Gesundheitsentwicklung der Bevölkerung

Ältere Menschen gesünder, jüngere Menschen kränker: Was hinter dieser Entwicklung steckt

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Besonders Menschen, die zwischen 1950 und 1960 geboren wurden, haben gute Chancen, ein langes und gesundes Leben zu führen.

Weniger körperliche Arbeit, kürzere Arbeitszeiten, bessere medizinische Versorgung, bessere Ernährung: Es gibt viele Gründe, weswegen Menschen heute deutlich länger und gesünder leben als noch vor 80 Jahren. Eine Forschungsgruppe an der Medizinischen Hochschule Hannover schaut sich an, wie sich die besseren Umstände auf die Bevölkerung und ihre Lebenserwartung auswirken. Jüngere Menschen kommen dabei schlechter weg als ältere Generationen.

Herz-Kreislauf-Krankheiten gehen in bestimmten Fällen zurück

Ältere Menschen leben lange gesund und fit.

Wie fit und gesund ist Deutschlands Bevölkerung? Dieser Frage widmet sich das Projekt „Morbiditätskompression und ihre Alternativen“ der Medizinischen Hochschule Hannover in Kooperation mit der Krankenkasse AOK Niedersachsen. Morbiditätskompression beschreibt den Fall, dass sowohl Krankheiten als auch Behinderungen im Leben eines Menschen seltener und erst später auftreten. Das Gegenteil davon ist die sogenannte Morbiditätsexpansion. Dann erkranken Menschen durchschnittlich früher in ihrem Leben und sind damit länger eingeschränkt und hilfsbedürftig.

Die Gruppe um Dr. Siegfried Geyer untersucht bereits seit 2014 diesen Themenkomplex und wertet dabei unter anderem die Ergebnisse verschiedener Studien aus. Im Fokus steht dabei vor allem der Zeitraum von 2005 bis 2019. Dabei stellten die Forschenden besonders für Menschen, die zwischen 1950 und 1960 geboren wurden, erfreuliche Dinge fest:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahmen in dieser Gruppe ab oder betrafen Menschen erst in späteren Lebensjahren als zuvor
  • Bei Männern ging die Anzahl an Schlaganfällen und Lungenkrebs zurück.
  • Demenzerkrankungen nahmen ab oder traten erst später auf

Je nach Bildung und Wohlstand gebe es zwar Unterschiede, im Schnitt gehe es der älteren Generation jedoch deutlich besser als noch deren Eltern.

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Zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung

Ganz anders sehe es jedoch bei einer bestimmten Krankheit aus: Diabetes mellitus Typ 2. Von ihr seien alle Altersgruppen gleichermaßen mehr betroffen als früher. Das größte Problem dabei sei jedoch, dass gerade jüngeren Menschen immer häufiger daran erkranken. Das bedeute zum einen, dass die Personen eine deutlich längere Zeit krank seien und zum anderen das Risiko für Begleiterkrankungen steige. Hier lasse sich also von einer Morbiditätsexpansion sprechen.

Auch der Blick auf das stetig steigende Gewicht der Bevölkerung besorgt die Forschenden. Adipositas verbreite sich immer mehr, besonders unter jungen Menschen. Starkes Übergewicht kann wiederum andere Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Das führe letztlich zu einer noch stärkeren Morbditätsexpansion, besonders unter jungen Leuten.

Demenz- und Alzheimer-Risiko durch Ernährung senken: Mit zwölf Lebensmitteln das Gehirn schützen

Avocados.
Hmm, lecker, Avocado! Die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehörende Frucht schützt dank ihres pflanzlichen Stigmasterol vor einem frühzeitigen Ausbruch von Alzheimer. Zwar zählen sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders fettreich sind. Doch handelt es sich rein um ungesättigte Fettsäuren, die gesund halten. Durch das enthaltene Enzym Lipase wird der Fettabbau sogar aktiviert. Avocados sind reich an Folsäure, Vitamin K, D, B6 und E sowie Kalium und Calcium. © LuboIvanko/Imago
Schalen mit Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kirschen
Dunkle Beeren wie Schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht nur dank ihrer Polyphenole sehr gesund. Auch ihr hoher Anteil an Vitamin C senkt nachweislich die Plaquebildung in den Gefäßen, was als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer gilt. Täglich eine Handvoll dunkle Beeren schützt das Gehirn! © Westend61/Imago
Zucchinis
Essen Sie auch regelmäßig Zucchini! Das grüne Gemüse ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C. Zucchini wirkt nicht nur entzündungshemmend. Es soll auch das Wachstum von Krebszellen verringern und aufgrund seiner großen Mengen an Stigmasterol den Ausbruch von Alzheimer verzögern. © Alex Salcedo/Imago
Aubergine
Auberginen zählen nicht nur zu den Gemüsesorten, die eine Fettleber wieder heilen können. Auch ihr pflanzliches Sterol schützt das Gehirn vor einer Demenz und Alzheimer. © zhekos/IMAGO
Brokkoli
Wer regelmäßig Brokkoli isst, kann einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen beziehungsweise sie hinauszögern. Denn Brokkoli ist reich an Antioxidanzien, was die Gehirnzellen stärkt und schützt. © monticello/Imago
Teller mit Erbsen
Erbsen zählen zu den proteinreichen Hülsenfrüchten. 100 Gramm frische grüne Erbsen enthalten ca. 5,4 Gramm Protein, das zum Muskelaufbau und Knochenwachstum dient. Gleichzeitig schützen die enthaltenden Folsäure und Polyphenole das Gehirn. © Image Source/Imago
Schale mit roten Bohnen
Bohnen sind im wahrsten Sinne Nervennahrung. Reich an B-Vitaminen, Folsäure sowie den wertvollen Polyphenolen, können Bohnen bei regelmäßigem Verzehr die Gehirnleistung fördern. B-Vitamine regen die Kommunikation zwischen den Zellen an, steigern die Leistungsfähigkeit des Gehirns und schützen vor Gedächtnisstörungen. Achtung: Kochen Sie die Bohnen vor dem Verzehr! Mehr als sechs Bohnen können gerade bei Kindern durch das enthaltene giftige Eiweiß Phasin zum Tod führen. © Image Source/Imago
Es sind verschiedene Sorten Linsen zu sehen (Symbolbild).
Linsen dürfen mindestens dreimal in der Woche auf den Teller kommen. Denn durch ihre B-Vitamine, Folsäure und Polyphenolen übernehmen Hülsenfrüchte einen schützenden Effekt im Gehirn. © YAY Images / Imago
Walnüsse
Nüsse sind besonders gut fürs Gehirn. Beispielsweise Walnüsse sind reich an Antioxidantien, das heißt, sie schützen vor schädlichen Stoffen und können dadurch Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern. Auf diese Weise kann Alzheimer vorgebeugt werden. Auch das Voranschreiten einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung kann verlangsamt werden. © C3 Pictures/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Neben Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Nüssen und Heidelbeeren, zählen auch Oliven sowie Olivenöl zu den Lebensmitteln, die Alzheimer vorbeugen können. Die in Olivenöl enthaltenen Polyphenole schützen und stärken die Gehirnzellen. Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich auch das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Forscher vermuten, dass das Risiko für Alzheimer mit bestehender Arterienverkalkung steigt. © Panthermedia/Imago
Lachsfilet
Lachs zählt zu den Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, das nicht nur zu viel LDL-Cholesterin senken können. Der Verzehr von Lachs ist dank seiner langkettigen Omega-3-Fettsäuren für den Zellstoffwechsel im Gehirn besonders förderlich, so die Alzheimer Forschung Initiative e. V. © Martin G. Dr. Baumgä/Imago
Kabeljaufilet mit Rosmarinzweig in der Bratpfanne.
Auch Kabeljaufisch zählt zu den besonders gesunden Fischen: sehr zu empfehlen für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, dank des hohen Jodgehalts, und unterstützend für die Zellerneuerung zur Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer. Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche den empfohlenen Fisch, um die Abwehrbereitschaft des Gehirns zu steigern und den Energiestoffwechsel zu verbessern. © Shotshop/Imago

Verantwortlich für diesen Anstieg macht Dr. Geyer unter anderem die mangelnde Bewegung im Alltag vieler Menschen. Der Großteil der Beschäftigten sitze den meisten Teil des Tages und mache zu wenig Sport. Kombiniert mit kalorienreicher und zuckerhaltiger Nahrung verschlechtere das die Gesundheit besonders jüngerer Menschen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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