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Ukrainische Soldaten in Murnau getötet: Wer jetzt ermittelt – und was bekannt ist

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    Leoni Billina

Die Getöteten waren ukrainische Soldaten. Nach der Bluttat in Murnau am Staffelsee geht die Suche nach dem Motiv weiter. Alle News im Ticker.

  • Am Samstag (27. April) kam es im oberbayerischen Murnau zu einer Messerattacke, bei der zwei Männer (23, 36) tödlich verletzt worden sind.
  • Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um Ukrainer, der Tatverdächtige in U-Haft (57) ist russischer Staatsbürger.
  • Was die Hintergründe der Tat angeht, hält die Polizei sich bislang bedeckt.

Update vom 29. April, 17.39 Uhr: Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) sagte dem BR, die ukrainische und die deutsche Gemeinschaft seien geschockt. Einen Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine sah der Bürgermeister nicht. Er bezeichnete die Tat als bedauerlichen Einzelfall, „in dem wohl sehr viel Alkohol eine Rolle gespielt hat“.

Update vom 29. April, 15.49 Uhr: Die Ermittler schließen nach der Tötung zweier ukrainischer Soldaten im oberbayerischen Murnau eine politische Motivation nicht völlig aus. „Das Motiv der Tat ist derzeit noch unklar, wobei eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann und in alle Richtungen ermittelt wird“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München jetzt in einer Pressemitteilung mit.

Motiv nach Angriff von Murnau weiter offen

Die Behörde hatte zuvor die Ermittlungen übernommen (siehe Update unten). Konkret zuständig innerhalb der Behörde ist die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET). Die beiden Opfer und der Beschuldigte kannten sich vorher. Es habe eine Vorbeziehung bestanden, erläuterten die Ermittler. Der Obduktion zufolge erlagen die beiden Männer ihren schweren Stichverletzungen.

Update vom 29. April, 13.50 Uhr: Wie der Spiegel berichtet, hat im Fall der getöteten Ukrainer in Murnau nun die Generalstaatsanwaltschaft den Fall übernommen. Diese schließe zum derzeitigen Zeitpunkt eine politische Tat nicht länger aus. Zum Motiv und den Hintergründen schweigt die Polizei derzeit noch.

Update vom 29. April, 13.40 Uhr: Noch immer sind die Hintergründe zur Tat in Murnau unklar. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen, wie lange sie andauern werden, dazu geben die Beamten derzeit kein klares Zeichen. Am Samstag (28. April) hatte ein 57-jähriger russischer Staatsangehöriger zwei ukrainische Soldaten, die sich zur Reha in Bayern aufhielten, mutmaßlich getötet. Nach bisherigen Erkenntnissen schließt die Polizei aber eine politische Dimension dieser Tat aus.

Polizeisprecher Stefan Sonntag sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) am Montag, dass die Polizei derzeit davon ausgehe, dass sich die drei Männer kannten. Details müssten aber noch geklärt werden. Man gehe davon aus, dass eine große Menge Alkohol im Spiel war. „Bei dem Tatverdächtigen haben wir eindeutige Anhaltspunkte, dass er alkoholisiert war“, sagte Sonntag. 

Bayerischer Innenminister Joachim Herrmann: Im Moment keinen Hinweis auf politische Dimension

Update vom 29. April, 8.40 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich ebenfalls zu dem tödlichen Angriff in Murnau geäußert. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk entkräftete er den Anfangsverdacht, der Vorfall könne im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg stehen: „Wir haben im Moment noch keinen zwingenden Hinweis, dass das sozusagen eine Widerspieglung der Auseinandersetzung zwischen Russland und Ukraine wäre.“ Es gebe Zeugenaussagen, wonach die Opfer und der mutmaßliche Täter sich kannten. Ebenso gebe es Hinweise darauf, dass bei allen Beteiligten sehr viel Alkohol im Spiel war.

Am Montagmorgen hat die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt, dass sie noch keine neuen Hinweise zum Motiv und den näheren Hintergründen der Tat haben. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bittet hierbei um Geduld. „Die Ermittlungen sind gestern angelaufen und bislang ist nichts Näheres bekannt.“

In Murnau sind am Samstag, 27. April, zwei Ukrainer mutmaßlich von einem 57-jährigen russischen Staatsangehörigen niedergestochen worden. Beide erlagen ihren Verletzungen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schließt einen politischen Zusammenhang bislang aus.

Update vom 29. April, 7.30 Uhr: Am Wochenende ist es in Murnau zu einer tödlichen Attacke gekommen: wie die Polizei bestätigte, wurden am Samstag (27. April) zwei ukrainische Staatsbürger im Alter von 23 und 36 Jahren von einem 57-jährigen russischen Staatsbürger auf dem Gelände eines Einkaufszentrums in Murnau getötet. Zu den genauen Hintergründen der Tat hält sich die Polizei auch am Montagmorgen weiterhin bedeckt. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, stehen die Ermittlungen noch ganz am Anfang: „Die Ermittlungen sind gestern angelaufen und bislang ist nichts Näheres bekannt. Da braucht es jetzt einfach ein paar Tage Geduld.“

Der Tatverdächtige 57-Jährige wurde bereits am Sonntag, 28. April, der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Außenministerium in Kiew: Opfer sind ukrainische Soldaten, die zur Reha in Bayern waren

Update vom 28. April, 22.17 Uhr: Nach Angaben des Außenministeriums in Kiew handelte es sich bei den Opfern um ukrainische Soldaten, die sich zur medizinischen Rehabilitation in Deutschland aufhielten. Außenminister Dmytro Kuleba dankte den deutschen Ermittlern für die schnelle Festnahme des Tatverdächtigen.

Der Verdächtige war am Samstag in seiner Wohnung unweit des Tatorts festgenommen worden. Am Sonntag wurde der 57-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt, die Haftbefehl wegen Mordes erließ. Der Tatverdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, wo er nun in Untersuchungshaft sitzt.

Am Tatort gedenken viele Menschen der getöteten Ukrainer.

Zwei tote Ukrainer in Murnau: Tatort wird zum Gedenkort – Täter polizeilich bekannt

Update vom 28. April, 16.58 Uhr: Der Tat- ist inzwischen zum Gedenkort geworden. An der Stelle am Tengelmann-Center kamen am Sonntagnachmittag etwa 60 Menschen, zum Großteil Landsleute der Opfer, zusammen; auch ein gesonderter Trauertag ist geplant. Die getöteten Männer hatten in einer Unterkunft in Murnau gelebt.

Der Tatverdächtige sei bereits polizeilich in Erscheinung getreten, heißt es nun. Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei zu Hintergründen und Motiv der Tat dauern derweil an.

Update vom 28. April, 14.10 Uhr: Der dringend Tatverdächtige wurde heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt. Diese erließ Haftbefehl wegen Mordes gegen den 57-Jährigen. Unmittelbar danach überführte die Polizei den Beschuldigten in eine Justizvollzugsanstalt, wo er sich nun in Untersuchungshaft befindet.

Die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei dauern an. Derzeit könne man jedoch keine Aussagen über Hintergründe und Motiv der Tat machen, so die Polizei. Der Freie Wähler-Fraktionschef Florian Streibl sagte derweil am Sonntag: „Sollte sich herausstellen, dass der Hintergrund der Auseinandersetzung der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine war, wäre dies eine Katastrophe für die Region“. Es dürfe nicht sein, „dass dieser Konflikt hier bei uns im Oberland ausgetragen wird“.

Zwei Männer nach Messerangriff in Murnau tot: Was bisher über den Fall bekannt ist

Update vom 28. April, 13.42 Uhr: Nach der tödlichen Messerattacke auf zwei Männer in Murnau laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. An Spekulationen will sich die Polizei nicht beteiligen. Was bislang über den Fall bekannt ist.

Update vom 28. April, 8.20 Uhr: Zur Klärung der genauen Tatumstände sucht die Kriminalpolizei nach Zeugen in der Bevölkerung: Wer am Samstag, 27. April, zwischen 16.45 Uhr und 17.20 Uhr den Vorfall nahe des Tengelmann-Centers in Murnau beobachtet hat und sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter folgenden Telefonnummern zu melden: Bei der Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen unter 08821/9170 oder bei der Polizeiinspektion Murnau unter 08841/61760.

Die Polizei bittet auch um Angaben zu einer möglichen Auseinandersetzung oder Vorgeschichte machen und um sonstige Hinweise, die zur Klärung der Tatumstände beitragen.

Update vom 28. April, 7.55 Uhr: Ein grausamer Anblick bot sich am Samstagabend auf dem Gelände eines Einkaufszentrums in Murnau: Zwei junge ukrainische Männer wurden getötet. Kurz nach dem Vorfall nahm die Polizei einen dringend tatverdächtigen Mann fest. Es handelt sich um einen 57-jährigen Russen. Die genauen Umstände der Tat sind noch nicht geklärt.

Ob es eine Bekanntschaft zwischen den drei Männern gab, dazu konnte die Polizei zunächst keine Auskunft geben. „Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, erklärte Polizeisprecher Daniel Katz.

Zwei Männer in Murnau getötet: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Das Verbrechen ereignete sich gegen 17.15 Uhr vor einem Supermarkt in der Kleinstadt, so der Sprecher. Der mutmaßliche Täter sei zunächst geflüchtet. Im Zuge der Fahndung wurde der 57-jährige Verdächtige jedoch schnell aufgegriffen. Die Polizisten fanden ihn an seiner Wohnadresse, die sich in der Nähe des Tatortes befindet.

Zwei Tote wurden am Samstag in Murnau gefunden. Hier ein aktuelles Bild vom Fundort mit Polizei und Rettungskräften.

Die Opfer sind laut Polizei zwei ukrainische Bürger im Alter von 23 und 36 Jahren, die beide im Landkreis Garmisch-Partenkirchen lebten. Sie erlagen ihren Stichverletzungen – der ältere Mann direkt am Tatort, der jüngere wenig später in einem Krankenhaus.

Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf zweifachen Mord ein. Gegen den 57-Jährigen wurde ein Haftantrag gestellt. Er soll im Laufe des Sonntags dem Ermittlungsrichter beim zuständigen Amtsgericht präsentiert werden.

Einer der Männer starb direkt am Tatort – der Zweite im Krankenhaus

Update vom 27. April, 21.55 Uhr: Wie die Polizei berichtet, kamen die beiden Männer (23 und 36 Jahre) durch Stichverletzungen ums Leben. Es handelt sich bei den Opfern um ukrainische Staatsangehörige, beide waren im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wohnhaft.

Um 17.20 war der Notruf bei der Polizei über zwei schwerverletzte Männer in Murnau, Burggraben, eingegangen. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass einer der Männer bereits seinen schweren Verletzungen erlegen war. Der zweite Mann wurde umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und reanimiert – doch auch er starb aufgrund der Stichverletzungen.

Im Rahmen sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen konnte kurze Zeit später ein 57-Jähriger Tatverdächtiger an dessen Wohnanschrift unweit des Tatortes angetroffen und festgenommen werden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen russischen Staatsangehörigen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des zweifachen Mordes ermittelt. Es wurde ein Haftantrag gegen den 57-Jährigen gestellt.

Update vom 27. April, 21 Uhr: Die Tat habe sich gegen 17.20 Uhr vor einem Lebensmittelgeschäft in der Kleinstadt Murnau ereignet, so ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Der Täter sei zunächst geflüchtet. Im Rahmen der Fahndung sei dann recht schnell ein 57-jähriger Verdächtiger gefasst worden. Die Ermittlungen zu der Tat und zu den Hintergründen stünden noch am Anfang, hieß es.

Update vom 27. April, 20.40 Uhr: Wie die Polizei einem Merkur-Reporter vor Ort bestätigt, handelt es sich bei der Gewalttat um einen Doppelmord. Die Opfer sind beide männlich 23 und 36 Jahre alt. Eines der Opfer verstarb vor Ort, direkt am sogenannten Tengelmanncenter mitten in Murnau. Das zweite Opfer starb im Krankenhaus. Laut Polizei ist ein dringend Tatverdächtiger festgenommen worden.

Das Areal rund um den Fundort wurde weiträumig abgesperrt.

Update vom 27. April, 20.18 Uhr: Wie die Polizei gegenüber unserer Redaktion bestätigte, sind in Murnau zwei Leichen gefunden worden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort.

Erstmeldung vom 27. April, 20.07 Uhr: Murnau – Zu einer schweren Gewalttat kam es am Samstag (27. April) gegen 17:30 Uhr in Murnau am Staffelsee. Direkt vor einem Einkaufszentrum wurde eine Leiche entdeckt, die durch eine Gewalttat zu Tode kam. Der Tatort wurde großräumig abgesperrt, hierfür wurde auch die Feuerwehr hinzugezogen, um den Verkehr zu lenken. Nach ersten Angaben der Polizei sind keine Täter flüchtig.

Zwei Männer in Murnau getötet: Bilder zeigen Großeinsatz am Tatort

In Murnau wurden am Samstagnachmittag zwei Tote gefunden.
Abgesperrte Straßen in Murnau: Am Samstag (27. April) ging gegen 17.20 Uhr der Notruf über zwei schwerverletzte Männer nahe des Tengelmann Centers in Murnau ein. © Dominik Bartl
Ein Großaufgebot der Polizei war vor Ort. Auch die Feuerwehr war im Einsatz, um den Bereich weiträumig abzusperren.
Ein Großaufgebot der Polizei war vor Ort. Auch die Feuerwehr war im Einsatz, um den Bereich weiträumig abzusperren.  © Dominik Bartl
Nach Angaben der Polizei sind die zwei Opfer männlich und 23 und 36 Jahre alt.
Nach Angaben der Polizei sind die zwei Opfer männlich und 23 und 36 Jahre alt.  © Dominik Bartl
Polizei und Feuerwehr sichern den Schauplatz des Verbrechens in Murnau. Die beiden Opfer erlagen ihren Stichverletzungen.
Polizei und Feuerwehr sichern den Schauplatz des Verbrechens in Murnau. Die beiden Opfer erlagen ihren Stichverletzungen. © Dominik Bartl
Durch sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen konnte ein dringend Tatverdächtiger festgenommen werden. Es handelt sich um einen 57-Jährigen, der unweit des Tatorts wohnt.
Durch sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen konnte ein dringend Tatverdächtiger festgenommen werden. Es handelt sich um einen 57-Jährigen, der unweit des Tatorts wohnt. © Dominik Bartl
Gegen den Tatverdächtigen wird nun wegen des Verdachts des zweifachen Mordes ermittelt, berichtet die Polizei.
Gegen den Tatverdächtigen wird nun wegen des Verdachts des zweifachen Mordes ermittelt, berichtet die Polizei. © Dominik Bartl
Eines der Opfer starb noch an Ort und Stelle. Das zweite Opfer erlag seinen Verletzungen in einem nahegelegenen Krankenhaus.
Eines der Opfer starb noch an Ort und Stelle. Das zweite Opfer erlag seinen Verletzungen in einem nahegelegenen Krankenhaus. © Dominik Bartl
Die Ermittlungen zu dem Doppelmord in Murnau dauern weiterhin an.
Die Ermittlungen zu dem Doppelmord in Murnau dauern weiterhin an.  © Dominik Bartl
Auf der Rückseite des Tengelmann Centers in Murnau wurden die schwerverletzten Männer gefunden.
Auf der Rückseite des Tengelmann Centers in Murnau wurden die schwerverletzten Männer gefunden.  © Dominik Bartl

Rubriklistenbild: © Antonia Reindl

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