Fehler bei der Hundeerziehung

Angst vor Hundebegegnungen? Stress nicht auf den eigenen Vierbeiner übertragen

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Die meisten Hundebegegnungen verlaufen friedlich. Hundehalter sollten trotzdem achtsam sein und besonnen handeln, um ihren Hund beruhigen zu können.

Die meisten Hundebesitzer kennen folgende Situation: Beim Spaziergang mit dem eigenen Vierbeiner, taucht ein anderer Hund auf, der sich Ihnen zügig nähert. Bei einigen Haltern löst dies in ungutes Gefühl in der Magengegend aus. Denn selbst wenn Sie Ihren eigenen Hund gut einschätzen können: Bei fremden Vierbeiner wissen Sie nicht, was bei einer Begegnung passiert.

Deshalb geben Hundetrainer den Tipp, erst einmal stehenzubleiben und dafür zu sorgen, dass Ihr Hund ganz in Ihrer Nähe läuft. Sprich, ihn herbeizurufen, damit er bei Fuß geht, oder ihn, wenn Ihnen das in dem Moment sicherer zu sein scheint, auch an die Leine zu nehmen. Jetzt sind Sie selbst entspannt genug, um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen: Ist der entgegenkommende Hund angeleint oder läuft er frei? Und wie werden Sie es mit Ihrem eigenen Hund handhaben, wenn es zur Begegnung kommt?

Nur nur der Hund, sondern auch der Halter sollten lernen, ruhig zu bleiben.

Angst vor Begegnung mit Hunden? Stress nicht auf eigenen Hund übertragen

Wichtig ist in solchen Momenten, dass Sie selbst möglichst ruhig bleiben. Und Ihren eigenen Hund im Zweifel beruhigen oder ihn geschickt mit einem Leckerli ablenken, sollte er den anderen Vierbeiner noch nicht gesichtet haben. Werden Sie hingegen selbst nervös und werden dem Hund gegenüber laut und forsch, um ihn vermeintlich zu bändigen, geht das oft nach hinten los. Denn dadurch sorgen Sie dafür, dass die Anspannung beim Hund noch wächst und er sich nun erst recht in die Sache hineinsteigert. Wie man es falsch macht, zeigt ein vielfach aufgerufenes Video auf TikTok von Hundecoach Alexandra Ackermann.

Tik-Tok-Video zeigt: Anspannung nicht auf den Hund übertragen

@alexandra_ackermann

‼️„Bleib doch einfach locker, wenn du einen anderen Hund triffst.“ ‼️„Die Anspannung überträgt sich ja auf deinen Hund“ ‼️„Du bist daran Schuld, dass dein Hund so ist. Es liegt an dir.“ 🚫Alles natürlich nicht hilfreiche Sätze!! Denn auch wir haben ja Erfahrungen gemacht, die unangenehm sind, die vielleicht auch körperlich herausfordernd waren, die sozial unangenehm waren.🤝 Unser Kopf will uns schlauerweise vor Schaden bewahren und sagt uns, wir sollten solche Situationen meiden. Es ist nun mal nicht so einfach seine Emotionen von heute auf morgen umzuändern, sein Herzklopfen und die Atmung zu kontrollieren. 🫣 ✅️Hier ein kleiner Tipp: Wenn du merkst, dass dein Herz anfängt schneller zu klopfen, atme mal ganz langsam solange aus, bis dein Körper von selbst wieder einatmet. Danach zählst du bis 4 beim einatmen und bis 7 bei beim ausatmen. Das machst du 11 Mal so, auch wenn die Begegnung schon vorbei ist 😊 ✅️Wenn du 1:1 Betreuung in DEINEM Alltag suchst, um nachhaltig schwierige Situationen zu trainieren und zu meistern, sind wir für dich da. Meld dich gern zu einem kostenfreien Erstgespräch an auf www.alexandra-ackermann.de. Wir freuen uns, dich und deinen Hund kennenzulernen.🙋‍♀️🐶 Folg uns gern auch auf IG. #hundecoach #hundecoaching #hundeerziehung #familienhunde #hundetrainer #hundeexpertin #dogcoaching #dogs #dogcontent #hundecommunity #coachingfürhundehalter #hund #leinenführigkeit #hundebegegnungen#entspanntdurchdenalltag #alltagmithund

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„Einmal fest in die Leine greifen und angespannt sein“, schildert sie in dem Video eine typische Reaktion vieler Hundehalter, diese Anspannung gebe man an seinen Hund weiter. „Und manchmal kann das genau der Startschuss sein, um so richtig mit Pöbeln loszulegen.“ Klar: „Natürlich ist es nicht leicht, seine Angst loszulassen“, so die Expertin. Aber nicht nur der Hund müsse lernen, bei Hundebegegnungen entspannt zu bleiben, sondern man selbst auch. Viele Hundefans auf Tiktok scheinen dieses Problem zu kennen. „Das sehe ich jeden Tag bei allen möglichen Hundehaltern“, kommentiert jemand, „meiner flippt auch so aus“, jemand anderes. Bei anderen hat es mit dem Üben schon geklappt, „es funktioniert“.

Begegnung mit anderen Hunden: Von der Leine lassen oder nicht?

Was sind die nächsten Schritte? Dass man den eigenen Hund von der Leine lassen sollte, sofern der fremde Hund auch frei herumläuft, ist unter Hundebesitzern eine altbekannte Regel. Denn somit begegnen sich die Artgenossen quasi auf Augenhöhe und keiner der beiden ist durch die Leine bedingt im Nachteil. Noch ein Tipp, bevor Sie Ihren Hund nach einem kurzen Check von der Leine lassen: Den Vierbeiner kurz absitzen lassen, bevor Sie ihn zu den anderen Hunden rennen lassen.

Sollte ihr Hund selbst schwierig sein, was die Begegnung mit anderen Hunden angeht, trifft diese Regel natürlich nicht zu. Dann sollten vielmehr Sie selbst der Situation ausweichen und zum Beispiel die Laufrichtung wechseln, wenn es ansonsten zu Konflikten zwischen den Hunden kommen könnte. Eine andere Möglichkeit ist – unter der Bedingung, dass Sie Ihren Hund an der Leine im Griff haben – dem anderen Hundehalter von Weitem zu signalisieren, dass Ihr Hund empfindlich oder aggressiv gegenüber anderen Hunden ist. Das geschieht oft durch einen kurzen Zuruf verbunden mit der Bitte, dass der andere Spaziergänger seinen Vierbeiner doch bitte ebenfalls anleinen möge. Dann hat der andere Hundehalter noch Zeit, zu reagieren. Und beide Hunde können an der kurzen Leine aneinander vorbeigehen. Umgekehrt gilt dasselbe: Bekommen Sie, obwohl Ihr Hund in der Regel kein Problem mit anderen Hunden hat, rechtzeitig ein Warnsignal des anderen Hundehalters, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie drehen mit Ihrem Hund ab, oder Sie nehmen ihn an die kurze Leine. Sie sollten hier auf keinen Fall unbesonnen reagieren, sondern im Zweifel jeden möglichen Konflikt vermeiden.

Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress. (Symbolbild) © ZUMA Wire/Imago
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt. (Symbolbild) © Mint Images/Imago
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich, dann kann eine Decke zum Schutz sinnvoll sein. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit.
Hunde mögen es nicht, wenn ihre Besitzer keine Geduld beim Spazieren gehen haben. Dabei nutzen Hunde den Gassigang nicht nur zum Erleichtern, sondern auch um die Welt zu entdecken. Und das dauert schließlich einfach ein bisschen. Nehmen Sie sich also etwas Geduld und Zeit mit. (Symbolbild) © photothek/Imago
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt.
Ausschimpfen bringt gar nichts, auch wenn es nicht immer so leicht ist ruhig zu bleiben. Vor allem, wenn der Hund unerlaubt immer wieder auf die Couch hüpft. Doch Hunde verstehen das Geschimpfe nicht und sind höchstens über die Aufregung verwirrt. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden.
Schützen Sie Ihren Hund bestmöglich vor extreme Gerüche. Seine Nase ist hochempfindlich und kann zum Beispiel durch hoch konzentrierte Reinigungsmittel geschädigt werden. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht. Doch gar keine Erziehung schadet dem Hund ebenfalls.
Regeln, Grenzen und ein geordneter Tagesablauf geben Hunden Sicherheit. Von daher ist es ein Fehler, den Hund nicht zu erziehen. Eine strenge und ruppige Erziehung braucht es dafür nicht – doch gar keine Erziehung, schadet dem Hund ebenfalls. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person.
Ein erzwungenes Spiel mit einem Menschen, den der Hund nicht kennt oder nicht mag, findet er ebenso blöd. Zwinge also nie deinen Hund zum Kontakt mit einer Person. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste.
Auch wenn eine Umarmung nur gut gemeint ist, löst sie bei Hunden oft Angst und Unwohlsein aus. Denn für Hunde ist dies eine Dominanzgeste. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Die meisten Hundebegegnungen verlaufen friedlich

Die meisten Hundebegegnungen verlaufen friedlich. Hundertprozentige Gewissheit, dass ein Konflikt entsteht, hat man jedoch nie. Mit dem richtigen Verhalten kann man aber zumindest dafür sorgen, dass viele heikle Situationen gar nicht erst entstehen.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/ Panama Pictures/Imago

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