Hundebegegnungen deuten

Rottweiler legt sich hin, wenn er einen anderen Hund sieht: Was steckt dahinter?

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Hund Dyce legt sich bei jeder Begegnung mit anderen Hunden hin. Doch: Bedeutet es Freundlichkeit? Und was noch hinter dem Verhalten stecken könnte.

In einem Video auf TikTok ist sich die Besitzerin von Rottweiler Dyce sicher: Ihr Hund ist ein absoluter Gentleman. Unter dem Clip des Accounts „dycederottweiler“ heißt es: „Wir haben ihm nicht beigebracht, das zu machen. Er hat einen sehr süßen Charakter.“ Zu sehen ist, wie sich Dyce bei einem Spaziergang immer wieder hinlegt, sobald er einen anderen Hund sieht.

Rottweiler legt sich hin, sobald er einen anderen Hund sieht: Verhalten wie ein Gentleman?

@dycederottweiler

We didn’t learn him to do this tho. He has a very sweet character❤️ #rottweiler #fyp #dogsoftiktok

♬ ceilings - Sped Up Version - Lizzy McAlpine

Zur Erklärung steht im Video: „Dein Hund ist ein Gentleman und legt sich jedes Mal hin, wenn ein anderer Hund ihm entgegenkommt.“ Der Kurzclip wurde über 360.000 Mal angesehen und hat mehr als 41.000 Likes erhalten. In vielen Kommentaren bewerten die User das Verhalten des Vierbeiners gegenüber den anderen Hunden und äußern ihre Meinung.

„Man hat mir gesagt, dass das ein unterwürfiges Verhalten ist, also ist er nervös. Mein Welpe hat das auch gemacht, also haben wir es korrigiert, indem wir ihn beruhigt haben und ihm gesagt haben, er soll sitzen und warten“, schreibt ein User. Ein anderer deutet das Verhalten von Dyce als „Beruhigungssignal“. Die Körpersprache anderer Hunde zu deuten, müssen auch Welpen erst lernen.

Rottweiler legt sich hin, sobald er einen anderen Hund sieht: Meinungen der User gehen auseinander

Weitere TikTok User deuten die Hundesprache und die Körpersignale anders. Einige sehen darin auch eine Jagdpose. Kritiker hoffen darauf, dass das wohl „Ironie“ sei und ein anderer User ist sich sicher, dass das „kein nettes Verhalten“ ist. „Der legt sich doch hin und starrt, ist doch nicht freundlich oder irre ich mich?“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

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Die Meinungen über die tatsächliche Bedeutung des Verhaltens von Dyce gehen weit auseinander. Prinzipiell kann das Verhalten unterschiedliche Gründe haben. Denn manche Hunde können sich ab und zu hinlegen, um für den Artgenossen etwas freundlicher zu wirken. Wenn dem so ist, ist der Körper entspannt, der Rücken leicht gebogen, die Hüfte gekippt, der Körper nicht frontal auf den anderen Hund gerichtet und auch der Blick lässt sich abwenden. All dies sind Anzeichen dafür, dass es kein Lauern ist.

Rottweiler legt sich hin, sobald er einen anderen Hund sieht: Körperhaltung richtig deuten

Ist der Körper jedoch stark angespannt, ist das ein Zeichen für Stress. Kommt ein starrer Blick hinzu, eine direkt auf den anderen Hund ausgerichtete Körperhaltung, eine gerade Rute und eine Kopfbewegung nach vorne, spricht alles für ein Lauern und einen möglichen Angriff. Mit dieser Körperhaltung signalisiert der Hund dem Gegenüber nicht näherzukommen.

13 Hunderassen, von denen Anfänger lieber die Finger lassen sollten

Welpe eines Australien Shepherd im Laub.
Der Australien Shepherd ist Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen und braucht viel Bewegung pro Tag. © Sofiya Garaeva/Imago
Siberian Husky in Nahaufnahme.
Der Siberian Husky braucht sehr viel Auslauf pro Tag. © Design Pics/IMago
Drei Dackel sitzen nebeneinander vor einer Holzwand.
Ihre Größe verrät noch nichts über den Eigensinn der Dackel. © D. Maehrmann/Imago
Ein Border Collie liegt auf einer Wiese.
Border Collies sind anspruchsvoll, wenn es um ihre Auslastung und Beschäftigung geht. © Aida Martinez/Imago
Zwei Schäferhunde sitzen im Wald.
Als Wachhund ist der Schäferhund perfekt. Dafür braucht es aber eine strenge Erziehung. © Nikolai Tsvetkov/Imago
Ein Beagle-Welpe auf einer Wiese mit Spielzeug.
Süß, aber richtige Kläffer: Beagles müssen ihre Grenzen kennen, sonst wird es anstrengend. © Buffy1982/Imago
Ein Rottweiler am Strand.
Rottweiler brauchen eine strenge Erziehung und wollen gefordert werden. © cynoclub/Imago
Ein Weimeraner am Strand.
Weimeraner sind wunderschön, brauchen aber extrem viel Auslauf. © Markel Laskurain/Imago
Ein Akita liegt auf einer Wiese.
Akitas sind bekannt für ihren Eigensinn und ihrer Skepsis Fremden gegenüber. © cynoclub/Imago
Ein brauner Dobermann liegt auf dem Boden.
Der Dobermann beeindruckt mit seiner Größe und seinem Willen, zu beschützen. © gsdonlin/Imago
Deutscher Zwergspitz in Nahaufnahme
Klein, aber oho: Der Zwergspitz ist ein liebenswürdiger Dickkopf. © B. Rainer/Imago
Ein Chow Chow liegt auf dem Boden.
Der Chow Chow war ursprünglich ein Hütehund und braucht eine strenge Erziehung. © Ryhor Bruyeu/Imago
Shih tzu Hund, der im Laubhaufen sitzt.
Der Shih Tzu ist ein treuer, aber eigensinniger Begleiter des Menschen. © CSP_chaoss/Imago

Wie Sie eine Kontaktaufnahme zwischen zwei Hunden besser einschätzen können, beschreibt Hundeverhaltensberaterin Christiane Jacobs wie folgt:

Versuchen Sie möglichst den Kontakt zu unterbinden, wenn ...

  • ... einer der Hunde lauert, in einer Position „einfriert“ oder gerade und schnell frontal auf den anderen zulaufen möchte.
  • ... es Anzeichen von Stress und Spannung gibt.
  • ... der Blick zu starr auf den anderen Hund gerichtet ist.

Sie können eine Kontaktaufnahme zulassen, wenn ...

  • ... die Vierbeiner immer mal wieder woanders hinsehen.
  • ... sie in einem Bogen aufeinander zulaufen.
  • ... ihre Bewegung weich und fließend ist.

Rubriklistenbild: © dycederottweiler (TikTok)

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