Tipps für den Sommer

Hitzewelle in Deutschland: Das können Sie bei hohen Temperaturen tun

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Temperaturen über 30 Grad, Luft wie in der Waschküche – ganz Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Die besten Tipps, mit denen Sie die Bullenhitze gut überstehen.

München – Die Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im Rest der Welt. Der Sommer 2022 war in Europa der heißeste und das Jahr das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, so die Zahlen des europäischen Klimaberichtes. Der Trend scheint sich auch 2023 fortzusetzen. Experten rechnen inzwischen mit 40 Grad noch im Juni. Für viele Menschen wird die Affenhitze zu einer echten Belastungsprobe. Gesundheitsminister Lauterbach kündigte bereits einen großen Hitzeschutzplan für den Sommer an.

Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die jeder selber ergreifen kann, um die Wärmewalze gut und gesund zu überstehen.

 Ganz Deutschland ächzt unter der Hitzewelle. Wir haben die besten Tipps, mit denen Sie die Bullenhitze gut überstehen. (Symbolbild)

Hitzewelle in Deutschland: Das können Sie bei hohen Temperaturen tun

Extreme Hitze stresst den Kreislauf und kann zu Erschöpfung und Schwäche führen, da der Körper in den Sparmodus schaltet, um die Körpertemperatur zu regulieren: „Insbesondere ältere Menschen und Personen mit starkem Übergewicht oder chronischen Krankheiten sind besonders gefährdet“, warnt der Experte Frank Kolligs, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Die erweiterten Blutgefäße und der niedrigere Blutdruck bewirken, dass wir in den Energiesparmodus wechseln und uns schlapp fühlen. Um Überhitzung zu vermeiden und das Wohlbefinden zu verbessern, gibt es aber wirksame Strategien, um die hohen Temperaturen besser zu bewältigen und das schöne Wetter zu genießen.

Durchatmen und abkühlen: Tipps gegen die Bullenhitze

„Gehen Sie die Dinge an solchen Tagen besser etwas langsamer an“, empfiehlt Internist Kolligs. „Sobald Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass es ihm nun zu viel wird, sollten Sie dringend einen Gang herunterschalten.“ Der Experte empfiehlt, den Körper an besonders heißen Tagen zu schonen, nicht der direkten Sonne auszusetzen und Warnsignale ernst zu nehmen.

Wohnung kühl halten und clever lüften

Um die Wohnung oder das Büro angenehm kühl zu halten, empfiehlt es sich, nur nachts und in den frühen Morgenstunden zu lüften. Sobald es draußen wärmer wird als drinnen, sollten die Fenster geschlossen werden. Rollläden oder Jalousien an den südseitigen Fenstern können helfen, die Wärmestrahlung abzuhalten. Ein Trick ist es, ein dünnes Handtuch über den Fensterflügel zu legen und beim Schließen so einzuklemmen, dass die Scheibe von außen bedeckt ist.

Weite Kleidung tragen und für Sonnenschutz sorgen

Eng anliegende Kleidung verhindert die Luftzirkulation und reduziert den kühlenden Effekt des Schwitzens. Besser sind lockere Hemden, Blusen, weit geschnittene Hosen und Röcke aus Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Seide in hellen Farben. Kleidung, die weniger Haut bedeckt, sollte vermieden werden, um sowohl Sonnenbrand als auch übermäßige Hitzeaufnahme zu vermeiden. Tragen Sie draussen einen Hut mit breiter Krempe, um Kopf und Gesicht zu schützen.

Insbesondere ältere Menschen und Personen mit starkem Übergewicht oder chronischen Krankheiten sind besonders gefährdet und sollten sich der direkten Sonneneinstrahlung nicht aussetzen.

Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Helios Klinikum Berlin-Buch

Ausreichend trinken – aber besser nicht eiskalt

Obwohl eiskalte Getränke bei Hitze verlockend sind, sollten Sie darauf eher verzichten. Lauwarme oder leicht gekühlte Getränke stillen den Durst besser und belasten den Kreislauf nicht zusätzlich. Zwei bis drei Liter sollten es schon sein. Neben Mineralwasser oder Leitungswasser eignen sich ungesüßte Kräutertees und verdünnte Obstsäfte am besten. Warmer Pfefferminztee hilft super gegen Hitze, da Minze von innen kühlt. Vermeiden Sie süße, kalorienreiche Limonaden, Cola, alkoholische Getränke, Kaffee und schwarzen Tee als Durstlöscher.

Für das richtige Schlafzimmerklima sorgen

Auch im Schlafzimmer sollten die Fenster tagsüber geschlossen bleiben. Vor dem Zubettgehen, einfach einmal kräftig durchlüften. Es wird empfohlen, sich trotz hoher Temperaturen zuzudecken und nicht nackt zu schlafen, um einer möglichen Erkältung vorzubeugen. Anstelle einer Decke reicht aber ein dünnes Laken. Wohl auch in Italien, wo womöglich Temperaturen jenseits der 40 Grad geknackt werden.

Regelmäßig bewegen – zur richtigen Tageszeit

Sport ist auch im Sommer wichtig und gesund für den Körper. Doch bei Hitze sollten die sportlichen Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um den Organismus zu schonen. Während des Sports sollten Sie ausreichend trinken und nach dem Training verschwitzte Kleidung wechseln, um den Körper nicht auskühlen zu lassen.

Verdunstungskälte schlau nutzen

Die Verdunstung von Wasser erzeugt Kälte. In einem (Schlaf-)Zimmer kann dieser Effekt genutzt werden, indem ein großes Tuch feucht auf einen Wäscheständer oder vor das Fenster gehängt wird. Die Verdunstung kühlt die Raumluft. Dies funktioniert jedoch nur bei niedriger Luftfeuchtigkeit im Raum. Es ist darum ratsam, kurz zu lüften, wenn die Luftfeuchtigkeit stark ansteigt, und darauf zu achten, dass die Tücher nicht völlig austrocknen.

Leicht und lecker essen

Setzen Sie auf Obst, Salate und Gemüse und verzichten Sie auf schwere, fettige Speisen, die den Körper nur zusätzlich belasten. Besonders Gurken, Tomaten oder Melonen haben einen hohen Wasseranteil, tragen zur Flüssigkeitszufuhr bei. Milchprodukte wie Quark und Joghurt sind ebenfalls wohltuend bei hohen Temperaturen. Wer nicht auf eine warme Mahlzeit verzichten möchte, sollte das auf den Abend verschieben und lieber zu leichten Gerichten greifen.

Wasser marsch – aber richtig

Wer ins Schwimmbad oder an den Badesee flüchtet, um sich abzukühlen, sollte nie direkt ins kalte Wasser springen, sondern langsam hineingehen, um Kälteschocks zu vermeiden. Achten Sie auf die Reaktion Ihres Körpers und verlassen Sie das Wasser, wenn Sie anfangen zu zittern oder blaue Lippen bekommen – es ist ein Zeichen, dass Ihr Körper zu stark abgekühlt ist. Alternative Möglichkeit: eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche. Sonst erwärmt sich Ihr Körper anschließend noch stärker.

Klimaanlage und Co. clever einsetzen

Eine Klimaanlage hilft gut gegen die Sommerhitze, jedoch darf sie nicht zu kalt eingestellt werden, nämlich höchstens sechs Grad niedriger als die Außentemperatur und nicht kälter als etwa 22 Grad. Die Geräte funktionieren am besten bei geschlossenen Fenstern. Auch Ventilatoren kühlen die Luft zwar nicht direkt ab, aber halten sie in Bewegung. Dadurch verdunstet der Schweiß auf der Haut schneller und kühlt den Körper. Wichtig: Den Luftstrom nie direkt auf den Hals und den Kopf lenken, um Erkältungen und Muskelverspannungen zu vermeiden, und das Gerät nicht dauerhaft, sondern nur gelegentlich einschalten.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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