Russischer Staatsbürger in U-Haft

Getötete Ukrainer in Bayern: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Mordes

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Neben dem Einkaufszentrum an dem am Samstagabend zwei Männer aus der Ukraine getötet worden sind, haben Menschen Blumen und Plakate niedergelegt
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    Felix Durach
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Nach dem Tod von zwei ukrainischen Soldaten im oberbayerischen Murnau hat jetzt die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Update vom 30. April, 16.38 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall jetzt wegen zweifachen Mordes. Was konkret zu dieser Einordnung geführt hat, teilte sie zunächst nicht mit. Die vollumfängliche Aufklärung der Tatabläufe und der Tatmotivation sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, sagte ein Sprecher heute. „Wir wollen dem Ergebnis nicht vorgreifen.“

Update vom 29. April, 18.00 Uhr: Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) sagte dem BR, die ukrainische und die deutsche Gemeinschaft seien geschockt. Einen Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine sah der Bürgermeister nicht. Er bezeichnete die Tat als bedauerlichen Einzelfall, „in dem wohl sehr viel Alkohol eine Rolle gespielt hat“.

Update vom 29. April, 15.54 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft München hat sich wie folgt zu dem Tod zweier ukrainischer Soldaten zu Wort gemeldet: „Das Motiv der Tat ist derzeit noch unklar, wobei eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann und in alle Richtungen ermittelt wird.“ Die Behörde hatte zuvor die Ermittlungen übernommen.

Erstmeldung: München – Am Wochenende wurden zwei ukrainische Soldaten im oberbayerischen Murnau niedergestochen und erlagen ihren Verletzungen. Die Polizei nahm noch am selben Tag einen Tatverdächtigen fest, der offenbar die russische Staatsbürgerschaft besitzt. Jetzt kommt zunehmend Brisanz in den Fall: Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus hat die Ermittlungen übernommen.

Eine politische Tatmotivation könne nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte der Spiegel berichtet.

Bei den Opfern handelt es sich um einen 36-Jährigen und einen 23-Jährigen aus der Ukraine. Wie das ukrainische Außenministerium mitteilte, handelt es sich bei beiden Männern um Soldaten, die sich nach ihrer Verwundung im Ukraine-Krieg zur Rehabilitation nach Deutschland begeben hatten. Wie das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen dem BR bestätigte, kamen beide Männer bereits im vergangenen Jahr nach Deutschland, um sich im Unfallklinikum Murnau behandeln zu lassen.

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich wiederum um einen 57-jährigen russischen Staatsbürger handeln, der seit längerer Zeit in Murnau lebt. Der Mann soll bei der Festnahme stark alkoholisiert gewesen sein und keinen Widerstand geleistet haben. Gegen den 57-Jährigen wurde noch am Sonntag ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf zweifachen Mordes erlassen. Der russische Staatsbürger befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Ukrainische Soldaten erstochen: Russischer Staatsbürger verhaftet – Motiv noch unklar

Bislang sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Augenzeugen berichteten von einem vorangegangenen Streit zwischen den drei Männern. Der Inhalt der Auseinandersetzung ist jedoch bislang nicht bekannt. „Es gibt Zeugenaussagen, dass man die drei Beteiligten auch zuvor schon miteinander gesehen hat. Es gibt Hinweise darauf, dass sehr viel Alkohol im Spiel war bei allen Beteiligten. Das muss alles geklärt werden“, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag mit.

Der Innenminister betonte am Sonntag weiterhin, dass es derzeit keine Anhaltspunkte dafür gäbe, dass der Streit eine  „Widerspieglung der Auseinandersetzung zwischen Russland und Ukraine“ dargestellt habe. (fd/nak)

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