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Abschied von Tübingen? Boris Palmer könnte in Cem Özdemirs Kabinett wechseln

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Die Grünen siegen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nun muss Cem Özdemir sein Kabinett aufstellen. Gehört dem künftig auch Boris Palmer (ehemals Grüne) an?

Update, 11. März, 12:25 Uhr: Boris Palmer hat in der jüngsten Ausgabe von „Maischberger“ eine Rückkehr zu den Grünen offengelassen – und eine mögliche Ministerrolle im Kabinett von Cem Özdemir weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die Antwort von Palmer auf die Frage nach einem Ministeramt war eindeutig ausweichend: „Ich will diese Frage einfach gar nicht beantworten“, sagte der Tübinger Oberbürgermeister in der ARD-Sendung. Die Details in „Palmers Antwort bringt Maischberger aus dem Konzept“.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an

Landtag von Baden-Württemberg
Am 8. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Insgesamt treten laut Innenministerium 21 Parteien an. An erster Stelle auf den Stimmzetteln werden die Grünen stehen. Dahinter folgen CDU, SPD, FDP, AfD und die Linke. Auch die Landesliste des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) wurde für die Landtagswahl zugelassen. Wahlberechtigt sind nach Schätzung des Statistischen Landesamtes rund 7,7 Millionen Menschen.  © Christoph Schmidt/dpa
Kretschmann hält seine letzte Rede im Parlament
Wenn die Menschen in Baden-Württemberg am 8. März ihre Stimme abgeben, endet eine politische Ära im Südwesten: Winfried Kretschmann tritt nicht mehr an. Nach 15 Jahren als Ministerpräsident steht sein Name diesmal nicht mehr auf dem Stimmzettel. Die Fußstapfen sind groß, zumindest wenn man das Ansehen Kretschmanns in Politik und Volk betrachtet. © Jan-Philipp Strobel/dpa
Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
Er will Kretschmanns Erbe antreten: Cem Özdemir (hier zusammen mit dem Regierungschef beim Landesparteitag im Dezember 2025). Gerne betont Özdemir seine lange Erfahrung auf verschiedenen Ebenen der Politik. Es sei sicher kein Fehler, wenn der Ministerpräsident von Baden-Württemberg sich in Berlin, Brüssel und Washington, DC, nicht verlaufe und auch schon mal ein Ministerium von innen gesehen habe, sagte der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister im Wahlkampf.  © Bernd Weißbrod/dpa
Wahlkampagne der Grünen für die Landtagswahl
Die Grünen setzen bei ihrer Kampagne jedenfalls voll auf die Bekanntheit und politische Erfahrung ihres Spitzenkandidaten. Auf ihre Wahlplakate schreibt die Partei denn auch den Slogan „Özdemir – Der kann es“. Dagegen sind der Name und das Logo der Partei nicht oder nur klein zu sehen. Inhaltlich setzen die Grünen bei ihren Plakaten auf die Themen Wirtschaft, Klima und Bildung. © Marijan Murat/dpa
Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
Özdemir nennt sich selbst einen „anatolischen Schwaben“. Er wurde 1965 in Bad Urach als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren. Inzwischen ist der gelernte Erzieher, der später Sozialpädagogik studierte und seit 1981 Mitglied der Grünen ist, Ehrenbürger seiner Heimatstadt. © Bernd Weißbrod/dpa
Cem Özdemir und Flavia Zaka
Özdemir gilt als Vertreter des pragmatischen Realo-Flügels und hatte immer wieder Konflikte mit seiner eigenen Partei, zuletzt beim Thema Migration oder beim Umgang mit dem Verbrenner-Aus. Özdemir hat mit seiner Ehefrau zwei Kinder, 2023 gab das Paar seine Trennung bekannt. Inzwischen ist er mit der kanadischen Juristin Flavia Zaka (im Bild) liiert. © Jens Kalaene/dpa
Manuel Hagel
Die CDU schickt Manuel Hagel ins Rennen. Kretschmanns Erbe werde bei den Christdemokraten in guten Händen sein, sagte Hagel schon vor langer Zeit. Es gehe um „Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft“, sagt Hagel gerne und tourt im Wahlkampf unermüdlich von einem Mittelständler zum nächsten.  © Bernd Weißbrod/dpa
Wahlkampagne der CDU für die Landtagswahl
Die CDU inszeniert ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg als Kumpel von nebenan. „Ein Kandidat aus der Mitte des Landes. The Normal One“, sagte beispielsweise der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Tobias Vogt bei der Vorstellung der Kampagne in Stuttgart. Die Wahlplakate konzentrieren sich vor allem auf den CDU-Landes- und Fraktionschef. Im Gegensatz zum grünen Koalitionspartner finden sich auf allen CDU-Plakaten zudem der Name der Partei in schwarzen Buchstaben und das Logo.  © Bernd Weißbrod/dpa
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel bekommt „Goldene Narrenschelle“
Mitten im Wahlkampf durfte sich Hagel über die „Goldene Narrenschelle“ der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) freuen. Die Auszeichnung hatten in den Jahren zuvor auch Winfried Kretschmann (Grüne), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir bekommen. Hagel ist seit Kindesbeinen als Narr der Narrenzunft Spritzenmuck in seiner Heimatstadt Ehingen aktiv. © Philipp von Ditfurth/dpa
63. Landespresseball Baden-Württemberg 2025
Der gläubige Katholik will für einen modernen Konservatismus stehen. Der Vater von drei Kindern (hier im Bild mit seiner Ehefrau Franziska) machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, arbeitete sich dann zum Sparkassendirektor in seiner Heimat hoch. Seit 2016 sitzt Hagel im Landtag. Er hat seitdem eine steile politische Karriere hingelegt: CDU-Generalsekretär, Fraktionschef, Landesvorsitzender. Die CDU soll „politische Heimat der Fleißigen“ sein, sagt Hagel.  © Bernd Weißbrod/dpa
Landesparteitag SPD Baden-Württemberg
Bereits zum zweiten Mal führt Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch die SPD in die Landtagswahl. Der 56 Jahre alte Rechtsanwalt (hier rechts neben Vizekanzler Lars Klingbeil) stammt aus Heidenheim und war in der grün-roten Koalition von 2013 bis 2016 Kultusminister von Baden-Württemberg. Seit 2016 führt der Vater von vier Kindern die SPD-Landtagsfraktion, zwei Jahre später wählten ihn die Genossen auch zum Landesvorsitzenden.  © Stefan Puchner/dpa
Andreas Stoch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg, spricht im Magirus Werk.
Der ehemalige Kultusminister macht keinen Hehl daraus, dass er seine Partei nach zehn Jahren Opposition wieder in die Regierung führen möchte. Das wäre etwa in einer Koalition aus CDU, SPD und FDP möglich, die aber nach derzeitigen Umfragen eher keine Mehrheit hätte. © Bernd Weißbrod/dpa
Markus Frohnmaier
Für die AfD tritt Markus Frohnmaier an. Geboren in Rumänien, wurde er als Säugling von einem schwäbischen Ehepaar aus dem Kinderheim adoptiert. Von der Hauptschule über ein abgebrochenes Jurastudium arbeitete sich Frohnmaier zu einem der einflussreichsten Vertreter der AfD hoch. Frohnmaier ist Mitbegründer der mittlerweile aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative.  © Fabian Sommer/dpa
Gala New York Young Republican Club
Seit 2017 sitzt Frohnmaier für die AfD im Bundestag. Er gilt als enger Vertrauter von Parteichefin Alice Weidel. Frohnmaier pflegt gute Kontakte nach Russland – und zu Donald Trumps MAGA-Republikanern in den USA. Im Dezember 2025 war er auf der Gala des „New York Young Republican Club“ zu Gast. „In meiner Heimat, Deutschland, hat die Machtelite den Verstand verloren“, sagte Frohmaier damals. © Anna Ringle
AfD-Landesparteitag
Einer Umfrage zufolge ist jeder Zweite in Baden-Württemberg offen für eine Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD. Die Hälfte der Befragten sprach sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur für verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit der AfD aus. Allerdings stehen alle relevanten Parteien im Südwesten zur Brandmauer gegenüber der AfD, die vom Landesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben sie im Vorfeld der Wahl ausgeschlossen.  © Bernd Weißbrod/dpa
Hans-Ulrich Rülke
Während die AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg starke Gewinne erzielen dürfte, kämpft die FDP im Südwesten ums politische Überleben. FDP-Landeschef und Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke (im Bild) spricht diesmal von der „Mutter aller Wahlen“. Sein Argument ist leicht nachzuvollziehen: Wenn seine Liberalen im historisch bedeutsamen Stammland aus dem Parlament flögen, so Rülke, dann schafften sie es nirgendwo mehr. © Bernd Weißbrod/dpa
Dreikönigstreffen der FDP
Tatsächlich gehört die FDP dem Landtag in Stuttgart seit Gründung des Landes 1952 ununterbrochen an. Damit das so bleibt, ziehen Partei und Spitzenkandidat mit rigorosen Vorschlägen in den Wahlkampf. So wirbt Rülke für einen radikalen Umbau der Verwaltung und die Abschaffung von zwei Verwaltungsebenen: die Regionalpräsidien und Regionalverbände. Die Liberalen werben zudem für das mehrgliedrige Schulsystem und den Erhalt der Werkrealschulen.  © Bernd Weißbrod/dpa
Dreikönigstreffen der FDP
Beim traditionellen Dreikönigstreffen fiel Rülke dadurch auf, dass er sich mit einem Plüschtier über Cem Özdemir lustig machte. Dieser schmücke sich aus seiner Sicht mit „fremden Federn“, sagte Rülke. So nehme der Grünen-Politiker Positionen anderer Parteien ein – teils entgegen denen seiner eigenen Partei. Rülke verglich Özdemir dabei mit einer Krähe aus einer Fabel des Dichters Äsop. In der Fabel würden der Krähe schließlich die falschen Federn wieder vom Leib gerissen. „Es bleibt der gleiche hässliche Vogel“, so Rülke. Die Krähe werde „nicht Königin, weder bei Äsop noch in Baden-Württemberg“. © Bernd Weißbrod/dpa
Dreikönigstreffen der FDP
Unterdessen ist FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner vor der Wahl eine riskante Wette eingegangen. „Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal“, sagte sie der „Schwäbischen Zeitung“. Doch sie gab sich optimistisch: „Sie erleben mich am Wahlabend strahlend und mit voller Haarpracht“, lautete ihre Prognose.  © Bernd Weißbrod/dpa
Linke wählt Landesliste für Landtagswahl 2026
Sie könnte ihre Partei zum ersten Mal überhaupt in den Landtag führen: Kim Sophie Bohnen steht auf Platz eins der Landesliste der Linken. Die Heidelbergerin ist gelernte Bankkauffrau – und wählte den Weg in die Politik nach eigenen Worten nach einem Schlüsselerlebnis mit einer weinenden Rentnerin am Bankschalter, die nicht wusste, wie sie den nächsten Einkauf zahlen soll.  © Marijan Murat/dpa
Landesparteitag Die Linke Baden-Württemberg
Ihr Schwerpunktthema sind die hohen Mieten. Bohnen sitzt seit 2023 im Landesvorstand der Linken in Baden-Württemberg und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linken-Fraktion im Bundestag. Im Bild zu sehen ist das Spitzentrio zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026: Mersedeh Ghazaei, Kim Sophie Bohnen und Amelie Vollmer (von links). © Bernd Weißbrod/dpa
Vorstellung des Wahl-O-Mat zur Landtagswahl
Der Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hilft den Wahlberechtigten bei ihrer Entscheidung. Ob diesmal besonders viele 16- und 17-Jährige dieses Instrument nutzen werden? Immerhin wurde das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Noch bedeutsamer: Es gibt jetzt zwei Stimmen, ähnlich wie bei der Bundestagswahl. Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat oder eine Wahlkreiskandidatin direkt gewählt. Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Diese stellt dafür eine Landesliste auf, über die Kandidatinnen und Kandidaten in den Landtag einziehen können.  © Marijan Murat/dpa
Jahresveranstaltung Strategiedialog Automobilwirtschaft
Die Wirtschaftskrise verleiht der Wahl zusätzliche Brisanz. Baden-Württemberg ist ein industrielles Herz Deutschlands – und besonders abhängig von der Autoindustrie. Das weiß auch Winfried Kretschmann, der sich im November 2025 von Ola Källenius (Vorstandsvorsitzender Mercedes-Benz Group, rechts) ein Fahrzeug erklären ließ. Der tiefgreifende Strukturwandel schlägt im Land unbarmherziger zu als in anderen Gegenden. Tausende Arbeitsplätze stehen zur Disposition, ganze Regionen blicken mit Sorge auf die Zukunft. Im Wahlkampf geht es um Standortfragen, Jobrettung und Bürokratieabbau.  © Bernd Weißbrod/dpa
Treffen von Özdemir und Palmer in Solarthermie-Park Tübingen
Noch eine Frage treibt die Menschen in Baden-Württemberg um: Bekommt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (links) nach der Wahl ein Amt in Stuttgart? Darüber will Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir (rechts) erst nach einem möglichen Wahlsieg entscheiden. „Das Fell des Bären wird nicht vor der Wahl verteilt“, antwortete er Ende Januar am Rande eines gemeinsamen Wahlkampfauftritts mit Palmer in Tübingen auf die Frage, ob er sich Palmer in seinem Kabinett wünschen würde. © Bernd Weißbrod/dpa
Treffen von Özdemir und Palmer in Solarthermie-Park Tübingen
Palmer selbst äußerte sich zurückhaltend zur Frage nach einem Wechsel nach Stuttgart. „Das Gerücht, dass ich jetzt auch im Winter bei offenem Fenster schlafe, um den Ruf aus Stuttgart nicht zu überhören, ist nachweislich falsch“, sagte der parteilose Oberbürgermeister von Tübingen, der früher Mitglied der Grünen war. Hintergrund der Diskussion ist eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, wonach sich mehr als ein Drittel der Menschen im Südwesten wünscht, dass Palmer nach der Landtagswahl eine Rolle auf Landesebene spielt. 39 Prozent gaben an, Palmer solle nach der Wahl ein Amt in der Landespolitik bekommen.  © Bernd Weißbrod/dpa

Nach Landtagswahl: Boris Palmer könnte in Cem Özdemirs Kabinett wechseln

Update, 21:25 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) kann sich einen Jobwechsel vorstellen – und sorgt damit für Gesprächsstoff in der Stadt. Nach dem Wahlsieg seines Weggefährten Cem Özdemir (Grüne) hatte er Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik angeheizt.

Ein Tübingen ohne Palmer ist für viele kaum vorstellbar. „Palmer ist eine ziemliche Identifikationsfigur in Tübingen“, sagt Nicolai Machann. Andrea Schatzer behauptet sogar „er liebt es, hier beliebt zu sein“. Ihr Freundeskreis habe gewettet, ob Palmer nach Stuttgart wechseln wird oder nicht. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass er bleibt.“ Darauf habe sie viel gesetzt.

Der 53-jährige Palmer ist seit 2007 Rathauschef in Tübingen und gilt als sehr beliebt. Zweimal wurde er im Amt bestätigt – auch als er zuletzt nicht mehr als Grünen-Politiker, sondern als unabhängiger Kandidat antrat. Palmer selbst hält sich am Dienstag bedeckt. Er habe schon eine Entscheidung getroffen, verrät er einer dpa-Reporterin in Tübingen. Allerdings schweigt er zur Frage, ob er bereits angefragt worden sei und wie er sich entschieden habe.

Grünen-Fraktionschef will bald Gespräche mit CDU

Update, 17:56 Uhr: Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hat sich nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg für die schnelle Aufnahme von Gesprächen mit der CDU über eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit ausgesprochen. „Wir müssen in Baden-Württemberg eine stabile, eine verlässliche Regierung auf die Beine stellen“, sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Fraktionssitzung. „Ich reiche der CDU dafür auch die Hand: Wir sind eine Koalition von zwei Parteien, die nahezu auf Augenhöhe arbeiten.“

Man müsse nun zügig Gespräche führen, sagte Schwarz. „Die Bürger erwarten ja auch, dass die Regierung sehr zügig zustande kommt, dass man sich zusammenrauft.“ Man müsse schauen, dass man in den nächsten Tagen ein Gesprächsformat ins Leben rufe.

Früherer AfD-Chef Jörg Meuthen zieht sich aus Politik zurück

Update, 16:55 Uhr: Der frühere AfD-Chef Jörg Meuthen, zuletzt stellvertretender Bundesvorsitzender der Kleinpartei Werteunion und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, zieht sich einem Zeitungsbericht zufolge aus der aktiven Politik zurück. „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied“, sagte er der Bild-Zeitung. 

CDU unversöhnlich und stellt hohe Anforderungen für eine mögliche Koalition

Update, 15:02 Uhr: Zwei Tage nach der Landtagswahl gibt sich die CDU extrem unversöhnlich und stellt hohe Anforderungen an die Grünen für anstehende Gespräche für eine Koalition. Die Stimmung sei kühl, sagte Vize-Regierungschef und Innenminister Thomas Strobl (CDU) kurz vor einer Sitzung der neuen und alten CDU-Fraktion zur dpa. Das politische Klima in Baden-Württemberg sei aus den Reihen der Grünen „nachhaltig vergiftet“ worden. Strobl gilt eigentlich als Brückenbauer in der grün-schwarzen Koalition und als ein CDU-Politiker, der besonders gut mit den Grünen kann.

Cem Özdemir (Grüne, l.) und Manuel Hagel (CDU) sitzen nach der Landtagswahl Baden-Württemberg im Plenarsaal des Landtags.

Es sei ganz viel Vertrauen zerschlagen worden, sagte auch Bauministerin und CDU-Vorstandsmitglied Nicole Razavi. Nun müsse Cem Özdemir einen Weg finden, „von wirklich ganz unten dieses Vertrauen wieder aufzubauen“. Aber das werde mühsam werden. Gefragt, was die Grünen denn tun müssten, um konstruktive Gespräche zu ermöglichen, sagte sie: „Nur eine Entschuldigung alleine wird nicht reichen – also zu sagen, okay, jetzt ist die Wahl rum, sorry. Das wird sicherlich nicht die Lösung sein.“ Hintergrund ist, dass eine Grünen-Abgeordnete im Wahlkampf-Endspurt ein acht Jahre altes Video von einem TV-Auftritt Hagels in die sozialen Netzwerke stellte. Hagel ääußerte sich darin über das Aussehen einer Realschülerin: „braune Haare, rehbraune Augen“.

Update, 13:05 Uhr: CDU-Politiker Mario Voigt hat in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ eine provokante Rechnung zur Landtagswahl Baden-Württemberg aufgemacht. „Eigentlich haben wir 60 Prozent in Baden-Württemberg geholt“, erklärte der thüringische Ministerpräsident dem Moderator Louis Klamroth.

Voigt begründete seine steile These damit, dass Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir einen Wahlkampf geführt habe, der seiner Partei ähnele: „Özdemir hat eine Politik und einen Wahlkampf gemacht, der eine Kopie der CDU ist“, so der CDU-Politiker laut Teleschau. Özdemirs Positionen zu Verbrenner-Aus und Migrationspolitik trügen die Handschrift der Union. Die ganze Sendungsbesprechung lesen Sie hier.

Update, 11:32 Uhr: Beruft Cem Özdemir den parteilosen Boris Palmer in sein Kabinett? Die Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für Palmer reißen nicht ab. Der Grünen-Politiker ließ die Spekulationen offen. Sie seien permanent im Gespräch, aktuell verteile man aber keine Ämter, so Özdemir laut der dpa. Vor der Wahl hatte Özdemir allerdings betont, wer sich selbst ins Spiel bringe, werde unter ihm keinen Ministerposten bekommen.

Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Joachim Behnke jedoch könnte Palmer eine wichtige Rolle in einer Landesregierung in Baden-Württemberg spielen – vor allem als Vermittler zwischen Grünen und CDU. Trotz aller Kritik an seinem Auftreten könne Palmer ein Gewinn sein für eine Regierung, die pragmatische Politik mit ökologischem Fokus verbinden wolle. „Wenn es um Kompetenz und Sachverstand geht, dann kann man an ihm eigentlich nicht vorbeigehen“, sagte Behnke der dpa.

SPD in Baden-Württemberg: Wiese für Steuerreform noch dieses Jahr

Update, 9:48 Uhr: Nach dem Wahldebakel seiner Partei in Baden-Württemberg will SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sich „mit Nachdruck“ für eine Steuerreform für kleine und mittlere Einkommen einsetzen. „Meine feste Überzeugung ist, dass diese Koalition Reformen voranbringen muss für dieses Land, gerechte Reformen“, sagte Wiese heute im ARD-„Morgenmagazin“. Die Frage nach einem möglichen Ausstieg aus der schwarz-roten Koalition im Bund beantwortete Wiese mit einem „klaren Nein“.

Update, 10. März, 8:21 Uhr: Innerhalb der CDU wird nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg über ein ungewöhnliches Modell nachgedacht: eine Aufteilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten. Doch Cem Özdemir hat dies klar abgelehnt. Selbst bei einem knappen Vorsprung von nur einer Stimme sei eindeutig, wer den Ministerpräsidenten stelle – das sei schlicht Tradition, so der Grünen-Politiker am Montag (9. März) in Stuttgart.

Eine Doppelspitze schloss Özdemir ebenfalls aus. „Wir machen erwachsene Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art“, sagte er laut der dpa. CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt reagierte scharf: Er warf Özdemir „herablassende Arroganz“ vor – auch weil der Grünen-Politiker den Vorstoß öffentlich abgebügelt habe, ohne zuvor das Gespräch mit der CDU zu suchen.

Özdemir äußert sich zur Kleiderwahl für Wahlsieg in Baden-Württemberg

Update, 10. März, 7:28 Uhr: Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir trug bei seinem Auftritt nach dem Wahlsieg das gleiche Krawatten-Modell, das Winfried Kretschmann am Wahlabend im Jahr 2011 getragen hatte. Das verriet er einer ZDF-Reporterin. Mit diesem Kleidungsstück schlug Özdemir eine Brücke zum historischen ersten Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg vor 15 Jahren – Özdemir verriet zudem, dass es bereits erste Gebote für das geschichtsträchtige Kleidungsstück gebe.

Landtagswahl Baden-Württemberg: Grünen-Politikerin weist Schuld an CDU-Niederlage von sich

Update, 10. März, 6:54 Uhr: Grünen-Politikerin Zoe Mayer hat Vorwürfe einer Schmutzkampagne im Baden-Württemberg-Wahlkampf zurückgewiesen. Die Bundestagsabgeordnete hatte kurz vor der Wahl ein acht Jahre altes Video von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel verbreitet, das für Wirbel gesorgt hatte.

„Wenn ich das Wort von der Schmutzkampagne höre, muss ich mich schon sehr zusammenreißen“, sagte Mayer den Badischen Neuesten Nachrichten (9. März). Sie betonte, ihr Ziel sei es gewesen, eine Sexismus-Debatte anzustoßen – nicht, der CDU zu schaden. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir habe von der Veröffentlichung vorab nichts gewusst.

Amtszeit nach Baden-Württemberg-Wahl teilen? – Banaszak: „Guter Witz“

Update, 10. März, 5:31 Uhr: Grünen-Chef Felix Banaszak hat den CDU-Vorschlag einer geteilten Ministerpräsidentschaft in Baden-Württemberg nach der BW-Wahl scharf abgelehnt. „Jens Spahn ist ja immer für einen guten Witz zu haben“, sagte Banaszak in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ über den Vorstoß des Unionsfraktionschefs. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir habe das stärkste Wahlergebnis erzielt und damit den Führungsanspruch seiner Partei untermauert. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) widersprach: „Der Wähler hat Gleichgewicht gewählt, und diese Balance müssen Sie respektieren.“

Update, 22:03 Uhr: Baden-Württembergs CDU-Chef Manuel Hagel hat nach seiner knappen Niederlage bei der Landtagswahl seinen Rücktritt angeboten. Das Angebot wurde laut Landesgeneralsekretär Tobias Vogt einstimmig abgelehnt, wie er unter Bestätigung eines SWR-Berichts mitteilte.

Grüne und CDU in Baden-Württemberg müssen Regierung bilden

Update, 17:47 Uhr: Eigentlich müssen Grüne und CDU in Baden-Württemberg zu einer Regierung zusammenfinden, aber die Stimmung zwischen den Parteien könnte derzeit nicht feindseliger sein: Nach dem sehr knappen Wahlausgang und Diskussionen über eine Teilung der Amtszeit des Regierungschefs greift die Südwest-CDU den Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) nun frontal und persönlich an.

„Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns doch sehr“, teilte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur am Abend mit. „Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech.“

Spekulationen um mögliches Minister-Amt für Palmer nach Baden-Württemberg-Wahl

Update, 16:10 Uhr: Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hält sich weiterhin bedeckt, was die Spekulationen über ein mögliches Ministeramt für den parteilosen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer betrifft. Auf die Frage nach Palmers zukünftiger Rolle in der Landespolitik erklärte Özdemir: „Ich bin permanent im Gespräch mit ihm“. Obwohl Palmer für ihn zweifellos eine bedeutende Rolle einnehmen werde, vergebe man derzeit keine Ämter.

Özdemir äußerte sich mehrfach lobend über seinen ehemaligen Parteikollegen. „Ich bin ihm sehr, sehr dankbar. Er hat dazu beigetragen, dass ich heute hier sitz.“ Dies sei unbestreitbar. „Jeder, der was anderes sagt, der sollte vielleicht mal die Zahlen studieren“.

Absage der Grünen nach Rotationsvorschlag der CDU nach knappen Ergebnis bei BW-Wahl

Update, 15:18 Uhr: Cem Özdemir, Gewinner der Landtagswahl in Baden-Württemberg, hat sich gegen eine Aufteilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten ausgesprochen. Bei einer Pressekonferenz in Stuttgart erklärte Özdemir am Montag, dass selbst bei nur einer Stimme Vorsprung eindeutig sei, wer das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen solle. Dies entspreche der Tradition. Eine Doppelspitze werde es ebenfalls nicht geben. „Wir machen erwachsene Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art.“ Özdemir hob hervor, dass er eine Koalition der Mitte anstrebe und die Regierung führen wolle. Eine rasche Regierungsbildung sei nun erforderlich.

Ergebnisse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: CDU-Politiker fordert Rotationsprinzip für Ministerpräsidentenamt

Update, 13:06 Uhr: Nach der Wahl in Baden-Württemberg hat sich ein erster CDU-Politiker nach vorne gewagt und den Regierungsauftrag der Grünen in Frage gestellt. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (64) sieht angesichts der Pattsituation im Landtag „keinen klaren Wahlsieger“ – und fordert ein Rotationsprinzip beim Ministerpräsidentenamt. „Deswegen plädiere ich für die Einführung eines Rotationsprinzips und damit im Falle einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Koalition für die Besetzung des Amts des Ministerpräsidenten im Wechsel durch die Grünen und dann durch die CDU“, sagte Nopper der Bild-Zeitung.

Grünen-Sieger Cem Özdemir (60) liegt zwar mit 27.000 Stimmen vor CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) – doch Erst- und Zweitstimmen zusammengerechnet holte die Union 480.000 Stimmen mehr als die Grünen. Im Landtag haben beide Parteien gleich viele Sitze. Mit Blick auf den „äußerst unfairen“ Wahlkampf der Grünen forderte Nopper Zugeständnisse für eine Koalitionsbildung.

Update, 12:25 Uhr: Da Grüne und CDU im neuen Landtag von Baden-Württemberg wohl beide 56 Sitze erhalten werden, sei in CDU-Kreisen auch eine sogenannte „israelische Lösung“ diskutiert worden. Das berichtet der TV-Sender phoenix. Darunter versteht man, dass sich zwei Parteien das Amt des Ministerpräsidenten teilen – etwa durch einen Wechsel nach der Hälfte der Legislaturperiode. Für Baden-Württemberg sei dieser Ansatz nach Informationen von phoenix jedoch verworfen worden. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel stellte am Sonntagabend klar, die Verantwortung für die Bildung einer Koalition liege bei Özdemir und den Grünen.

Ergebnisse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: CDU wirft Grünen „Schmutzkampagne“ vor

Update, 11:37 Uhr: Die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp hat den Grünen in Baden-Württemberg nach der Wahl eine „Schmutzkampagne“ im Wahlkampf vorgeworfen. „Die Grünen meinen immer Hass und Hetze im Netz vermeiden zu müssen und selber haben sie Hass und Hetze im Netz aber geschürt, die Grünen in Baden-Württemberg“, sagte Stumpp im Interview mit phoenix.

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel habe sogar Morddrohungen erhalten, was nichts mehr mit einem fairen Wahlkampf zu tun gehabt habe. „Das Vertrauen ist schon ein bisschen zerstört“, so Stumpp – dennoch liege der Ball bei der Regierungsbildung nun bei den Grünen.

Trotz Klatsche bei Landtagswahl in BW: Dürr will als FDP-Chef weitermachen

Update, 11:12 Uhr: In Berlin tritt FDP-Chef Christian Dürr vor die Mikrofone. Der Parteivorsitzende dankt dem Landesverband in Baden-Württemberg für einen Wahlkampf unter „extrem schwierigen“ Bedingungen. Vertrauen gewinne man nicht über Nacht zurück, sondern in einem „Marathon“, führt Dürr weiter aus. Er wolle diesen Prozess weiter vorantreiben – an einen Rücktritt denkt der Parteivorsitzende also offenbar nicht.

Update, 10:33 Uhr: Nach dem Absturz der SPD auf 5,5 Prozent bei der Wahl in Baden-Württemberg – dem schlechtesten Landtagswahlergebnis der Partei in Deutschland – sieht Generalsekretär Tim Klüssendorf keinen bundespolitischen Handlungsbedarf. Rückschlüsse aus dem Ergebnis seien „nicht so einfach“, sagte er dem Sender Phoenix. „Wir haben da einen festen Fahrplan. Wir haben große Reformen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen“, sagte der SPD-General.

Klüssendorf verwies darauf, dass die schwarz-rote Bundeskoalition das Bürgergeld gerade erst korrigiert habe. Bemerkenswert: Auch die CDU legte zu, obwohl laut Analysen 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Bundesregierung keine gute Arbeit bescheinigten.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: AfD-Spitzenkandidat will „alberne Brandmauer“ einreißen

Update, 10:11 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier spricht bei der Pressekonferenz am Montag von einem „sehr guten Ergebnis“ für seine Partei. Man sei in Baden-Württemberg die einzig relevante oppositionelle Kraft. Frohnmaier appelliert weiter an die CDU, die „alberne Brandmauer“ zur AfD einzureißen und eine Koalition mit der AfD einzugehen. CDU und AfD waren bei der Wahl am Sonntag die einzigen beiden Parteien, die Stimmen dazugewinnen konnten. „Daraus müsste eigentlich ein Auftrag entspringen“, folgert Frohnmaier.

„Die Grünen sind kein zuverlässiger Partner“, sagt Frohnmaier mit Blick auf den Wahlkampf weiter. „Hagel wurde elf Tage vor dieser Wahl vor den Bus geworfen, von den Grünen“, führt der außenpolitische Sprecher der AfD weiter aus. Die leichten Verluste der Grünen von 2,4 Prozentpunkten wertet Frohnmaier als eine Entscheidung der Wähler gegen grüne Politik.

Brantner zur Landtagswahl Baden-Württemberg: „Wir können lernen“

Update, 8:39 Uhr: Der Wahlerfolg der Grünen in Baden-Württemberg hat in der Bundespartei eine Debatte über Ausrichtung und Stil ausgelöst. Parteichefin Franziska Brantner erklärte im Deutschlandfunk, man könne aus der Landtagswahl lernen. „Wir können lernen, dass man ambitioniert in den Zielen ist, pragmatisch im Weg, dass wir das Land vor die Partei stellen.“ 

Co-Chef Felix Banaszak sieht den Sieg als Beleg dafür, dass Grüne Wahlen aus der Mitte heraus gewinnen können. Özdemir habe das in Baden-Württemberg bewiesen – ein Modell, das nun auch auf Bundesebene Schule machen solle: „Wir wollen, dass die Grünen wieder eine Orientierungskraft für breite Teile der Bevölkerung werden“, sagte Banaszak im ARD-Morgenmagazin.

Update, 8:20 Uhr: Trotz Wahlrechtsreform bleibt der Frauenanteil im Landtag Baden-Württemberg nahezu unverändert: 33,8 Prozent der 157 Abgeordneten sind weiblich – ein kaum messbarer Fortschritt gegenüber den knapp 33 Prozent der Vorgängerlegislatur, berichtet dpa. Die Reform hatte den Parteien über Landeslisten mehr Steuerungsmöglichkeiten bei der Kandidatenauswahl gegeben, um die lange kritisierten „Platzhirsche“ an der Basis zu umgehen. Vollständig ausgewogen zeigten sich dabei nur Grüne, CDU und SPD auf ihren Top-Ten-Listenplätzen – die FDP besetzte drei der ersten zehn Plätze mit Frauen, die AfD lediglich einen.

Ergebnisse der Landtagswahl Baden-Württemberg: AfD feiert bestes Ergebnis in Westdeutschland

Update, 6:58 Uhr: Die AfD hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl in Westdeutschland eingefahren. Mit 18,8 Prozent der Zweitstimmen übertrumpfte die Partei sogar ihr Hessen-Ergebnis von 2023.

Bundesparteichef Tino Chrupalla zeigte sich euphorisch: „Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg Volkspartei“, sagte Chrupalla. Trotz Avancen von Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in Richtung CDU dürfte die AfD, die der Verfassungsschutz im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall führt, in der Opposition verbleiben. Im Vergleich zur Wahl 2021 hat die Partei ihr Ergebnis nahezu verdoppelt.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grünen gelingt hauchdünner Sieger vor CDU

Update, 6:04 Uhr: Mit hauchdünnem Vorsprung vor der CDU haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte, erreichten die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent kam. Beide Parteien erreichten dabei jeweils 56 Mandate.

Auf dem dritten Platz folgte mit 18,8 Prozent – dem besten Ergebnis bislang in einem westdeutschen Bundesland – die AfD. Im Stuttgarter Landtag ist ansonsten nur die SPD vertreten, die mit 5,5 Prozent der Stimmen allerdings ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis jemals verbuchte.

Die FDP schied mit 4,4 aus dem einzigen Landesparlament aus, in dem sie bisher immer vertreten war. Die Linke, die in Baden-Württemberg noch nie dem Landtag angehörte, scheiterte mit ebenfalls 4,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent – nach 63,8 Prozent bei der zurückliegenden Wahl vor fünf Jahren.

Mit Blick auf das gute Abschneiden der Grünen sprach Özdemir von einer „fulminanten Aufholjagd“. Er dankte allen, die dazu beigetragen und „sich eingebracht“ haben. Weiter betonte der Grünen-Spitzenkandidat, es gelte, „egal wie es final ausgeht“, das, was er vor der Wahl versprochen habe: „Dass es ums Landeswohl gehen soll, nicht ums Parteiinteresse“. Davon „habe ich nichts zurückzunehmen“, stellte er klar, denn „wir haben viele Erwartungen geweckt bei den Menschen in Baden-Württemberg“.

Konsequenzen für SPD-Baden-Württemberg nach Wahl-Fiasko

Update, 18:47 Uhr: Nach dem SPD-Verlust bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur.

Landtagswahl in Baden-Württemberg live – Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet

Update, 8. März, 7.55 Uhr: In Baden-Württemberg öffnen die Wahllokale für die Landtagswahl: Ab 8.00 Uhr können die Menschen im Südwesten ihre Stimmen abgeben. Wahlberechtigt sind nach Schätzungen des Statistischen Landesamts rund 7,7 Millionen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

Update vom 7. März, 23 Uhr: Über die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg ist vieles bekannt. Ob Manuel Hagel von der CDU oder Cem Özdemir von den Grünen das Rennen für sich entscheiden wird, wird auch die neue First Lady festlegen, die in die Fußstapfen von Gerlinde Kretschmann treten wird. Informationen über die First-Lady-Kandidaten bei der Wahl können Sie hier lesen.

Rubriklistenbild: © Katharina Kausche/dpa

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