Ersatz für Semesterticket

29-Euro-Deutschlandticket kommt – was Studenten jetzt wissen müssen

  • schließen

Wie viele andere können Studierende das Deutschlandticket bald günstiger bekommen. Es soll das bisherige Semesterticket ersetzen. Fragen und Antworten im Überblick.

Berlin/Düsseldorf – Rund ein halbes Jahr nach der Einführung des 49-Euro-Tickets hat sich einiges getan. Nach und nach wurden entweder bundesweit oder nur in einzelnen Bundesländern verschiedene Variationen des Deutschlandtickets eingeführt. Viele davon zu einem günstigeren Preis wie das Deutschlandticket Schule oder bald auch das Deutschlandticket Sozial. Im kommenden Jahr darf sich eine weitere große Gruppe über einen entsprechenden Rabatt freuen. Bund und Länder haben sich nach langen Verhandlungen darauf geeinigt, dass Studierende ebenfalls ein vergünstigtes Deutschlandticket bekommen können.

Ab wann startet das Deutschlandticket für Studenten?

Das Deutschlandticket für Studierende würde das bisherige Semesterticket quasi ersetzen. (IDZRW-Montage)

Laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kann das neue „bundesweit einheitliche Semesterticket im Rahmen des Deutschlandtickets“ zum Sommersemester 2024 starten. Je nach Universität oder Hochschule ist das also frühestens der 1. März oder 1. April 2024. Voraussetzung sei laut Krischer aber, dass die zuständigen Allgemeinen Studierendenausschüsse (ASten) mit den Verkehrsunternehmen „jetzt zügig die notwendigen Verträge schließen“.

Dass die Einführung des günstigeren Semestertickets für Studierende so lange gedauert hat, liegt laut Krischer vor allem am Bundesverkehrsminister Volker Wissing. „Die Länder hatten schon im Frühjahr ein entsprechendes Modell für die Studierenden vorgelegt. Nun hat auch endlich der Bund seine Zustimmung gegeben“, sagte der NRW-Verkehrsminister, der auch Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz der Länder ist, am Dienstag (28. November).

Wie viel kostet das Deutschlandticket für Studierende?

Der Preis für das vergünstigte Deutschlandticket soll 60 Prozent des Regelpreises betragen. Umgerechnet würden Studierende zukünftig also 29,40 Euro pro Monat zahlen, was 176,40 Euro pro Semester (sechs Monate) entspricht. Bisher kosten die Semestertickets je nach Hochschule etwa 200 bis 230 Euro pro Semester. Die Preisersparnis fällt also sehr unterschiedlich hoch aus. Jedoch galten die bisherigen Semestertickets nur für Busse und Bahnen im jeweiligen Bundesland, das Deutschlandticket aber auch für Studierende bundesweit.

Günstigeres Deutschlandticket: Wer bekommt das neue Semesterticket?

Grundsätzlich alle Studierende, deren Universität oder Hochschule eine entsprechende Vereinbarung mit einem Verkehrsunternehmen geschlossen haben. Laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sind das bundesweit etwa drei Millionen Menschen. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen über 700.000 Studierende vom neuen Semesterticket auf Basis des Deutschlandtickets profitieren.

Können Studierende das günstigere Deutschlandticket auch selbst kaufen?

Das ist noch unklar. Bei den meisten Universitäten und anderen Hochschulen wird das neue Semesterticket auf Basis des Deutschlandtickets automatisch und solidarisch über den Semesterbeitrag bezahlt. Das heißt, man muss sich um nichts kümmern – hat aber auch keine Wahl. Gerade an privaten Hochschulen kann es aber auch mal sein, dass kein Semesterticket angeboten wird. Ob auch diese Studierende das günstigere Deutschlandticket kaufen können, ist bisher nicht bekannt.

Statt Deutschlandticket: Was passiert mit dem regionalen Semesterticket?

Sollten sich die jeweiligen Studierendenvertretungen für das neue günstigere Deutschlandticket entscheiden, würde das regionale Semesterticket entsprechend verschwinden. Oder besser gesagt: ersetzt werden. Denn für betroffene Studierende ändert sich im Grunde nichts, sie können ihr Semesterticket zukünftig einfach auch in ganz Deutschland nutzen. Bisher mussten Studierende für das Upgrade auf ein Deutschlandticket eine Extra-Gebühr zahlen. Jedoch steht allen Studierendenschaften auch frei, statt dem Deutschlandeticket eigene regionale Alternativlösungen zu verhandeln. Das könnte zum Beispiel interessant sein, wenn dieses zukünftig noch günstiger ausfallen würde. (os)

Rubriklistenbild: © Funke Foto Services/Imago & Bihlmayerfotografie/Imago

Kommentare