Diskussion auf Reddit

Zu teuer, zu wenig Lademöglichkeiten: Warum viele noch kein Elektroauto fahren wollen

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Viele wären offenbar bereit, ein Elektroauto zu kaufen – tun es aber nicht. Auf der Plattform Reddit erklären Autofahrer, warum.

Elektroauto oder Verbrenner? Nach wie vor kochen bei dieser Frage schnell die Emotionen hoch. Wobei aktuell der Weg eigentlich klar in Richtung E-Mobilität geht. Viele Hersteller haben dem Verbrennungsmotor längst abgeschworen, wie beispielsweise Audi. Einige Autobauer, wie beispielsweise BMW halten sich aber auch andere Optionen – wie etwa Wasserstoff – offen. Doch was genau spricht eigentlich dagegen, ein E-Auto zu kaufen? Und was dafür? Auf der Plattform Reddit wird diese Frage ausgiebig diskutiert.

Die Frage von Reddit-Nutzer Icy_Property_3289 war ziemlich simpel: „Was haltet ihr von E-Autos?“ Die Resonanz darauf war riesig – und auch die Bandbreite der Antworten. Viele, die schon ein Elektroauto fahren, lieben vor allem das spezielle Fahrgefühl. Bei vielen, die noch keines haben, geht die Antwort in folgende Richtung: „Ich hätte schon gerne ein E-Auto, aber....“

Was spricht gegen ein E-Auto? Ladeproblematik und die Reichweite

Mit dem Verbrenner geht es an die Tankstelle – dann sind in aller Regel wieder ein paar Hundert Kilometer drin. Wer ein Elektroauto kauft, sollte am besten zu Hause laden können, beziehungsweise im Umkreis eine gute Ladeinfrastruktur vorfinden. Doch genau hier ist noch Luft nach oben. „In meiner Gegend ist die Ladeinfrastruktur noch nicht wirklich vorhanden – da lohnt sich ein E-Auto nur, wenn man es auch Zuhause laden kann“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: „Ich kann nicht zu Hause laden, daher kommt das für mich nicht infrage bisher. Sobald ich das zu Hause tun könnte, spräche aber nichts mehr dagegen.“

Für viele Menschen ist nach wie vor die mangelhafte Ladeinfrastruktur ein Grund, kein E-Auto zu kaufen. (Symbolbild)

Auch die Reichweite ist für viele einfach noch nicht ausreichend. „Ich brauche ein Auto, mit dem ich bei entsprechender >170 km/h Reisegeschwindigkeit Kilometer auf der Autobahn reißen kann, ohne alle paar hundert Kilometer eine viertel bis halbe Stunde laden muss“, schreibt ein Nutzer. „Für mich geht nichts über einen X5 als Diesel als Dienstwagen.“ Generell sollte man sich als E-Auto-Käufer vor der Wahl des Akkus einige Fragen stellen.

Was spricht gegen ein E-Auto? Der Preis

Sehr viele sind offenbar gewillt, einen Stromer zu kaufen – wenn die nur nicht so teuer wären. Hier einige Beispiele:

  • „Hätte gern eins, aber in meiner Welt spielen nur gebrauchte Autos bis 10.000 euro eine Rolle, alles andere ist finanziell verrückt. Also bleiben mir vorerst „nur“ Verbrenner.“
  • „Ich hätte gerne ein E-Auto – wirklich gerne. Aber ich habe halt einfach nicht das Geld, um mir ein entsprechend teures Auto zu kaufen – insbesondere wenn man dann noch 5-Türer und mehr als 150 km Reichweite als Anforderungen hat.“
  • „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich sofort meinen Dacia Lodgy durch einen Elektro ersetzen. Aber leider gibt es weder ein sinnvolles vergleichbares Fahrzeug (günstig, geräumig, halbwegs langstreckentauglich), noch habe ich aktuell das Geld dafür. Meinen Zweitwagen, Renault Zoe, liebe ich.“

Streitpunkt: Ist ein Elektroauto wirklich umweltfreundlich?

Umstritten ist nach wie vor die Umweltfreundlichkeit von E-Autos. Auch in der Diskussion auf Reddit zeigt sich das. Ein User etwa findet, dass es ein Widerspruch sei, dass E-Autos so groß und schwer seien – zumindest wenn man sie aus Umweltschutzgründen kaufe. Auch die Produktion der Akkus ist aus Sicht eines andern Nutzers einfach zu umweltschädlich. Ein anderer hinterfragt das ganze Produkt: „Elektroautos lösen genau ein Problem: Die lokalen Emissionen werden reduziert. Alle weiteren Probleme wie Mikroplastikproduktion durch Reifenabrieb, Lärmbelästigung, Flächenfraß, Zersiedelung, Unfallgefahr etc. bleiben unverändert bestehen.“

E-Wagen der Extraklasse: Zehn Luxusautos, die mit Strom fahren

Der Elektro-Sportwagen Rimac Nevera fährt auf einer Straße.
Rimac Nevera: Für viele sind Sportwagen der Inbegriff von Luxus. Beim Rimac Nevera dürfte das außer Frage stehen. Lediglich 150 Exemplare des Elektroautos sollen gebaut werden. Kolportierter Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. Netto. Dafür gibt es aber auch 1.914 PS, vier Elektro-Motoren und eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Den Sprint von null auf 100 legt der Sportwagen in sagenhaften 1,85 Sekunden zurück. © Rimac
Das Luxus-Elektroauto Audi e-tron GT
Audi e-tron GT: Auch der Ingolstädter vereint Sport und Luxus. In der Basisvariante sorgen 476 PS für viel Vortrieb. Wer sich für die RS-Version entscheidet, darf sich auf 598 PS freuen. Je nach Modell sind Reichweiten von 472 bzw. 487 Kilometer möglich. Preislich geht es bei rund 104.000 Euro los. Der RS e-tron GT schlägt mit mindestens 142.500 Euro zu Buche. © Audi
Das Luxus-Elektroauto Porsche Taycan.
Porsche Taycan: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, technisch ist der Luxus-Stromer eng verwandt mit dem Audi e-tron. Beide nutzen die gleiche Plattform und teilen auch so viele Bauteile. Allerdings hat der Zuffenhausener etwas mehr Leistung (bis zu 761 PS) und kommt je nach Version bis zu 498 Kilometer weit. In der günstigsten Variante kostet der Taycan 88.399 Euro. Am teuersten ist der Taycan Turbo S Cross Turismo mit 191.096 Euro. © Porsche
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQS
Mercedes-Benz EQS: Abgesehen von den Maybach-Modellen ist die S-Klasse wohl das luxuriöseste Fahrzeug, das man bei Mercedes kaufen kann. Kein Wunder also, dass man in Stuttgart mit einer Elektro-Version nachlegte. In der günstigsten Version mit 292 PS kostet der EQS rund 116.000 Euro. Die Reichweite liegt bei 576 Kilometern. Zudem bietet der Stromer neben viel Luxus auch eine Menge Platz. © Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQE.
Mercedes-Benz EQE: Neben der S-Klasse hat auch die E-Klasse ein elektrisches Gegenstück bekommen. In der Basisversion leistet der Elektromotr des EQE 245 PS und kommt bis zu 639 Kilometer weit. Wer etwas mehr Leistung bevorzugt wird bei AMG fündig. Der AMG EQE 53 4Matic+ Dynamic Plus kommt mit zwei E-Aggregaten die zusammen 687 PS leisten. Allerdings sinkt die Reichweite auf bis zu 526 Kilometer. © Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto BMW iX M60
BMW iX: Ja, auch BMW kann bekanntlich Luxus. In diesem Fall mit dem SUV iX. Die zwei Elektromotoren leisten je nach Version 326 oder 523 PS. Der iX M60 kommt sogar mit 540 PS zum Kunden. Je nach Batterie legt der Stromer mit einer Ladung 408 bis 633 Kilometer zurück. Die Basisversion gibt es bereits für 77.300 Euro. Mit dem M-Logo geht es bei 143.100 Euro los. © BMW/Enes Kucevic Photography
Das Luxus-Elektroauto BMW i7.
BMW i7: Was Mercedes die S-Klasse ist, ist bei BMW der 7er. Mehr Luxus geht nicht. Und wie der Konkurrent aus Stuttgart haben auch die Münchner ihr Flaggschiff unter Strom gesetzt. Zwei Elektromotoren sorgen für 544 PS. Künftig soll der Stromer sogar teilweise autonom fahren können. So viel Luxus hat allerdings seinen Preis: Satte 139.900 Euro ruft BMW für den i7 auf. © BMW/Daniel Kraus
Das Luxus-Elektroauto Lucid Air.
Lucid Air: Mit dem Elektroauto drängen auch immer mehr neue Hersteller auf den Markt. Einer davon ist Lucid. Mit dem Air haben sich die Amerikaner direkt ins Luxus-Segment gewagt. Je nach Ausführung wird das Elektroauto von 480 bis 1.111 PS angetrieben. 2023 soll das neue Top-Modell Saphire mit 1.217 PS kommen. Die Reichweite liegt bei 653 bis 883 Kilometern. In nur 15 Minuten soll genug Strom für ca. 400 Kilometer Reichweite geladen sein. Für die Air Dream Edition werden aktuell 218.000 Euro fällig. Etwas günstiger ist der Grand Touring, der bei 159.000 Euro startet. © Lucid
Das Luxus Elektroauto Jaguar I-PACE.
Jaguar I-PACE: Die Briten sind schon seit 2018 mit ihrem Luxus-Elektroauto auf dem Markt. Entsprechend bekommt der I-PACE 2024 einen Nachfolger. Bis dahin haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Versionen mit jeweils 400 PS. Mit der 90,2-kWh-Batterie kommt der Stromer bis zu 450 Kilometer weit. Die Preise starten bei 92.400 Euro. © Jaguar
Das Luxus-Elektroauto Rolls-Royce Spectre.
Rolls-Royce Spectre: Schon im Jahr 1900 hatte sich der Rolls-Royce-Mitbegründer Charles Rolls ein Elektroauto zugelegt und war begeistert. Er wusste aber auch: Die Stromer sind erst dann sinnvoll, wenn es feste Ladestationen geben würde. Über 110 Jahre später ist das der Fall und die BMW-Tochter bringt mit dem Spectre ihr erstes Serien-Elektroauto auf den Markt. Dafür setzt man nicht etwa auf die Neue-Klasse-Architektur, sondern hat mit dem Aluminium-Spaceframe eine eigene Basis entwickelt. Die Batterie ist jedoch mit der des i7 verwandt und soll eine Reichweite von etwa 520 Kilometern ermöglichen. Angetrieben wird der Nobel-Stromer von zwei E-Motoren, die zusammen 585 PS leisten. Mit einem Preis von 318.500 Euro liegt der Spectre zwischen dem Cullinan und Phantom.  © Rolls-Royce

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Elektroautos: Warum viele Ihr Strom-Fahrzeug nicht mehr hergeben möchten

Bei den Reddit-Nutzern, die begründen, warum sie gerne ein E-Auto fahren, tauchen Begriffe wie Klima- oder Umweltschutz eher weniger auf. Den meisten gefällt vor allem das Fahrgefühl, wie einige Beispiele zeigen:

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

  • „Ich fahre ein Tesla Model 3. Es ist ein geniales Auto. Ich bin geräuschempfindlich und das Fahren ist deutlich leiser als ein herkömmlicher Verbrenner. Die Beschleunigung ist der Hammer.“
  • „Werde nur noch Elektro fahren. Jedoch nicht aus dem Grund des Klimawandels, sondern der Einfachheit, Effizienz, Beschleunigung und One Pedal Driving.“
  • „Finde E-Autos super. Machen super viel Spaß beim Fahren durch das hohe und schnell anliegende Drehmoment.“
  • „Ich fahre einen VW ID3. Ich hatte bisher noch keine Situation, in der ich mir unbedingt einen Verbrenner zurückgewünscht habe. Jedoch bringt mich das schreckliche Infotainment-System regelmäßig zum Verzweifeln.“
  • „Fahre seit knapp einem Jahr einen Fiat 500e und würde nie wieder einen Verbrenner haben wollen. Berücksichtigt man alle Kosten inkl. Energie, Reparaturen/Verschleiß, Steuern etc., fahre ich günstiger als mit meinem vorherigen Verbrenner. Dazu kommt, dass meiner Meinung nach das Fahrgefühl deutlich angenehmer ist.“
  • „Fahre seit 2020 einen eGolf. Erstes Kfz, mit dem mir Autofahren sowas wie Spaß macht. Nie wieder Verbrenner.“
  • „Will nichts anderes mehr. Fahre seit 7 Monaten einen Tesla Model 3 Performance und der lädt jeden Tag auf der Arbeit. 60 km eine Strecke und für längere Fahrten gehts halt mal an Supercharger.“

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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