Verfrühtes Ende der E-Auto-Förderung: Experte erwartet drastische Absatzrückgänge bei Stromern
VonSebastian Oppenheimer
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Die Elektroauto-Kaufprämie fällt deutlich früher weg als geplant – möglicherweise schon Anfang 2024. Für den E-Auto-Absatz könnte das drastische Folgen haben.
Wenn das Geld knapp ist, muss mehr eingenommen oder mehr gespart werden. Womöglich sogar beides. Und genau dieser Fall ist bei den Einigungen für den Haushalt 2024 für die Ampel-Koalition eingetreten. Für die deutschen Autofahrer hat das unschöne Folgen. Weil die CO₂-Abgabe stärker erhöht wird als geplant – nämlich von 30 auf 45 statt auf 40 Euro – werden die Spritpreise dementsprechend steigen. Und ebenfalls ist bereits klar: Der Umweltbonus für Elektroautos wird früher enden als geplant, möglicherweise schon Anfang 2024. Die Folgen für die E-Mobilität in Deutschland könnten drastisch ausfallen: Eine Studie kommt auf ein sechsstelliges Minus bei den Neuzulassungen.
Abschied vom Umweltbonus: Laut Experten werden vor allem Kleinwagen preislich unattraktiv
Ein Wegfall oder die Kürzung des Umweltbonus für E-Autos schade dem CAR-Center Automotive Research in Bochum zufolge vor allem den Massenmarken. Elektrische Kleinwagen würden laut den Experten für Käufer ohne staatliche Unterstützung preislich unattraktiv.
Experte Dudenhöffer: Absatzrückgänge von bis zu 200.000 Fahrzeugen möglich
Keine negativen Auswirkungen müssten jedoch Tesla und die chinesischen Marken fürchten, die aufgrund ihrer effizienteren Produktion mit Preissenkungen reagieren könnten. Diese werden allerdings nach Einschätzung von Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer bei weitem nicht ausreichen, um den E-Automarkt in Deutschland zu drehen. Er erwartet Absatz-Rückgänge von 90.000 bis 200.000 Fahrzeugen, je nach weiterem Verlauf der Förderung. Im ungünstigsten Fall schrumpfe der Absatz an reinen E-Autos auf 320.000 Einheiten. Im laufenden Jahr werden es rund 520.000 Einheiten sein.
Förderungs-Ende für E-Autos: Gewinner laut Dudenhöffer chinesische Autobauer und Tesla
„Nach unserer Einschätzung wird es bis zum Jahr 2027 brauchen, bis erneut die 18 Prozent Marktanteil beim Elektroauto in Deutschland erreicht werden“, so Dudenhöffer. Gewinner seien die chinesischen Autobauer und Tesla, die durch die hohe Nachfrage in China ihre Skalierungsvorteile ausbauen könnten. Das seien nicht die besten Voraussetzungen für die europäischen Autobauer bei der Transformation in das neue Zeitalter der Mobilität.
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So viel Förderung für E-Autos ist im Jahr 2024 theoretisch noch möglich
Ab kommendem Jahr sinkt der Zuschuss vom Bund für reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 45.000 Euro auf 3.000 Euro. Für teurere Fahrzeuge gibt es gar keine Förderung mehr. Von den Herstellern gibt es noch einmal die Hälfte der Gesamtförderung obendrauf – sprich 1.500 Euro. Insgesamt wären also 4.500 Euro Förderung möglich. Wann genau die Förderung nun endgültig endet, ist aber noch nicht bekannt.
Wie sehr sich das Auslaufen der Förderung auf die Verkäufe auswirkt, zeigte bereits das Wegfallen des Umweltbonus für gewerbliche E-Auto-Kunden zum 1. September 2023. Die Neuzulassungen an E-Autos brachen im Vergleich zum Vormonat daraufhin um 63 Prozent ein. (Mit Material von SP-X)