VonVivian Wergschließen
Netflix-Kunden sind erneut im Visier der Betrüger. Mit einer neuen Phishing-Masche sollen sensible Kundendaten abgegriffen werden. So schützen Sie sich.
Berlin – Die Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten, birgt gleichzeitig aber auch zahlreiche Risiken. So nutzen Betrüger mittlerweile auch KI-Werkzeuge, um ihre ahnungslosen Opfer zu täuschen. Im vergangenen Jahr machten sich Kriminelle die Künstliche Intelligenz im Besonderen bei einer Urlaubs-Falle zunutze.
Auch die Betrugsmasche Phishing kommt bei den Cyber-Kriminellen häufig zum Einsatz. Ein unachtsamer Klick und Datenklau sowie finanzielle Schäden können die Folge sein. Die Verbraucherzentrale warnt derzeit vor einem besonders dreisten und „für die eigenen Finanzen gefährlichen Betrugsversuch“. Dabei sind erneut Netflix-Kunden ins Visier der Betrüger geraten. Zuletzt versuchten sie mit einer Abo-Falle an sensible Daten zu gelangen.
Betrüger geben sich als Netflix aus: An diesen Merkmalen erkennen Sie eine Phsihing-Mail
Phishing-Fallen sind meist als E-Mails oder SMS bekannter Unternehmen getarnt. Auch Bank-Kunden von ING und Sparkasse sind aktuell von einer fiesen Betrugsmail betroffen. Das Bundeskriminalamt rät Verbrauchern dazu, grundsätzlich nie auf E-Mails von unbekannten Absendern zu reagieren. „Öffnen Sie keine Dateien unbekannter Herkunft und klicken Sie nicht auf Links in E-Mails von unbekannten Absendern“, heißt es auf ihrer Internetseite. Verbraucher sollten außerdem wachsam im Umgang mit persönlichen Daten sein.
Enthält eine E-Mail mindestens eines der folgenden Merkmale, handelt es sich laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit einer hohen Wahrscheinlichkeit um eine Phishing-Mail:
- Der Text der E-Mail gibt einen dringenden Handlungsbedarf vor.
- Drohungen wie Kontoschließung kommen zum Einsatz.
- Aufforderung zur Eingabe von vertraulichen Daten
- Die E-Mail enthält Links oder Formulare
- Die Nachricht scheint von einer bekannten Person oder Organisation zu stammen, jedoch kommt Ihnen das Anliegen des Absenders ungewöhnlich vor.
Gefälschte Netflix-Mail – so gehen die Betrüger vor
Nach Angaben der Verbraucherzentrale versuchen Betrüger aktuell mit gefälschten Netflix-Mails sensible Daten ihrer Opfer abzugreifen. Dabei gehen sie wie folgt vor:
- Die Phishing-Mail beginnt, wie für Phishing-Fallen üblich, mit einer indirekten Anrede.
- Anschließend wird behauptet, dass man seine Rechnungsinformationen bestätigen müsse. Tue man das nicht bis zum angegeben Zeitraum, droht eine Kontoschließung und zusätzlich würde eine Gebühr von 39,99 Euro erhoben.
- Dann kommt der ausgeklügelte Teil: Gebe man seine Zahlungsdaten ein, könne es dazu kommen, dass man eine zusätzliche Bestätigung bei der Bank durchführen müsse, heißt es in der betrügerischen Mail weiter.
- Das dient dazu, dass eine etwaige Überweisung an die Kriminellen, die man durch die Datenpreisgabe ermöglicht, auch von der Bank autorisiert wird.
Betroffene sollten sich laut den Verbraucherschützern keineswegs von den leeren Drohungen und angeblichen Schließungsgebühren einschüchtern lassen. Es wird empfohlen, die Mail am besten in den Spam-Ordner zu verschieben oder direkt mit dem Streaming-Dienst in Kontakt zu treten, um sich die Echtheit der Mail verifizieren zu lassen.
Neue Betrugsmasche: Daran erkennen Sie die gefälschte Netflix-Mail
Auch der Streaming-Dienst informiert auf seiner Internetseite Kunden über die betrügerischen E-Mails und SMS und gibt hilfreiche Tipps, woran man die Netflix-Masche erkennen kann:
- Angebliche E-Mails oder SMS von Netflix: Das Unternehmen fragt niemals personenbezogene Daten wie Kredit- oder Debitkartennummern, Bankkontodetails oder Netflix-Passwörter per SMS oder E-Mail ab.
- Forderungen von Zahlungen: Es werden niemals Zahlungen über einen Drittanbieter oder -Website angefordert.
- SMS oder E-Mail mit unbekanntem Link: Erhalten Netflix-Kunden eine Nachricht mit einem Link, der zu einer URL führt, die sie nicht erkennen, wird vom Anklicken dringend abgeraten. Sollten Kunden dennoch den Link aufgerufen haben, sollten keine Informationen eingegeben werden.
Kunden, die auf den Link geklickt und sogar Daten eingegeben haben, rät der Streaming-Dienst dazu, unverzüglich das Finanzinstitut zu informieren und das Netflix-Passwort zu ändern.
Kriminelle gehen bei ihren Betrugsversuchen immer raffinierter vor
Auch der Telefonbetrug bleibt für viele Kriminelle ein lukratives Geschäft. Besonders der raffinierte Betrug über WhatsApp ist des Öfteren zum Einsatz gekommen. Ein bekanntes Beispiel ist der Enkeltrick.
„So traurig es ist, aber man muss leider immer grundlegend misstrauisch sein“, rät Kriminaldirektor Harald Schmidt, Geschäftsführer und Kriminaldirektor der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Bei der neuen Betrugsmasche „Social Engineering“ erschleichen sich Betrüger das Vertrauen ihrer Opfer. (vw)
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