VonKathrin Reikowskischließen
Eine Betrugsmail bringt derzeit Kunden von ING und Sparkasse in Gefahr, viel Geld zu verlieren. Woran Sie sie erkennen.
München - Ende letzten Jahres waren Konten von Commerzbank-Kunden leergeräumt wurden, nun stehen zwei andere Banken offenbar im Fokus von Betrügern. „Sehr geehrter Kunde, bis heute haben Sie Ihre Daten nicht bestätigt. Solange die Bestätigung aussteht, ist Ihr Konto für die Nutzung deaktiviert“, steht in einer E-Mail, die derzeit Kunden von Sparkasse und ING verunsichert. Wer bereits in Eile ist oder sich von den Zeilen in der Mail in Eile bringen lässt und nicht genau hinsieht, läuft besonders stark Gefahr, Opfer einer fiesen Betrugsmasche zu werden.
Wie die Verbraucherzentrale schreibt, ist die Phishing-Mail seit Ende Januar im Umlauf, und funktioniert für Kundinnen und Kunden der beiden Banken fast auf gleiche, ziemlich hinterhältige Weise - sie setzen die Kunden und Kundinnen unter Druck.
Betrugsmail übt Druck auf die Kunden aus - hier lauert die Gefahr
Nach dem Hinweis, der Kunde sei bereits einer Aufforderung nicht nachkommen und habe keinen Zugriff auf sein Online-Banking mehr, folgt sofort die Lösung: „Bitte starten Sie über den unten ausgeführten Button die Bestätigung und geben alle erforderlichen Daten vollständig ein“, heißt es weiter in der Mail. „Anschließend ist Ihr Konto wieder freigeschaltet und Sie können wie gewohnt fortfahren.“
Für Sparkassen-Kunden folgt dann ein roter Button, für ING-Kunden ein orangefarbener - jeweils also in den in der Bank üblichen Farben. Während hier bei der ING „Zum Datenabgleich“ steht, heißt es bei der Sparkasse „Zur Bestätigung“. Am Ende der Sparkassen-Mail wird sich zusätzlich noch für das Verständnis der Kunden bedankt. Auf die Weise gelangen die Täter an die Logindaten der Verbraucher, die sie dann wiederum zum echten Online-Banking einsetzen.
So erkennen ING- und Sparkassen-Kunden die Phishing-Mail
Auffällig sei, dass in keiner der Mails ein Logo vorhanden sei. Auch die unpersönliche Anrede spreche eindeutig für Phishing. Ganz grundsätzlich erinnert die Verbraucherzentrale aber auch daran, dass eine seriöse Mail von einer Bank „nie zur Datenpreisgabe via Link auffordern“ würde.
Die Sparkasse hatte im Dezember vor einer Phishing-Mail gewarnt, mit dem Betreff „Freigabeverfahren ungültig-Handlungsbedarf.“ Auch die Bank ING selbst warnt vor einer betrügerischen E-Mail, die mit Zeitdruck arbeitet. Sie lande im Posteingang mit dem Betreff: „Bestätigen Sie Ihre Kontodaten so schnell wie möglich!“ Die Bank schreibt dazu: „Eine gut gemachte Phishing-Mail sieht nicht nur gut aus. Sie schafft es bei Ihnen ein sofortiges Handlungsbedürfnis auszulösen und sämtliches Misstrauen auszuschalten.“ Dies geschehe durch Auslösen von Handlungsdruck, Androhung von Gebühren - oder Erregen von Neugier. Auch 1&1-Kunden wurden kürzlich vor gefährlichen Emails gewarnt, wie RUHR24.de berichtet. (kat)
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