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Entgeltpunkte werden teurer – so können Rentner jetzt sparen

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Ab 50 Jahren können Rentenentgeltpunkte erworben und so die Ruhestandsbezüge aufgebessert werden. Wer den Kauf plant, sollte jetzt handeln – weil es danach teurer wird.

Das Geld im Ruhestand wird oftmals knapp. Zwar rechnet die Rentenversicherung im kommenden Jahr wieder mit einem deutlichen Anstieg der Altersbezüge. Jedoch haben viele Senioren immer noch zu wenig Geld, um im Alter ein angenehmes Leben führen zu können. Nach neuen erschütternden Zahlen liegen Millionen Menschen mit ihrer Rente unter dem Existenzminimum.

Verantwortlich dafür sind unter anderem geringe Arbeitslöhne während der Erwerbstätigkeit sowie Lücken in der Rentenversicherungs-Biografie. Die Lücken können entstehen, wenn Arbeitnehmer zeitweise keine eigenen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und ihnen auch keine sonstigen rentenrechtlichen Zeiten gutgeschrieben werden. Auch, wer vorzeitig in den Ruhestand gehen möchte, muss teils erhebliche Abschläge in Kauf nehmen. Um diese auszugleichen, können Rentenpunkte erworben werden. Ein Kauf noch in diesem Jahr lohnt sich.

Änderung bei Rente ab 2025: Entgeltpunkte deutlich teurer – Kauf noch im Dezember lohnt sich finanziell

Denn ab dem kommenden Jahr werden Rentenentgeltpunkte deutlich kostspieliger, erklärt der Bundesverband (BV) der Rentenberater. Noch schnell im Dezember 2024 aktiv zu werden, lohnt sich also. Jedoch gelten für den Erwerb besondere Voraussetzungen. So geht das erst ab einem Mindestalter von 50 Jahren. Die Regelaltersgrenze darf noch nicht erreicht sein. Zudem müssen die Kauf-Interessenten rein rechnerisch bis 63 noch 35 Beitragsjahre erreichen können.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, sollte jetzt ernsthaft über den Kauf der Rentenpunkte nachdenken. Der monatliche Rentenbetrag richtet sich nach dem aktuellen Rentenwert. Dieser beträgt im Jahr 2024 in Deutschland 39,32 Euro (Stand: Dezember 2024), wie die „Deutsche Rentenversicherung“ schreibt. Wer mit 45 Rentenpunkten in den Ruhestand geht, kommt damit auf eine Rente von 1.796 Euro. Um auf diese Zahl zu kommen, muss der eine oder andere aber eventuell nachbessern.

Warum für Rentenpunkte bald ein höherer Preis fällig wird

Je Rentenpunkt müssen Interessierte aktuell 8.437 Euro in den alten Bundesländern und 8.320 Euro in den neuen Bundesländern berappen. Ab Januar 2025 sind es dann rund 100 saftige Euro mehr. Dann werden einheitlich 9.392 Euro für einen zusätzlichen Rentenentgeltpunkt fällig. „11,3 Prozent Preisanstieg sind keine Prognose, sondern sicher! In den neuen Bundesländern sind es sogar 12,9 Prozent“, erklärt Thomas Neumann, Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater.

Ein Rentenpunkt ist 2025 deutlich teurer als im laufenden Jahr.

Die Kosten für einen Rentenpunkt sind damit ab Neujahr 2025 so stark gestiegen wie in keiner anderen Silvesternacht der vergangenen 20 Jahre, berichtet das „Handelsblatt“. Durchschnittlich lag der Zuwachs in dieser Zeitspanne nur bei 2,6 Prozent. Der Grund für extreme Teuerung zum Jahreswechsel liegt in einem Nachholeffekt der Inflation. Wie hoch der Preis für einen Rentenpunkt ist, ergibt sich aus dem „vorläufigen Durchschnittseinkommen“ in Deutschland. Und das erhöht sich durch gestiegene Löhne und Gehälter von aktuell 45.358 Euro zum 1. Januar 2025 auf 50.493 Euro.

Trick beim Kauf der Rentenpunkte: Jetzt sichern, später bezahlen

Der Kauf der zusätzlichen Rentenpunkte kann von der Steuer abgesetzt und muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Ist eine entsprechende Auskunft eingegangen, müssen die Versicherten innerhalb von drei Monaten Zeit ihre Zahlung geleistet haben.

Wer das noch im Jahr 2024 in die Wege leitet, kann richtig Geld sparen: Innerhalb der Frist besteht nämlich noch ein Anspruch auf über elf Prozent – auch wenn tatsächlich erst im Jahr 2025 bezahlt wird. „Durch den Kniff, den Kauf zusätzlicher Rentenpunkte diesen Herbst auf den Weg zu bringen, bietet die gesetzliche Rente für Angestellte, die Kapital zur Anlage haben, derzeit eine attraktive Möglichkeit“, erklärt Rentenberater-Chef Neumann.

Rubriklistenbild: © Uwe Umstätter/IMAGO

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