef eine zentrale Rolle in seinem Leben, und er betont oft die Bedeutung von familiären Werten und Zusammenhalt.  © Imago
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht.
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht. © Jean-Francois Badias/dpa
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU.
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU, insbesondere durch sein Engagement für wirtschaftliche Reformen, die Förderung von Unternehmensgründungen und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Er setzt sich erfolgreich für die Senkung der Unternehmenssteuern ein, um Investitionen zu fördern. Hier ein Archivbild mit Merz (links) und Peter Struck (rechts, SPD) im Bundestag. © Imago
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein.
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein. In den 2000er Jahren unterstützte er die Agenda 2010 und sprach sich unter anderem für Einschränkungen bei Sozialleistungen aus. Auch im Jahr 2020 plädierte er dafür, nach der Krise staatliche Leistungen zu überprüfen und betonte die Unterstützung erfolgreicher Unternehmen. Merz wird oft als Befürworter der Trickle-down-Ökonomie angesehen, die davon ausgeht, dass der Wohlstand der Reichen letztlich auch den Ärmeren zugutekommt. © Michael Gstettenbauer/Imago
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition.
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition. © Martin Schutt/dpa
Friedrich Merz und Angela Merkel hatten über die Jahre hinweg ein komplexes und spannungsreiches Verhältnis innerhalb der CDU.
Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Angela Merkel (Bundeskanzlerin a. D.) ist während ihrer Amtszeit ambivalent. Während Merz als Kritiker von Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik und ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung gilt, schätzt er ihre Fähigkeit, die CDU über viele Jahre hinweg zu führen und die Partei in schwierigen Zeiten zu stabilisieren. Das Bild zeigt Merz, wie er im Jahr 2000 Angela Merkel zu ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU gratuliert. Merkel war die erste Frau an der Spitze der Christdemokraten. © Michael Jung/dpa
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde.
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde. Trotz ihrer unterschiedlichen Ansichten über die Zukunft der CDU betont Merz, dass er die Errungenschaften von Merkels Kanzlerschaft anerkenne und die Partei in einer Weise führen möchte, die sowohl ihre Traditionen respektiert als auch neue Wege geht, um die Wählerschaft zu verjüngen. Im Jahr 2021 fand zur Verabschiedung von Merkel der Große Zapfenstreich statt. © Imago
Von 2016 bis 2018 war Friedrich Merz als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt
Nach einer politischen Pause von 2009 bis 2018 arbeitet Friedrich Merz als Lobbyist und Rechtsanwalt, unter anderem für die Investmentgesellschaft BlackRock, und knüpft wichtige Kontakte zu führenden Unternehmen und Entscheidungsträgern in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Von 2016 bis 2018 war er als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt, wo er seine Expertise in wirtschaftlichen und finanziellen Fragen einbrachte. Diese Rolle wird kritisch betrachtet: Seine politischen Gegner befürchten, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt zu Interessenkonflikten führen könnten, insbesondere in Bezug auf seine politischen Entscheidungen und die Wahrnehmung der CDU als wirtschaftsfreundliche Partei. Seine Kritiker argumentieren, dass Merz dadurch die Unabhängigkeit der politischen Entscheidungen gefährden könnte, während er gleichzeitig für eine Partei steht, die sich für die Belange der breiten Bevölkerung einsetzen sollte. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen.
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen und ihre Wählerschaft zu verjüngen. Mit seiner Rückkehr zeigt er Ambitionen, die CDU als starke Oppositionskraft zu positionieren und eine klare wirtschaftsfreundliche Agenda zu verfolgen. © Imago
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen.
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen. Er betont traditionelle Werte wie die soziale Marktwirtschaft, den Schutz der Familie und die Bedeutung von Sicherheit und Ordnung, die in der CDU verwurzelt sind. Gleichzeitig zeigt er moderne Ansätze, indem er Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt und innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen präsentiert. Merz plädiert für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik, die sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt, und spricht sich für eine stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse aus. © Kay Nietfeld/dpa
Den Kampf um den CDU-Parteivorsitz 2018 verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer.
Den Kampf um den Parteivorsitz verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Verhältnis zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer ist von einer Mischung aus politischer Konkurrenz und respektvollem Austausch geprägt. Nachdem Kramp-Karrenbauer 2018 als Nachfolgerin von Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, stellte Merz eine ernsthafte Herausforderung für ihre Führung dar, was zu Spannungen innerhalb der Partei führte. Trotz dieser Rivalität betonen beide Politiker die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs und einer gemeinsamen Linie für die Zukunft der CDU, um die Partei nach den Herausforderungen der letzten Jahre zu stärken. © dpa
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist.
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist. Hier bei einem Wahlkampfauftritt mit dem damaligen Bundeskanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet (links). © Henning Kaiser/dpa
2022 wird Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei
2022 wird Friedrich Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei, die sich auf eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung, eine klare Haltung zu Migration und Integration sowie die Stärkung der inneren Sicherheit konzentriert. Unter seiner Führung wurden erste Schritte zur Reform der Parteistrukturen und zur Ansprache jüngerer Wähler umgesetzt, während die CDU versucht, sich von den Verlusten der vorherigen Wahlen zu erholen. Auf dem Foto ist Merz bei einem Parteitag im Oktober 2022 in Augsburg zu sehen. © Christof Stache/dpa
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit.
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit, indem er argumentiert, dass eine stabile Wirtschaft die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit ist. Er hebt hervor, dass wirtschaftliche Stabilität notwendig ist, um Investitionen zu fördern, Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Markt zu sichern, während gleichzeitig soziale Gerechtigkeit durch gezielte Förderprogramme für benachteiligte Gruppen gewährleistet werden muss. © Rolf Vennenbernd/dpa
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung.
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung. Um diese Konflikte zu lösen, setzt Merz auf einen Dialog innerhalb der Partei, fördert die Einbindung verschiedener Strömungen und organisiert regelmäßige Treffen, um gemeinsame Positionen zu finden. Zudem stärkt er die Kommunikation mit der Basis, um das Vertrauen in die Parteiführung wiederherzustellen und ein einheitliches Auftreten der CDU zu gewährleisten. Hier zu sehen bei einem Statement der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach der fraktionsoffenen Sitzung auf der Fraktionsebene im Februar 2022. © Frederic Kern/Imago
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen.
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen. Er fordert eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert und komplexe Themen so aufbereitet, dass sie für jeden nachvollziehbar sind. Diese Ansprache zielt darauf ab, das Vertrauen in die Politik zu stärken und die Bürger aktiv in den politischen Diskurs einzubeziehen. © Branscheid/ photothek.net/Imago
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert.
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert. Er betont die Notwendigkeit von Reformen im Steuerrecht, um Unternehmen zu entlasten, und spricht sich für eine stärkere Integration von Migranten aus, während er gleichzeitig die Sicherheit und Ordnung in Deutschland priorisiert, um die CDU wieder als verlässliche Mitte-Rechts-Partei zu positionieren. Hier ist Merz bei einer Rede zu sehen, die er bei den Future Days des deutschen Mittelstandes Ende Oktober 2024 gehalten hat. © Imago
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus.
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus, indem er betont, dass eine kontrollierte Zuwanderung notwendig ist, um die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland zu erhalten. Er fordert eine striktere Regelung des Asylrechts und eine schnellere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig distanziert sich Merz von der AfD, indem er deren populistische Ansätze kritisiert und betont, dass die CDU eine verantwortungsvolle und sachliche Migrationspolitik verfolgen muss, die sowohl die Interessen der deutschen Bevölkerung als auch die der Migranten berücksichtigt. © Patrick Pleul/dpa
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt.
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt. Merz konnte sich durch seine klare wirtschaftspolitische Agenda und seine Fähigkeit, die Partei zu einen, profilieren, während Söder mit internen Konflikten und einer weniger klaren Positionierung zu kämpfen hatte. © Frank Hoermann/Sven Simon/dpa
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren.
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren. Er schlägt unter anderem vor, die Parteistrukturen zu modernisieren, die Mitgliederbeteiligung zu erhöhen und gezielte Programme zur Ansprache junger Wähler zu entwickeln. Im Wahlkampf 2025 setzt Merz auf eine aktive Nutzung sozialer Medien wie Instagram, Twitter und TikTok, um jüngere Wähler anzusprechen und seine politischen Ideen zu verbreiten, wobei er Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. © Bode/Imago
Im aktuellen Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will.
Im Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will. Er polarisiert, indem er einerseits von seinen Unterstützern für seine klare wirtschaftliche Agenda, seine Fähigkeit zur Parteieinheit und seine modernen Ansätze in der Politik gelobt wird. Andererseits kritisieren Gegner, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt und seine strikte Haltung zu Migration und Integration zu einem Verlust an sozialer Sensibilität führen könnten. Unterstützer sehen in ihm einen starken Führer, der die CDU revitalisieren kann, während Kritiker befürchten, dass er die Partei weiter nach rechts drängt und damit die Wählerschaft spaltet. © Chris Emil Janssen/Imago
Bundestag - Kanzlerwahl
Die Union gewinnt die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 – muss sich aber mit gerundet 28,5 Prozent der Stimmen begnügen. Für die CDU (22,6 %) war es das zweitschlechteste Abschneiden in der Geschichte der Bundesrepublik, für die CSU (6,0 %) das drittschlechteste. Es kommt zu einer schwarz-roten Koalition. Doch die Wahl zum Kanzler verläuft holprig. Er verpasst zunächst die nötige Mehrheit und wird erst im zweiten Durchgang zum zehnten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Erster Gratulant ist sein Vorgänger Olaf Scholz. © Christoph Soeder/dpa
Merz, Macron, Starmer und Tusk in Kiew
Wenige Tage nach der Wahl zum Kanzler setzt Merz ein erstes Zeichen. Zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer reist er mit dem Zug nach Kiew. Dort kommt noch Polens Regierungschef Donald Tusk dazu. Gemeinsam beraten sie mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Weg zu einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg. „Wir arbeiten gemeinsam darauf hin, dass Russland sich endlich auf einen längeren Waffenstillstand einlässt, statt immer wieder neue Vorbedingungen zu stellen“, sagt Merz - und betont: „Wir stehen fest und bleiben fest an der Seite der Ukraine.“ © Kay Nietfeld/dpa

Grünen-Parteitag: Habeck kritisiert Offenheit von Merz für AfD-Stimmen – „Nichts daran ist harmlos“

Update vom 26. Januar, 12.41 Uhr: Mit seinem Migrations-Vorstoß hat Friedrich Merz eine heiße Debatte ausgelöst – denn am Ende könnte ihm die AfD eine Mehrheit liefern. Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck hat ihn jetzt auf dem Grünen-Parteitag dafür scharf kritisiert. „Nichts daran ist harmlos“, sagte Habeck mit Blick auf den Unions-Kanzlerkandidaten Merz. „Man sollte das nicht als strategische Fehlleistung abtun.“ Es zeige, „wie sehr die Dinge in Europa schon ins Rutschen geraten sind“, wie sehr die Diskussion schon verrückt sei.

Die damalige CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sei als Parteichefin und potenzielle Kanzlerkandidatin zurückgetreten, betonte Habeck, „weil sie nicht akzeptiert hat, dass diese Kooperation stilbildend für die Union ist“. Dies zeige, wie sehr sich der Diskurs verschoben habe, meinte er.

Update vom 26. Januar, 11.55 Uhr: Die Grünen haben CDU-Chef Friedrich Merz zu einer Klarstellung hinsichtlich der Abgrenzung von der AfD aufgefordert. „Es ist kein Zeichen von Schwäche, Fehler zu korrigieren“, sagte Parteichef Felix Banaszak heute auf dem Grünen-Bundesparteitag. Merz hatte zuvor angedeutet, Anträge zur Migrations- und Sicherheitspolitik im Bundestag auch mit Stimmen der in Teilen rechtsextremen AfD durchsetzen zu wollen. „Herr Merz, stellen Sie klar, wo die Union steht“, forderte Banaszak den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU auf.

Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang gibt vor Bundestagswahl 2025 persönliche Einblicke


Update vom 26. Januar, 10.40 Uhr: Ricarda Lang sagte am Rande des Parteitags gegenüber IPPEN.MEDIA, sie sei eigentlich ganz froh, heute nicht allzu prominent auf der Bühne stehen zu müssen. „Für mich ist alles etwas entspannter, ich bin zufrieden“, sagt Lang, die bis November 2024 Bundesvorsitzende der Grünen war. Ende September hatten sie und Omid Nouripour ihren Rücktritt angekündigt. Ihre Nachfolger sind Felix Banaszak und Franziska Brantner.

Parteitag der Grünen vor Bundestagswahl: IPPEN.MEDIA berichtet live

Update vom 26. Januar, 10.02 Uhr: Der Parteitag startete mit einer Schweigeminute für Aschaffenburg. Zeitgleich findet in Aschaffenburg ein Trauergottesdienst statt. IPPEN.MEDIA berichtet live von dem Parteitag. Unsere Autoren Moritz Maier und Peter Sieben sind vor Ort. Ein Begrüßungsvideo:

Update vom 26. Januar, 9.05 Uhr: Langsam füllt sich die Halle in der Messe Berlin, exakt 2401 Mitglieder und Gäste sind bei der Delegiertenkonferenz der Grünen, davon sind 829 stimmberechtigt. Und Diskussionsbedarf zum Wahlprogramm vor der Bundestagswahl 2025 gibt es in der Tat noch viel. Im Vorfeld waren rund 1900 Änderungsanträge eingereicht worden. Mindestens zehn sogenannte strittige Abstimmungen soll es im Lauf des Tages geben. 

Dabei geht es unter anderem um den sogenannten Zeitenwendeantrag, sagte eine Sprecherin im Vorfeld der Veranstaltung: Eine „kleine Gruppe“ innerhalb der Grünen möchte demnach den Wehrdienst aus dem Grundgesetz streichen und ist gegen die Zwei-Prozent-Regel der Nato. Das dürfte mit der Mehrheit der Grünen allerdings nicht zu machen sein. 

Außerdem stehen Fragen zum Deutschlandticket zur Debatte, die grüne Jugend fordert kostenlose Tickets für manche Bevölkerungsgruppen. Das Thema Migration steht – angesichts der aktuellen Debatten um die jüngsten Vorstöße von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz zur Migrationspolitik – erstaunlich weit unten auf der Agenda. Es gebe „konstruktive Debatten“ dazu, im Kern sei man sich aber einig, hieß es von Teilnehmern.

Grüne vor Bundestagswahl 2025: Über dem Parteitag schwebt ein Thema, über das niemand reden will

Update vom 26. Januar, 7.49 Uhr: Die Grünen wollen heute bei einem Bundesparteitag in Berlin ab 9 Uhr ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 beschließen. Als Redner eingeplant: Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck, die Parteichefs Franziska Brantner und Felix Banaszak, sowie Außenministerin Annalena Baerbock. Daneben hängt aber über dem Parteitag ein Thema, über das niemand so richtig reden möchte. Der Fall des Berliner Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar beschäftigt die Partei weiter. Der Fall habe „den Plan der Grünen vom professionellen, glatten Wahlkampf durchkreuzt“, urteil zum Beispiel der Spiegel. „Die Aufarbeitung bei den Grünen läuft nicht ohne Widersprüche“, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter.

Grüne vor Bundestagswahl 2025: Parteitag zum Wahlprogramm

Erstmeldung: Berlin – Die Bundestagswahl 2025 rückt näher: Am 23. Februar ist es so weit. Der Wahlkampf hat bei allen Parteien bereits begonnen. Allerdings müssen die Grünen ihr Wahlprogramm noch endgültig verabschieden. Die Parteimitglieder werden dies am Sonntag, den 26. Februar, auf dem Parteitag in Berlin offiziell tun.

Robert Habeck verfolgt ehrgeizige Ziele. Denn der derzeitige Wirtschaftsminister strebt das Amt des Bundeskanzlers an. Bereits im November wurde er auf dem Parteitag der Grünen als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl nominiert. Das vorläufige Programm umfasst etwa 70 Seiten. Die Grundstruktur steht fest, wesentliche Änderungen sind nicht zu erwarten.

Seit dem Ende der Ampel-Koalition erleben die Grünen einen leichten Aufschwung. In den Umfragen konnte die Partei seit November zulegen. Während sie vor der US-Wahl die 10-Prozent-Marke anstrebte, liegt sie nun bei etwa 14 Prozent. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner (FDP) durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) litt vor allem die FDP unter dem abrupten Regierungsende.

Im ZDF-Politbarometer vom 24. Januar erreicht die FDP nur 4 Prozent und würde somit den Einzug in den Bundestag verpassen. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2021 erzielte die Partei noch 11,4 Prozent. Für Lindner wäre dies ein historisch schlechtes Ergebnis. Die Grünen hingegen stehen im Vergleich zur letzten Wahl ähnlich da. Damals erreichten sie 14,7 Prozent.

Die wichtigsten Termine vor der Bundestagswahl 2025:

  • 26. Januar: Sonderparteitag der Grünen in Berlin
  • 27. bis 31. Januar: Letzte vollständige Sitzungswoche des Bundestags vor der Wahl
  • 3. Februar: CDU-Parteitag in Berlin – hier wollen die Christdemokraten ein „Sofortprogramm“ verabschieden
  • 9. Februar: Sonderparteitag der FDP in Potsdam
  • 9. Februar: TV-Duell von ARD und ZDF zwischen Friedrich Merz und Olaf Scholz
  • 10. und 11. Februar: Letzte zwei Sitzungstage des Bundestags vor der Wahl
  • 13. Februar: ZDF-Diskussionsrunde mit Scholz, Merz, Habeck und Alice Weidel
  • 16. Februar: TV-Duell zwischen Scholz und Merz
  • 19. Februar: „Kanzlerduell“ zwischen Scholz und Merz bei Bild und Welt
  • 20. Februar: „Schlussrunde“ vom ARD und ZDF mit allen Spitzenkandidaten

Grüne erhalten vor der Bundestagswahl 2025 Rekordspenden

Ein Vorteil für die Grünen bei der Bundestagswahl 2025 ist, dass sie seit dem Zusammenbruch der Ampel-Koalition am 6. November über acht Millionen Euro an Spenden erhalten haben – mehr als im Wahlkampf 2021. Die politische Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian, erklärte gegenüber dem Spiegel: „Insgesamt liegen wir bei etwa 8,3 Millionen Euro.“ Zudem verzeichnete die Partei seit dem Ende der Koalition einen deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen mit über 30.000 neuen Anträgen.

„Zusammen Wachsen“ – Grüne stimmen über Parteiprogramm zur Bundestagswahl 2025 ab

Das Wahlprogramm der Grünen, das unter dem Titel „Zusammen Wachsen“ steht, skizziert ihre Pläne nach der Bundestagswahl. Die Partei setzt sich für bezahlbaren Alltag und Investitionen in die Zukunft ein. Die alte Koalition scheiterte insbesondere an der Investitionsfrage. SPD und Grüne forderten eine Reform der Schuldenbremse, während Christian Lindner und die FDP strikt dagegen waren.

Im Entwurf des Programms wird betont: „Der Investitionsstau in Deutschland liegt im dreistelligen Milliardenbereich.“ Um diesem Problem zu begegnen, sei ein „Deutschlandfonds“ erforderlich. Da die Umsetzung einer Reform der Schuldenbremse Zeit in Anspruch nehmen könnte, soll der Deutschlandfonds bereits in der Zwischenzeit Abhilfe schaffen. Auch die SPD verfolgt in ihrem Parteiprogramm einen ähnlichen Ansatz. Welche weiteren Änderungen im Wahlprogramm der Grünen vorgenommen werden, wird sich morgen zeigen. (sischr/afp)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Kommentare