Voraussetzung für den Antrag

Es könnte Rückzahlungen für 2022 geben – Heizkosten-Zuschuss beantragen

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Wer viel für Öl, Flüssiggas, Kohle oder Holz bezahlt hat, kann sich unter Umständen Geld zurückholen. Extrem hoch waren 2022 die Heizkosten. Ein Rechner zeigt, wie viel.

Hamm - Der Krieg in der Ukraine aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Heizöl, Flüssiggas, Kohle und Holz (etwa als Pellets oder Hackschnitzel) waren im Krisenjahr 2022 besonders teuer. Um den Kostenschock abzufedern, können private Haushalte rückwirkend über Härtefallhilfen finanziell entlastet werden. Wie erhalte ich das Geld? Und wie viel bekomme ich? Darüber Auskunft gibt ein Rechner.

Klar ist: Wer zwischen dem 1. Januar und 1. Dezember 2022 mindestens einmal Heizöl, Flüssiggas, Kohle und Pellets - im Amtsdeutsch „nicht leitungsgebundene Energieträger“ genannt - zu hohen Preisen eingekauft hat, kann demnächst eine Erstattung beantragen. Das genaue Startdatum ist in vielen Bundesländern noch offen. Sie sind für die Abwicklung der Anträge zuständig.

Heizöl, Gas, Holz: Rechner zeigt Höhe der Härtefallhilfe für Heizkosten 2022

Wer Geld aus dem Härtefallfonds beantragen und erhalten möchte, muss einige Dinge beachten. Der Preis, den man für den Brennstoff bezahlt hat, muss sich 2022 mindestens verdoppelt haben im Vergleich zum Jahr 2021. Dafür wurde ein durchschnittlicher Preis festgelegt, der sogenannte Referenzpreis 2021 (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Wer 2022 mehr als doppelt so viel bezahlt hat, ist nach einem Beschluss der Bundesregierung antragsberechtigt.

Referenzpreis 2021\tMindestpreis 2022 für Härtefallhilfe
Heizöl 71 Cent pro Liter 1,42 Euro pro Liter
Flüssiggas57 Cent pro Liter1,14 Euro pro Liter
Holzpellets24 Cent pro Kilogramm48 Cent pro Kilogramm
Kohle/Koks36 Cent pro Kilogramm72 Cent pro Kilogramm
Scheitholz85 Euro pro Raummeter170 Euro pro Raummeter
Holzbriketts28 Cent pro Kilogramm56 Cent pro Kilogramm
Holzhackschnitzel11 Cent pro Kilogramm22 Cent pro Kilogramm

Wichtig: Betroffene müssen Rechnungen aus dem Zeitraum vom 1. Januar bis 1. Dezember 2022 vorweisen können. Den Antrag kann man für den eigenen Haushalt oder als Vermieter für Mietwohnungen stellen. Die Höhe der Heizkostenhilfe wird ähnlich hoch ausfallen wie die Entlastung durch die Gaspreisbremse. Man erhält einen Zuschuss für 80 Prozent des Kostenanteils, der über die Verdopplung des Preises hinausgeht.

Möbel, Kühlschränke, Beleuchtung: Sieben Tipps, um in den eigenen vier Wänden Strom zu sparen 

Paar wechselt Glühbirne
Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Zusätzlich können sie im Flur, im Keller oder anderen Räumen, die nicht so oft durchquert werden, einen Bewegungsmelder installieren. Der sorgt dann für Licht, wenn es nötig ist.  © marcus/Imago
Eine Frau duscht.
Im Winter ist ein Vollbad etwas Herrliches, der Wasserverbrauch ist aber hoch und das geht ins Geld. Duschen geht schneller und verbraucht dreimal weniger. Allerdings nur, wenn wir weniger als fünf Minuten unter der Dusche verbringen. Und: beim Einseifen das Wasser besser abstellen.  © Lightpoet/Imago
Küche mit Kühlschrank
Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Am besten sind Kühlschränke mit einer Energieeffizienzklasse A+++. Zudem sollte er nicht zu nah am Herd oder anderen Wärmequellen stellen. Ansonsten muss er mehr Strom verbrauchen, um die Temperatur zu halten. Das Gefrierfach sollte zudem ein- bis zweimal im Jahr abgetaut werden.  © Pro Creators/Imago
Eine Hand hält eine Fernsehbedienung.
Ihr Fernseher ist ständig auf Stand-by? Dann schalten Sie über Nacht besser aus. Das zieht viel Strom und das kostet. Dann sparen Sie sich viel Geld im dreistelligen Bereich.  © Patrick Daxenbichler/Imago
Person räumt Geschirrspüler aus.
Geschirrspüler sind so schön praktisch und verbrauchen sogar weniger als das Spülen von Hand. Aber nur, wenn man den Geschirrspüler immer voll belädt und das Geschirr nicht mit der Hand vorspült. Die Energieeffizienzklasse ist genauso wichtig zu beachten wie das Wählen von Energiespar- und Kurzprogrammen.  © Ute Grabowsky/Imago
Ein Wohnzimmer
Größere Möbel wie Sofas oder Schränke sollten Sie nie zu nah an die Außenwände schieben. Je näher es an der Wand steht, desto stärker sinkt die Wandtemperatur. Die Folge kann Feuchtigkeit und Schimmel sein. Optimal ist daher ein Abstand von fünf bis zehn Zentimetern.  © Pro Creators/Imago
Ein Mann wärmt eine Mahlzeit in einer Mikrowelle auf.
Speisen sind schnell in der Mikrowelle aufgewärmt. Zudem ist sie sparsamer, was den Energieverbrauch angeht, als der Herd. Deshalb kann sie in der kalten Jahreszeit gerne öfters in Gebrauch sein.  © Monkey Business 2/Imago

Oder, anders formuliert: Wer 2022 für Heizöl, Flüssiggas, Kohle und Holz „nur“ das Doppelte des Referenzpreises von 2021 bezahlt hat, bekommt nichts. Nur wer mehr als das Zweifache gezahlt hat und das per Rechnung belegen kann, bekommt vom Staat einen Großteil der darüber liegenden Kosten.

Heizkosten 2022: So lässt sich die Erstattung beantragen

Mehr als 2.000 Euro pro Haushalt gibt es allerdings nicht. Bei dieser Höhe ist der Zuschuss gedeckelt. Und noch eine weitere Einschränkung gibt es: Zu einer Auszahlung der Härtefallhilfe kommt es nur, wenn die errechnete Entlastung mindestens 100 Euro pro Haushalt beträgt.

Aber wie stelle ich ganz einfach fest, ob ich einen Anspruch auf Erstattung aus der Härtefallhilfe habe? Die Verbraucherzentrale hat einen Rechner online gestellt, mit dessen Hilfe sich der Erstattungsanspruch ermitteln lässt. Stellt sich nach Eingabe einiger weniger Daten heraus, dass die Bedingungen für eine Erstattung erfüllt sind, kann man einen Antrag stellen. Das geht aktuell (Stand 12. April) nur in Berlin. Andere Bundesländer folgen. In Nordrhein-Westfalen soll es ab Mitte Mai so weit sein.

In NRW gibt es bis zu 1,2 Millionen antragsberechtigte Haushalte, die insbesondere mit Heizöl, Flüssiggas oder Holz heizen. Von den 1,8 Milliarden Euro, die der Haushaltsausschuss des Bundestags Ende März 2023 für die Härtefallhilfen freigegeben hat, entfallen etwa 380 Millionen Euro auf das größte deutsche Bundesland. Womöglich ist beim Online-Antrag ein BundID-Konto nötig, das sich jeder schon jetzt erstellen kann.

Rubriklistenbild: © Anke Bingel/Imago

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