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Sonja Thomaser
Felix Durach- Simon Schröder
Bedrettin Bölükbasi
Franziska Schwarz
Stephanie Munk
Die Grünen siegen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nun muss Cem Özdemir sein Kabinett aufstellen. Gehört dem künftig auch Boris Palmer (ehemals Grüne) an?
Update, 11. März, 12:25 Uhr: Boris Palmer hat in der jüngsten Ausgabe von „Maischberger“ eine Rückkehr zu den Grünen offengelassen – und eine mögliche Ministerrolle im Kabinett von Cem Özdemir weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die Antwort von Palmer auf die Frage nach einem Ministeramt war eindeutig ausweichend: „Ich will diese Frage einfach gar nicht beantworten“, sagte der Tübinger Oberbürgermeister in der ARD-Sendung. Die Details in „Palmers Antwort bringt Maischberger aus dem Konzept“.
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an




Nach Landtagswahl: Boris Palmer könnte in Cem Özdemirs Kabinett wechseln
Update, 21:25 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) kann sich einen Jobwechsel vorstellen – und sorgt damit für Gesprächsstoff in der Stadt. Nach dem Wahlsieg seines Weggefährten Cem Özdemir (Grüne) hatte er Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik angeheizt.
Ein Tübingen ohne Palmer ist für viele kaum vorstellbar. „Palmer ist eine ziemliche Identifikationsfigur in Tübingen“, sagt Nicolai Machann. Andrea Schatzer behauptet sogar „er liebt es, hier beliebt zu sein“. Ihr Freundeskreis habe gewettet, ob Palmer nach Stuttgart wechseln wird oder nicht. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass er bleibt.“ Darauf habe sie viel gesetzt.
Der 53-jährige Palmer ist seit 2007 Rathauschef in Tübingen und gilt als sehr beliebt. Zweimal wurde er im Amt bestätigt – auch als er zuletzt nicht mehr als Grünen-Politiker, sondern als unabhängiger Kandidat antrat. Palmer selbst hält sich am Dienstag bedeckt. Er habe schon eine Entscheidung getroffen, verrät er einer dpa-Reporterin in Tübingen. Allerdings schweigt er zur Frage, ob er bereits angefragt worden sei und wie er sich entschieden habe.
Grünen-Fraktionschef will bald Gespräche mit CDU
Update, 17:56 Uhr: Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hat sich nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg für die schnelle Aufnahme von Gesprächen mit der CDU über eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit ausgesprochen. „Wir müssen in Baden-Württemberg eine stabile, eine verlässliche Regierung auf die Beine stellen“, sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Fraktionssitzung. „Ich reiche der CDU dafür auch die Hand: Wir sind eine Koalition von zwei Parteien, die nahezu auf Augenhöhe arbeiten.“
Man müsse nun zügig Gespräche führen, sagte Schwarz. „Die Bürger erwarten ja auch, dass die Regierung sehr zügig zustande kommt, dass man sich zusammenrauft.“ Man müsse schauen, dass man in den nächsten Tagen ein Gesprächsformat ins Leben rufe.
Früherer AfD-Chef Jörg Meuthen zieht sich aus Politik zurück
Update, 16:55 Uhr: Der frühere AfD-Chef Jörg Meuthen, zuletzt stellvertretender Bundesvorsitzender der Kleinpartei Werteunion und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, zieht sich einem Zeitungsbericht zufolge aus der aktiven Politik zurück. „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied“, sagte er der Bild-Zeitung.
CDU unversöhnlich und stellt hohe Anforderungen für eine mögliche Koalition
Update, 15:02 Uhr: Zwei Tage nach der Landtagswahl gibt sich die CDU extrem unversöhnlich und stellt hohe Anforderungen an die Grünen für anstehende Gespräche für eine Koalition. Die Stimmung sei kühl, sagte Vize-Regierungschef und Innenminister Thomas Strobl (CDU) kurz vor einer Sitzung der neuen und alten CDU-Fraktion zur dpa. Das politische Klima in Baden-Württemberg sei aus den Reihen der Grünen „nachhaltig vergiftet“ worden. Strobl gilt eigentlich als Brückenbauer in der grün-schwarzen Koalition und als ein CDU-Politiker, der besonders gut mit den Grünen kann.
Es sei ganz viel Vertrauen zerschlagen worden, sagte auch Bauministerin und CDU-Vorstandsmitglied Nicole Razavi. Nun müsse Cem Özdemir einen Weg finden, „von wirklich ganz unten dieses Vertrauen wieder aufzubauen“. Aber das werde mühsam werden. Gefragt, was die Grünen denn tun müssten, um konstruktive Gespräche zu ermöglichen, sagte sie: „Nur eine Entschuldigung alleine wird nicht reichen – also zu sagen, okay, jetzt ist die Wahl rum, sorry. Das wird sicherlich nicht die Lösung sein.“ Hintergrund ist, dass eine Grünen-Abgeordnete im Wahlkampf-Endspurt ein acht Jahre altes Video von einem TV-Auftritt Hagels in die sozialen Netzwerke stellte. Hagel ääußerte sich darin über das Aussehen einer Realschülerin: „braune Haare, rehbraune Augen“.
Update, 13:05 Uhr: CDU-Politiker Mario Voigt hat in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ eine provokante Rechnung zur Landtagswahl Baden-Württemberg aufgemacht. „Eigentlich haben wir 60 Prozent in Baden-Württemberg geholt“, erklärte der thüringische Ministerpräsident dem Moderator Louis Klamroth.
Voigt begründete seine steile These damit, dass Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir einen Wahlkampf geführt habe, der seiner Partei ähnele: „Özdemir hat eine Politik und einen Wahlkampf gemacht, der eine Kopie der CDU ist“, so der CDU-Politiker laut Teleschau. Özdemirs Positionen zu Verbrenner-Aus und Migrationspolitik trügen die Handschrift der Union. Die ganze Sendungsbesprechung lesen Sie hier.
Update, 11:32 Uhr: Beruft Cem Özdemir den parteilosen Boris Palmer in sein Kabinett? Die Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für Palmer reißen nicht ab. Der Grünen-Politiker ließ die Spekulationen offen. Sie seien permanent im Gespräch, aktuell verteile man aber keine Ämter, so Özdemir laut der dpa. Vor der Wahl hatte Özdemir allerdings betont, wer sich selbst ins Spiel bringe, werde unter ihm keinen Ministerposten bekommen.
Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Joachim Behnke jedoch könnte Palmer eine wichtige Rolle in einer Landesregierung in Baden-Württemberg spielen – vor allem als Vermittler zwischen Grünen und CDU. Trotz aller Kritik an seinem Auftreten könne Palmer ein Gewinn sein für eine Regierung, die pragmatische Politik mit ökologischem Fokus verbinden wolle. „Wenn es um Kompetenz und Sachverstand geht, dann kann man an ihm eigentlich nicht vorbeigehen“, sagte Behnke der dpa.
SPD in Baden-Württemberg: Wiese für Steuerreform noch dieses Jahr
Update, 9:48 Uhr: Nach dem Wahldebakel seiner Partei in Baden-Württemberg will SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sich „mit Nachdruck“ für eine Steuerreform für kleine und mittlere Einkommen einsetzen. „Meine feste Überzeugung ist, dass diese Koalition Reformen voranbringen muss für dieses Land, gerechte Reformen“, sagte Wiese heute im ARD-„Morgenmagazin“. Die Frage nach einem möglichen Ausstieg aus der schwarz-roten Koalition im Bund beantwortete Wiese mit einem „klaren Nein“.
Update, 10. März, 8:21 Uhr: Innerhalb der CDU wird nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg über ein ungewöhnliches Modell nachgedacht: eine Aufteilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten. Doch Cem Özdemir hat dies klar abgelehnt. Selbst bei einem knappen Vorsprung von nur einer Stimme sei eindeutig, wer den Ministerpräsidenten stelle – das sei schlicht Tradition, so der Grünen-Politiker am Montag (9. März) in Stuttgart.
Eine Doppelspitze schloss Özdemir ebenfalls aus. „Wir machen erwachsene Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art“, sagte er laut der dpa. CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt reagierte scharf: Er warf Özdemir „herablassende Arroganz“ vor – auch weil der Grünen-Politiker den Vorstoß öffentlich abgebügelt habe, ohne zuvor das Gespräch mit der CDU zu suchen.
Özdemir äußert sich zur Kleiderwahl für Wahlsieg in Baden-Württemberg
Update, 10. März, 7:28 Uhr: Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir trug bei seinem Auftritt nach dem Wahlsieg das gleiche Krawatten-Modell, das Winfried Kretschmann am Wahlabend im Jahr 2011 getragen hatte. Das verriet er einer ZDF-Reporterin. Mit diesem Kleidungsstück schlug Özdemir eine Brücke zum historischen ersten Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg vor 15 Jahren – Özdemir verriet zudem, dass es bereits erste Gebote für das geschichtsträchtige Kleidungsstück gebe.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Grünen-Politikerin weist Schuld an CDU-Niederlage von sich
Update, 10. März, 6:54 Uhr: Grünen-Politikerin Zoe Mayer hat Vorwürfe einer Schmutzkampagne im Baden-Württemberg-Wahlkampf zurückgewiesen. Die Bundestagsabgeordnete hatte kurz vor der Wahl ein acht Jahre altes Video von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel verbreitet, das für Wirbel gesorgt hatte.
„Wenn ich das Wort von der Schmutzkampagne höre, muss ich mich schon sehr zusammenreißen“, sagte Mayer den Badischen Neuesten Nachrichten (9. März). Sie betonte, ihr Ziel sei es gewesen, eine Sexismus-Debatte anzustoßen – nicht, der CDU zu schaden. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir habe von der Veröffentlichung vorab nichts gewusst.
Amtszeit nach Baden-Württemberg-Wahl teilen? – Banaszak: „Guter Witz“
Update, 10. März, 5:31 Uhr: Grünen-Chef Felix Banaszak hat den CDU-Vorschlag einer geteilten Ministerpräsidentschaft in Baden-Württemberg nach der BW-Wahl scharf abgelehnt. „Jens Spahn ist ja immer für einen guten Witz zu haben“, sagte Banaszak in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ über den Vorstoß des Unionsfraktionschefs. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir habe das stärkste Wahlergebnis erzielt und damit den Führungsanspruch seiner Partei untermauert. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) widersprach: „Der Wähler hat Gleichgewicht gewählt, und diese Balance müssen Sie respektieren.“
Update, 22:03 Uhr: Baden-Württembergs CDU-Chef Manuel Hagel hat nach seiner knappen Niederlage bei der Landtagswahl seinen Rücktritt angeboten. Das Angebot wurde laut Landesgeneralsekretär Tobias Vogt einstimmig abgelehnt, wie er unter Bestätigung eines SWR-Berichts mitteilte.
Grüne und CDU in Baden-Württemberg müssen Regierung bilden
Update, 17:47 Uhr: Eigentlich müssen Grüne und CDU in Baden-Württemberg zu einer Regierung zusammenfinden, aber die Stimmung zwischen den Parteien könnte derzeit nicht feindseliger sein: Nach dem sehr knappen Wahlausgang und Diskussionen über eine Teilung der Amtszeit des Regierungschefs greift die Südwest-CDU den Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) nun frontal und persönlich an.
„Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns doch sehr“, teilte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur am Abend mit. „Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech.“
Spekulationen um mögliches Minister-Amt für Palmer nach Baden-Württemberg-Wahl
Update, 16:10 Uhr: Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hält sich weiterhin bedeckt, was die Spekulationen über ein mögliches Ministeramt für den parteilosen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer betrifft. Auf die Frage nach Palmers zukünftiger Rolle in der Landespolitik erklärte Özdemir: „Ich bin permanent im Gespräch mit ihm“. Obwohl Palmer für ihn zweifellos eine bedeutende Rolle einnehmen werde, vergebe man derzeit keine Ämter.
Özdemir äußerte sich mehrfach lobend über seinen ehemaligen Parteikollegen. „Ich bin ihm sehr, sehr dankbar. Er hat dazu beigetragen, dass ich heute hier sitz.“ Dies sei unbestreitbar. „Jeder, der was anderes sagt, der sollte vielleicht mal die Zahlen studieren“.
Absage der Grünen nach Rotationsvorschlag der CDU nach knappen Ergebnis bei BW-Wahl
Update, 15:18 Uhr: Cem Özdemir, Gewinner der Landtagswahl in Baden-Württemberg, hat sich gegen eine Aufteilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten ausgesprochen. Bei einer Pressekonferenz in Stuttgart erklärte Özdemir am Montag, dass selbst bei nur einer Stimme Vorsprung eindeutig sei, wer das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen solle. Dies entspreche der Tradition. Eine Doppelspitze werde es ebenfalls nicht geben. „Wir machen erwachsene Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art.“ Özdemir hob hervor, dass er eine Koalition der Mitte anstrebe und die Regierung führen wolle. Eine rasche Regierungsbildung sei nun erforderlich.
Ergebnisse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: CDU-Politiker fordert Rotationsprinzip für Ministerpräsidentenamt
Update, 13:06 Uhr: Nach der Wahl in Baden-Württemberg hat sich ein erster CDU-Politiker nach vorne gewagt und den Regierungsauftrag der Grünen in Frage gestellt. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (64) sieht angesichts der Pattsituation im Landtag „keinen klaren Wahlsieger“ – und fordert ein Rotationsprinzip beim Ministerpräsidentenamt. „Deswegen plädiere ich für die Einführung eines Rotationsprinzips und damit im Falle einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Koalition für die Besetzung des Amts des Ministerpräsidenten im Wechsel durch die Grünen und dann durch die CDU“, sagte Nopper der Bild-Zeitung.
Grünen-Sieger Cem Özdemir (60) liegt zwar mit 27.000 Stimmen vor CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) – doch Erst- und Zweitstimmen zusammengerechnet holte die Union 480.000 Stimmen mehr als die Grünen. Im Landtag haben beide Parteien gleich viele Sitze. Mit Blick auf den „äußerst unfairen“ Wahlkampf der Grünen forderte Nopper Zugeständnisse für eine Koalitionsbildung.
Update, 12:25 Uhr: Da Grüne und CDU im neuen Landtag von Baden-Württemberg wohl beide 56 Sitze erhalten werden, sei in CDU-Kreisen auch eine sogenannte „israelische Lösung“ diskutiert worden. Das berichtet der TV-Sender phoenix. Darunter versteht man, dass sich zwei Parteien das Amt des Ministerpräsidenten teilen – etwa durch einen Wechsel nach der Hälfte der Legislaturperiode. Für Baden-Württemberg sei dieser Ansatz nach Informationen von phoenix jedoch verworfen worden. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel stellte am Sonntagabend klar, die Verantwortung für die Bildung einer Koalition liege bei Özdemir und den Grünen.
Ergebnisse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: CDU wirft Grünen „Schmutzkampagne“ vor
Update, 11:37 Uhr: Die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp hat den Grünen in Baden-Württemberg nach der Wahl eine „Schmutzkampagne“ im Wahlkampf vorgeworfen. „Die Grünen meinen immer Hass und Hetze im Netz vermeiden zu müssen und selber haben sie Hass und Hetze im Netz aber geschürt, die Grünen in Baden-Württemberg“, sagte Stumpp im Interview mit phoenix.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel habe sogar Morddrohungen erhalten, was nichts mehr mit einem fairen Wahlkampf zu tun gehabt habe. „Das Vertrauen ist schon ein bisschen zerstört“, so Stumpp – dennoch liege der Ball bei der Regierungsbildung nun bei den Grünen.
Trotz Klatsche bei Landtagswahl in BW: Dürr will als FDP-Chef weitermachen
Update, 11:12 Uhr: In Berlin tritt FDP-Chef Christian Dürr vor die Mikrofone. Der Parteivorsitzende dankt dem Landesverband in Baden-Württemberg für einen Wahlkampf unter „extrem schwierigen“ Bedingungen. Vertrauen gewinne man nicht über Nacht zurück, sondern in einem „Marathon“, führt Dürr weiter aus. Er wolle diesen Prozess weiter vorantreiben – an einen Rücktritt denkt der Parteivorsitzende also offenbar nicht.
Update, 10:33 Uhr: Nach dem Absturz der SPD auf 5,5 Prozent bei der Wahl in Baden-Württemberg – dem schlechtesten Landtagswahlergebnis der Partei in Deutschland – sieht Generalsekretär Tim Klüssendorf keinen bundespolitischen Handlungsbedarf. Rückschlüsse aus dem Ergebnis seien „nicht so einfach“, sagte er dem Sender Phoenix. „Wir haben da einen festen Fahrplan. Wir haben große Reformen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen“, sagte der SPD-General.
Klüssendorf verwies darauf, dass die schwarz-rote Bundeskoalition das Bürgergeld gerade erst korrigiert habe. Bemerkenswert: Auch die CDU legte zu, obwohl laut Analysen 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Bundesregierung keine gute Arbeit bescheinigten.
Landtagswahl in Baden-Württemberg: AfD-Spitzenkandidat will „alberne Brandmauer“ einreißen
Update, 10:11 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier spricht bei der Pressekonferenz am Montag von einem „sehr guten Ergebnis“ für seine Partei. Man sei in Baden-Württemberg die einzig relevante oppositionelle Kraft. Frohnmaier appelliert weiter an die CDU, die „alberne Brandmauer“ zur AfD einzureißen und eine Koalition mit der AfD einzugehen. CDU und AfD waren bei der Wahl am Sonntag die einzigen beiden Parteien, die Stimmen dazugewinnen konnten. „Daraus müsste eigentlich ein Auftrag entspringen“, folgert Frohnmaier.
„Die Grünen sind kein zuverlässiger Partner“, sagt Frohnmaier mit Blick auf den Wahlkampf weiter. „Hagel wurde elf Tage vor dieser Wahl vor den Bus geworfen, von den Grünen“, führt der außenpolitische Sprecher der AfD weiter aus. Die leichten Verluste der Grünen von 2,4 Prozentpunkten wertet Frohnmaier als eine Entscheidung der Wähler gegen grüne Politik.
Brantner zur Landtagswahl Baden-Württemberg: „Wir können lernen“
Update, 8:39 Uhr: Der Wahlerfolg der Grünen in Baden-Württemberg hat in der Bundespartei eine Debatte über Ausrichtung und Stil ausgelöst. Parteichefin Franziska Brantner erklärte im Deutschlandfunk, man könne aus der Landtagswahl lernen. „Wir können lernen, dass man ambitioniert in den Zielen ist, pragmatisch im Weg, dass wir das Land vor die Partei stellen.“
Co-Chef Felix Banaszak sieht den Sieg als Beleg dafür, dass Grüne Wahlen aus der Mitte heraus gewinnen können. Özdemir habe das in Baden-Württemberg bewiesen – ein Modell, das nun auch auf Bundesebene Schule machen solle: „Wir wollen, dass die Grünen wieder eine Orientierungskraft für breite Teile der Bevölkerung werden“, sagte Banaszak im ARD-Morgenmagazin.
Update, 8:20 Uhr: Trotz Wahlrechtsreform bleibt der Frauenanteil im Landtag Baden-Württemberg nahezu unverändert: 33,8 Prozent der 157 Abgeordneten sind weiblich – ein kaum messbarer Fortschritt gegenüber den knapp 33 Prozent der Vorgängerlegislatur, berichtet dpa. Die Reform hatte den Parteien über Landeslisten mehr Steuerungsmöglichkeiten bei der Kandidatenauswahl gegeben, um die lange kritisierten „Platzhirsche“ an der Basis zu umgehen. Vollständig ausgewogen zeigten sich dabei nur Grüne, CDU und SPD auf ihren Top-Ten-Listenplätzen – die FDP besetzte drei der ersten zehn Plätze mit Frauen, die AfD lediglich einen.
Ergebnisse der Landtagswahl Baden-Württemberg: AfD feiert bestes Ergebnis in Westdeutschland
Update, 6:58 Uhr: Die AfD hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl in Westdeutschland eingefahren. Mit 18,8 Prozent der Zweitstimmen übertrumpfte die Partei sogar ihr Hessen-Ergebnis von 2023.
Bundesparteichef Tino Chrupalla zeigte sich euphorisch: „Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg Volkspartei“, sagte Chrupalla. Trotz Avancen von Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in Richtung CDU dürfte die AfD, die der Verfassungsschutz im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall führt, in der Opposition verbleiben. Im Vergleich zur Wahl 2021 hat die Partei ihr Ergebnis nahezu verdoppelt.
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grünen gelingt hauchdünner Sieger vor CDU
Update, 6:04 Uhr: Mit hauchdünnem Vorsprung vor der CDU haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte, erreichten die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent kam. Beide Parteien erreichten dabei jeweils 56 Mandate.
Auf dem dritten Platz folgte mit 18,8 Prozent – dem besten Ergebnis bislang in einem westdeutschen Bundesland – die AfD. Im Stuttgarter Landtag ist ansonsten nur die SPD vertreten, die mit 5,5 Prozent der Stimmen allerdings ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis jemals verbuchte.
Die FDP schied mit 4,4 aus dem einzigen Landesparlament aus, in dem sie bisher immer vertreten war. Die Linke, die in Baden-Württemberg noch nie dem Landtag angehörte, scheiterte mit ebenfalls 4,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 Prozent – nach 63,8 Prozent bei der zurückliegenden Wahl vor fünf Jahren.
Mit Blick auf das gute Abschneiden der Grünen sprach Özdemir von einer „fulminanten Aufholjagd“. Er dankte allen, die dazu beigetragen und „sich eingebracht“ haben. Weiter betonte der Grünen-Spitzenkandidat, es gelte, „egal wie es final ausgeht“, das, was er vor der Wahl versprochen habe: „Dass es ums Landeswohl gehen soll, nicht ums Parteiinteresse“. Davon „habe ich nichts zurückzunehmen“, stellte er klar, denn „wir haben viele Erwartungen geweckt bei den Menschen in Baden-Württemberg“.
Konsequenzen für SPD-Baden-Württemberg nach Wahl-Fiasko
Update, 18:47 Uhr: Nach dem SPD-Verlust bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur.
Landtagswahl in Baden-Württemberg live – Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet
Update, 8. März, 7.55 Uhr: In Baden-Württemberg öffnen die Wahllokale für die Landtagswahl: Ab 8.00 Uhr können die Menschen im Südwesten ihre Stimmen abgeben. Wahlberechtigt sind nach Schätzungen des Statistischen Landesamts rund 7,7 Millionen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
Update vom 7. März, 23 Uhr: Über die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg ist vieles bekannt. Ob Manuel Hagel von der CDU oder Cem Özdemir von den Grünen das Rennen für sich entscheiden wird, wird auch die neue First Lady festlegen, die in die Fußstapfen von Gerlinde Kretschmann treten wird. Informationen über die First-Lady-Kandidaten bei der Wahl können Sie hier lesen.
Rubriklistenbild: © Katharina Kausche/dpa





