VonSebastian Oppenheimerschließen
Das Angebot an gebrauchten Elektroautos wächst – sie sind eine günstigere Alternative zu Neuwagen. Doch beim Kauf sollte man einige Dinge beachten.
Verbrenner oder Elektroauto? Viele Menschen, die ein neues Auto brauchen, stehen vor dieser Frage. Für viele ist nach wie vor die Reichweite der Stromer ein Thema, wobei diese in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Aber auch andere Punkte wie etwa die Ladeinfrastruktur und die Ladedauer spielen eine Rolle. Ein ganz entscheidender Faktor ist aber für viele der Preis: Noch immer sind E-Neuwagen sehr teuer. Inzwischen kann man sich aber auch einmal nach einem gebrauchten Stromer umschauen. Dabei sollte man jedoch einige Dinge beachten.
Günstige Einsteiger-Elektroautos lassen noch auf sich warten
Zwar haben einige Autobauer günstige Einstiegsmodelle angekündigt, wie beispielsweise Tesla oder auch Volkswagen mit dem ID.2all – doch bis diese auf den Markt kommen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Laut ADAC wächst allerdings das Angebot an gebrauchten Elektroautos. Fahrzeuge, wie beispielsweise der VW ID.3, der Opel Corsa-e, der elektrische Fiat 500 oder das Tesla Model 3 verkauften sich als Neuwagen relativ gut – und kommen nun in relevanter Stückzahl auf den Gebrauchtwagenmarkt.
Bremsencheck bei gebrauchten E-Autos besonders wichtig
Besonders die Bremsen sollten laut dem Auto Club Europa (ACE) bei gebrauchten Elektroautos genau unter die Lupe genommen werden. Der Grund: Elektroautos bremsen größtenteils mit den Motoren. Zwar verschleißt die Bremsanlage dadurch weniger, wird aber in vielen Fällen auch zu wenig beansprucht – und das wiederum kann dann zu Schäden führen, die einen frühzeitigen Austausch nach sich ziehen. Empfohlen wird deshalb ein Gebrauchtwagengutachten, das von den verschiedenen Prüforganisationen wie beispielsweise TÜV, Dekra oder GTÜ angeboten wird. Die Kosten dafür liegen laut dem Automobilclub bei etwa 100 Euro.
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Gebrauchtes Elektroauto: Gesundheitszustand der Batterie prüfen lassen
Wer beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos, die Gefahr einer bösen finanziellen Überraschung vermeiden möchte, sollte vom Verkäufer unbedingt ein Zertifikat über Gesundheitszustand der Batterie („State of health“ , abgekürzt: SOH) anfordern, wenn ein Batteriecheck nicht ohnehin schon Teil eines Gebrauchtwagengutachtens war. Liegt der SOH beispielsweise nur noch bei 80 Prozent, dann bedeutet das, dass die Batterie nur noch 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität bietet – entsprechende verringert sich auch die Reichweite. Von den Prüforganisationen werden auch spezielle Batterie-Checks angeboten.
Der ACE weist auch darauf hin, dass bei vielen Elektroautos, die vor 2021 verkauft wurden, der Akku nicht immer inklusive war, sondern nur vom Hersteller gemietet. In so einem Fall muss entweder der Mietvertrag übernommen oder aber der Akku für einen Restwert beim Hersteller abgelöst werden – diese Kosten addieren sich dann zum Kaufpreis.
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Garantien und Gewährleistungen genau prüfen
Wie der ADAC rät, sollte man den Verkäufer oder Vorbesitzer nach Batterieschäden oder -reparaturen fragen – und diese Informationen auch im Kaufvertrag festhalten. Ebenso empfiehlt der Automobilclub, festzuhalten, welche Ladekabel oder sonstiges Zubehör zum Fahrzeug gehören, und in welchem Zustand sich diese befinden. Bei der Hauptuntersuchung (HU) stellt ein fehlendes oder defektes Ladekabel einen sogenannten erheblichen Mangel dar und führt zur Verweigerung der Plakette.
Wichtig ist auch, sich detailliert über die verschiedenen Garantien und Gewährleistungen zu informieren. Bei einem jungen E-Auto kann man auch bei einem Gebrauchtwagen noch von der freiwilligen Herstellergarantie profitieren – allerdings ist diese laut ACE oft an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der Rat lautet deshalb: Sich vom Autoverkäufer oder von der -verkäuferin schriftlich exakt bestätigen lassen, dass die Herstellergarantie übertragen wird und alle Garantiebedingungen des Herstellers bis zum Zeitpunkt des Verkaufs eingehalten wurden. Der Automobilclub empfiehlt, einen gebrauchten Stromer am besten beim Händler zu kaufen – und nicht von privat. Sollten sich Mängel zeigen, sind die Ansprüche deutlich schwerer geltend zu machen als bei einem gewerblichen Händler.
Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

