Strompreispaket

220 Euro mehr im Geldbeutel? Merz-Regierung plant große Entlastung für Familien

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Schwarz-Rot plant drastische Senkung der Stromkosten – auch für Verbraucher. Doch Branchenvertreter befürchten: Die Rechnung geht nicht auf.

München – „Dauerhaft niedrige und planbare, international wettbewerbsfähige Energiekosten“ – dieses Ziel hat sich die neue schwarz-rote Koalition in ihrem Vertrag gesetzt. Die Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) plant konkrete Maßnahmen, um die Strompreise für Verbraucher und Unternehmen zu reduzieren. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) analysiert nun, wie effektiv diese Pläne sein könnten und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

Erste Entlastung stehen kurz bevor: Merz-Regierung will Strompreispaket auf den Weg bringen

„Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit müssen wieder in ein ausgewogenes Dreieck zusammenkommen“, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Laut Ankündigung der Regierung sollen die ersten Entlastungsmaßnahmen noch vor der Sommerpause vom Bundeskabinett beschließen. Es gibt bereits einen konkreten Termin.

Möbel, Kühlschränke, Beleuchtung: Sieben Tipps, um in den eigenen vier Wänden Strom zu sparen 

Paar wechselt Glühbirne
Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Zusätzlich können sie im Flur, im Keller oder anderen Räumen, die nicht so oft durchquert werden, einen Bewegungsmelder installieren. Der sorgt dann für Licht, wenn es nötig ist.  © marcus/Imago
Eine Frau duscht.
Im Winter ist ein Vollbad etwas Herrliches, der Wasserverbrauch ist aber hoch und das geht ins Geld. Duschen geht schneller und verbraucht dreimal weniger. Allerdings nur, wenn wir weniger als fünf Minuten unter der Dusche verbringen. Und: beim Einseifen das Wasser besser abstellen.  © Lightpoet/Imago
Küche mit Kühlschrank
Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Am besten sind Kühlschränke mit einer Energieeffizienzklasse A+++. Zudem sollte er nicht zu nah am Herd oder anderen Wärmequellen stellen. Ansonsten muss er mehr Strom verbrauchen, um die Temperatur zu halten. Das Gefrierfach sollte zudem ein- bis zweimal im Jahr abgetaut werden.  © Pro Creators/Imago
Eine Hand hält eine Fernsehbedienung.
Ihr Fernseher ist ständig auf Stand-by? Dann schalten Sie über Nacht besser aus. Das zieht viel Strom und das kostet. Dann sparen Sie sich viel Geld im dreistelligen Bereich.  © Patrick Daxenbichler/Imago
Person räumt Geschirrspüler aus.
Geschirrspüler sind so schön praktisch und verbrauchen sogar weniger als das Spülen von Hand. Aber nur, wenn man den Geschirrspüler immer voll belädt und das Geschirr nicht mit der Hand vorspült. Die Energieeffizienzklasse ist genauso wichtig zu beachten wie das Wählen von Energiespar- und Kurzprogrammen.  © Ute Grabowsky/Imago
Ein Wohnzimmer
Größere Möbel wie Sofas oder Schränke sollten Sie nie zu nah an die Außenwände schieben. Je näher es an der Wand steht, desto stärker sinkt die Wandtemperatur. Die Folge kann Feuchtigkeit und Schimmel sein. Optimal ist daher ein Abstand von fünf bis zehn Zentimetern.  © Pro Creators/Imago
Ein Mann wärmt eine Mahlzeit in einer Mikrowelle auf.
Speisen sind schnell in der Mikrowelle aufgewärmt. Zudem ist sie sparsamer, was den Energieverbrauch angeht, als der Herd. Deshalb kann sie in der kalten Jahreszeit gerne öfters in Gebrauch sein.  © Monkey Business 2/Imago

Die IW-Studie kommt zu dem Ergebnis: Bei Umsetzung der Regierungspläne könnten Verbraucher 5,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) einsparen, was erhebliche Auswirkungen auf die Haushaltsbudgets hätte. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh würde dies Einsparungen von etwa 220 Euro jährlich bedeuten.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört vor allem die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß. Wie das IW erläutert, liegt diese derzeit bei 2,05 Cent pro kWh für Privathaushalte und soll auf 0,1 Cent pro kWh reduziert werden. Darüber hinaus plant die Koalition die Abschaffung der OffshoreNetzumlage, KWK-Umlage sowie § 19 StromNEV-Umlage. „Viele Verbrauchergruppen würden diese Maßnahmen bereits deutlich entlasten“, stellt das IW fest.

Merz-Regierung will Strompreise senken – doch es gibt Bedenken

Darüber hinaus beabsichtigt die Merz-Regierung die Entlastung bei den Netzentgelten. Wie das konkret aussehen soll, ist aber noch unklar. „Grundsätzlich geht die neue Regierung mit dem Strompreispaket einen Schritt in die richtige Richtung“, bilanziert das Institut. Die Analyse zeigt jedoch eine wesentliche Herausforderung auf: Obwohl die geplanten Maßnahmen eine spürbare Entlastung für Stromzahler versprechen, würde die Finanzierung dieser den Bundeshaushalt erheblich belasten. Das IW spricht von mehr als 20 Milliarden Euro. Die Kosten würden sich lediglich verschieben – und am Ende zahle der Steuerzahler.

Die neue Koalition will die Stromkosten für Verbraucher senken.

Für Studienautor und Energieökonom Thilo Schaefer steht daher fest: „Wir brauchen mehr erneuerbare Energien, Speicher und regelbare Kraftwerke, aber auch das Ausbautempo muss zur Entwicklung der Nachfrage passen. Wenn das Zusammenspiel effizient gelingt und wir auf teure Lösungen wie Erdkabel wo immer möglich verzichten, gehen die Preise nachhaltig nach unten.“

Kritik an den Vorhaben kommt von Stefan Dohler, Chef des Versorgers EWE und Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). „Meine Sorge ist, dass zu wenig Geld für die nötigen Infrastrukturmaßnahmen übrig bleibt“, erklärte Dohler der taz. Sein Vorschlag: Gezieltere Unterstützung, statt alle zu entlasten. Derweil drängt die Merz-Regierung Rentner zu mehr Arbeit. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Elmar Gubisch/imago; Michael Kappeler/dpa

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