VonSimon Monesschließen
Trotz sinkender Absatzzahlen bei Elektroautos gibt es positive Nachrichten: Ein ACE-Test zeigt, dass Deutschlands Ladestationen besser sind als ihr Ruf. Kritik gibt es aber trotzdem.
Dass die Elektromobilität derzeit in einer handfesten Krise steckt, ist unbestritten. Die Verkaufszahlen von Elektroautos sind seit Monaten rückläufig. Hohe Kosten, vermeintlich begrenzte Reichweiten und eine unzureichende Ladeinfrastruktur werden oft als Gründe gegen den Kauf eines Elektrofahrzeugs angeführt. Aber ist die Lage wirklich so ernst?
Der Auto Club Europa (ACE) hat sich dieser Frage angenommen und im Rahmen seiner Initiative „Hat Deutschland Ladepower?“ 189 Schnellladestationen mit insgesamt 1.737 Ladepunkten getestet. Die Ergebnisse sind ermutigend: 61 Prozent der getesteten Stationen haben den Test bestanden, während 37 Prozent sogar als „exzellent“ eingestuft wurden. Stefan Heimlich, der Vorsitzende des ACE, betonte: „Wir freuen uns, dass die Ladestationen in diesem Land in unserem Test so gut abgeschnitten haben. Eine Zukunft ohne E-Autos wird es nicht geben und dafür braucht es auch entsprechende Ladesäulen“.
Drei Schnellladeparks haben im ACE-Test nur knapp versagt
Die höchsten Punktzahlen im ACE-Test der Schnellladestationen erzielten drei Standorte: der EnBW-Ladepark in Lichtenau bei Chemnitz, Audis Charging-Hub in Nürnberg und die Ladestation von Sortimo im Innovationspark in Zusmarshausen. Diese Stationen erreichten jeweils 18,5 von 19 möglichen Punkten und lagen damit weit über dem Durchschnitt von 13,17 Punkten. Der Energieversorger EnBW war mit 46 Schnellladestationen am stärksten im Test vertreten, gefolgt von Ionity und Aral Pulse mit 26 bzw. 25 Anlagen. Ionity hatte mit 69 Prozent den höchsten Anteil an „exzellent“ bewerteten Ladestationen.
Nur drei der getesteten Anlagen (zwei Prozent) fielen im Test des Automobilklubs durch. Die am schlechtesten bewertete Anlage, die Schnellladestation von EnBW in der Salzer Straße in Schönebeck, lag mit 8 Punkten nur einen Punkt unter der Bestehensgrenze von 9 Punkten. Ebenfalls knapp darunter lagen die Anlagen von Q1 Autostrom in Triptis (8,5 Punkte) und Allego in Weil am Rhein mit 8,75 Punkten.
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ACE kritisiert fehlende Barrierefreiheit: „Darf nicht sein“
Die ACE-Tester bewerteten die Ladestationen nach insgesamt 24 Kriterien. Laut ACE waren 92 Prozent der Ladeparks leicht zu finden. Bei 86 Prozent der Schnellladestationen bescheinigte der Verkehrsclub eine exzellente Ladeleistung. 1.143 Ladepunkte liefern mehr als 300 kW Ladeleistung. Zwischen 150 und 299 kW stehen an 292 Ladepunkten zur Verfügung. Die restlichen 202 bieten 50 und 149 kW. 68 Prozent wurden in dem Test als verkehrssicher eingestuft, 63 Prozent als service- und familienfreundlich sowie 48 Prozent als barrierefrei.
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Trotz dieser positiven Ergebnisse besteht ein erheblicher Nachholbedarf in Bezug auf die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen. „Dass diese Menschen aber bei einer neu geschaffenen Infrastruktur wieder dieselben Barrieren erleben, darf nicht sein“, kritisierte der ACE-Vorsitzende Heimlich.
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